Veranstaltungsplakat

Queer/Feministische Kunst in Leipzig

Veranstaltungsbericht Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung (FraGes) der Universität Leipzig

Im Sommersemester 2013 hat das Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung (FraGes) der Universität Leipzig das Thema „Queer/Feministische Kunst in Leipzig“ aufgegriffen und vielseitig erkundschaftet. Interessiert hat, wie sich ein spezifisches Terrain queer/feministischer Kunst und Kultur lokal gestaltet. In das Blickfeld gerückt und intermedial hervorgehoben wurden die Aktions- und Forschungsbereiche Film, Bildende Kunst und Theater/Performance. In fünf Sequenzen der Reihe Gender-Kritik konnten an der Universität sowie im städtischen Raum kooperative Veranstaltungsformate wie eine Kunstausstellung, Podiumsdiskussion und Live-Performance am Neuen Campus am Augustusplatz, eine Bühnenvorstellung im Lofft. Das Theater sowie eine Bestandsaufnahme queer/feministischen Kinos in Kooperation mit der Schaubühne Lindenfels umgesetzt werden.

Inhaltliches Anliegen war, die Ausdrucksformen und Handlungsfelder der künstlerischen Auseinandersetzungen nach ihrem emanzipatorischen, kreativ-kritischen Potenzial auszuloten. Eine queer/feministische Ausrichtung und Perspektive denkt dabei möglichst umfassend die Bandbreite der Mechanismen und Produkte mit, die von hetero-normativen und patriarchalen Ordnungen und Hierarchiesystemen ausgehen. Sie hinterfragt kritisch deren Verortung im gegenwärtigen Gesellschaftssystem, im Apparat der kulturellen Symbolik oder im Bereich des Sag- und Denkbaren und den damit zusammenhängenden Prozessen der Legitimierung bzw. Nicht-Legitimierung von Seinsformen. Dabei umfasst sie Aushandlungsvorgänge um Formen und Ausprägungen von (marginalisierten) Begehrensformen und Sexualitäten, von Identitäten und Körpern. Parallel dazu blickt sie aber auch auf Kontroversen mit der binären Geschlechterordnung und den gesellschaftlichen, sozio-kulturellen, wirtschaftlich-politischen und historischen Aspekten der Repräsentations- und Rangordnung der Geschlechter.

Die Veranstaltungsserie ist in Zusammenarbeit mit dem Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik (RGL) des StudentInnenRates der Universität Leipzig sowie durch die hilfreiche Unterstützung des Fördervereins der Universität Leipzig e.V. entstanden.

Im Peter Lang Verlag erscheint demnächst der zweite Sammelband der Buchreihe „Leipziger Gender-Kritik“, Interdisziplinäres Kolloquium zur Geschlechterforschung II: Neue Beiträge.