Forschung

In einer Reihe von Forschungsprojekten untersuchen wir die Bedingungen und Unterstützungsmaßnahmen erfolgreichen Lehren und Lernens von Kindern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den sprachlichen und selbstregulativen Aspekten im Lehr-Lernprozess. Die an der Professur angesiedelten Forschungsprojekte bewegen sich auf drei Ebenen: Ebene der Kinder, Ebene der Lehrperson und Ebene des Unterrichts. Zwar untersuchen wir Lehr-Lern-Prozesse auf allen Schulstufen; unser Fokus liegt jedoch auf der frühen Kindheit (Kindergarten, Vorschule, Grundschule).

Die sprachliche Entwicklung ist eng mit der kognitiven Entwicklung und dem Wissenserwerb verwoben. So ist etwa das Verständnis bestimmter Begriffe oder grammatikalischer Konstruktionen entscheidend für Modellierungsprozesse beim Lösen mathematischer Probleme. In einer Reihe von Studien untersuchen wir daher den Zusammenhang zwischen Sprachkompetenz, Selbstregulation, exekutiven Funktionen und komplexem Problemlösen bei Grundschulkindern. Außerdem untersuchen wir die Möglichkeiten von sprachlicher Förderung im frühen naturwissenschaftlichen Unterricht für Kinder mit Migrationshintergrund oder mit sprachlichen Defiziten.

Die Relevanz sprachlicher Fähigkeiten für schulisches Lernen wird gerade im Hinblick auf zweisprachiges Lehren und Lernen deutlich. Immersionsunterricht (bzw. Content and Language Integrated Learning: fachlicher Unterricht wird in einer Fremdsprache durchgeführt) erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Im Rahmen mehrerer Studien untersuchen wir die Auswirkungen zweisprachigen Lernens auf den Lernprozess, die Lernleistung und die kognitive Entwicklung.

In einem weiteren Forschungsstrang untersuchen wir die sprachlichen Interaktionen zwischen Lehrpersonen und Lernenden im Lehr-Lernprozess. Sprachliche Unterstützungsmaßnahmen im Sinne eines Scaffolding gelten in der Literatur als zentrale Möglichkeit, die konstruktive Auseinandersetzung mit einem Lerngegenstand zu fördern. Wir erforschen, welche Formen des Scaffolding und der Interaktion beim frühen naturwissenschaftlichen Lernen besonders wirksam sind (ProEarlyScience-Projekt – Link), in welcher Beziehung diese mit dem professionellen Wissen der Lehrpersonen stehen und wie relevante Entwicklungsmaßnahmen für Lehrpersonen wirksam gestaltet werden müssen.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Gestaltung von Lehr-Lernumgebungen im Hochschulkontext. Wir untersuchen, wie sich ein kognitiv-aktivierendes Seminarkonzept (insbesondere in der Lehramtsausbildung) auf verschiedene volitionale, motivationale und kognitive Merkmale von Studierenden auswirkt. Ziel ist es dabei, Lernumgebungen zu schaffen, die den Studierenden ein vertieftes und elaboriertes Verständnis der Lerninhalte sowie einen Transfer des theoretischen Wissens in die spätere Unterrichtspraxis ermöglichen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Förderung kooperativen Lernens, da dies mit positiven Lern- und Leistungsentwicklungen verbunden ist. Diese lernförderlichen Effekte lassen sich theoretisch zum einen durch eine erhöhte Bereitschaft zu aktiven, elaborativen und reflexiven Lernprozessen und zum anderen mit der Wahrnehmung positiver, unterstützender Beziehungen sowie einem damit einhergehenden erhöhten Wohlbefinden erklären. Insbesondere wird hier das Peer-Assessment als ein Kernelement kooperativen Lernens aufgegriffen, welches als effektive Methode gilt, um Lernende aktiv und selbstgesteuert in Lernprozesse einzubinden.

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