Reisebericht “Analysing Geordie”

Reisebericht “Analysing Geordie”, 14.-20. Mai, 2012

 

Prof. Isabelle Buchstaller, Institut für Anglistik

Unsere Studienreise wurde in Zuge des Seminars „Analysing Geordie“ abgehalten. Dieser Titel bezog sich zum einen auf den Namen des Dialekts, der im Nordosten Englands gesprochen wird. Zum anderen wurde hiermit darauf angespielt, dass die Studenten Umfragen und Audioaufnahmen von „Geordies“ (den Sprechern des Dialekts) durchführten, um anschließend das Lexikon und die Grammatik des Dialektes zu analysieren.

In Newcastle stand uns ein Kursraum an der Newcastle University zur Verfügung, in dem die Studenten vormittags die Datenerhebungen planen konnten. Oft verbanden wir unsere Umfragen mit Stadtführungen und Besuchen in lokalen Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel der St. Pauls Church in Jarrow, wo der Lokalheilige Beda Venerabilis seine Laufbahn begann, und wo wir einen Einblick in Bedes geistiges Schaffen und sein Leben als Mönch bekamen. So konnten die Studenten ausprobieren, wie es sich angefühlt haben muss, in einer typischen Kutte in einem Kloster des 7./8. Jahrhunderts zu leben. Auch Stippvisiten in Pubs gehörten zum Programm und resultierten in reichhaltigem Datenmaterial. Im „The Cumberland Arms“ erwartete uns eine einzigartige Darstellung der lokalen Kulturgeschichte, da die Tänzer unseren lads (Jungs) und lasses (Mädels) den Spaß an der lokalen Tradition des „Sword Dancing“ (‚Schwerttanz‘) näherbrachten.

Zwei Tagesausflüge standen auf dem Programm. Am Dienstag, den 15. Mai besuchten wir das „lebende Museum des Nordens“, das Beamish Museum, in welchem die Lebenssituation in der Region um das Jahr 1913 nachgestellt wird. Zu sehen gab es hier ein „Pit Village“ (‚Gruben-/Minendorf‘), in welchem das Leben der Minenarbeiter simuliert wird, inklusive eines typischen Wohnhauses und einer Schule. Wir packten die Gelegenheit beim Schopf, einen authentischen Minenarbeiter unter Tage zu begleiten.

Ein zweiter Tagesausflug war für Samstag, den 19. Mai angesetzt. Unser Weg führte zur „Heiligen Insel Lindisfarne“, wo die Studenten das Kloster erkundeten und in den Gärten der Priorei eine Reihe englischer Kräuter- und Pflanzennamen lernten. Die Tour ging weiter nach Berwick-upon-Tweed, einer Stadt, die mehr als ein Dutzend Male die Staatsangehörigkeit zwischen England und Schottland gewechselt hat. So zückten die Studenten ein letztes Mal die Fragebögen, um zu klären, ob die Einwohner bestimmte Wörter und Konstruktionen des Geordie-Dialekts kennen oder ob sie sich eher als Schotten fühlen. Der Abend klang bei einem sonnigen Spaziergang am Strand von Bamborough Castle und einem letzten gemeinsamen Abendessen aus.

Strand von Bamborough Castle