Mentoring für Habilitandinnen

 

Dr. Katarina Stengler, Carolin Demus / Medizinische Fakultät

 

Projekt MentHaProf – Mentoring für Habilitandinnen auf dem Weg zur Professur

 

Ich unterstütze MentHaProf mit allem Nachdruck,

weil es dazu beitragen kann die ungleiche Geschlechter-

verteilung in führenden akademischen Positionen abzumindern.

Außerdem öffnet es auch den Mentoren die Augen dafür,

wo die größten Hindernisse auf dem Weg von der erfolgreichen

Studentin, Wissenschaftlerin oder Ärztin zu Habilitation und einer

Berufung liegen. Ich teile gern meine Erfahrungen im Aufbau von

Netzwerken und unterstützenden Strukturen auf dem Karriereweg.

Prof. Dr. med. Matthias Blüher, Mentor

 

„Die Medizin ist weiblich“ – an der Basis, kaum jedoch an der Spitze.

Um auch Nachwuchswissenschaftlerinnen in den höheren Qualifikationsstufen zu fördern, hat die Gleichstellungsbeauftragte der Universitätsmedizin, PD Dr. med. Katarina Stengler, im Mai 2013 zusammen mit der Medizinischen Fakultät und dem Universitätsklinikum das Mentoring-Programm MentHaProf (Mentoring für Habilitandinnen auf dem Weg zur Professur) initiiert. Im Fokus dieses Programms stehen Stolper- und Meilensteine einer Laufbahn des weiblichen Wissenschaftsnachwuchses, um langfristig den Professorinnen-Anteil am Standort zu erhöhen. Als sachsenweit einzigartiges Projekt dieser Art, speziell für die Medizin, erhielten sechs hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen die Möglichkeit von folgenden Programm-Modulen zu profitieren:

 

Mentoring – im Tandem zum Ziel

Durch die breite Unterstützung aus den professoralen Reihen der Universitätsmedizin Leipzig (UML) konnte ein 12-köpfiger MentorInnen-Pool aufgebaut werden, dessen Mitglieder sich im Projekt mit Hinweisen und Ratschlägen engagieren. Sechs von ihnen gingen zum Projektstart eine persönliche Mentoring-Partnerschaft ein, wobei das Matching – also die Auswahl des/r Mentors/in der einzelnen Mentee oblag. Seither treffen sich die Mentoring-Tandems regelmäßig und besprechen Karrierehürden, Beruf und Familie, ebenso wie Habilitations- und Forschungsvorhaben. Hierbei profitieren die Mentees von Erfahrungen der MentorInnen, deren Einblicken in die informellen Strukturen der UML und Netzwerken in der scientific community.

 

Training – Meilen- und Stolpersteine meistern

Durch die Kooperation mit dem Projekt „Frauen in die Wissenschaft“ der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt (KOWA) konnte den Mentees die Teilnahme an drei Seminaren zu Wissenschafts-, Führungs- und Sozialkompetenz ermöglicht werden, die frei wählbar waren.

Neben dieser externen Expertise wurden für MentHaProf auch die Kompetenzen an der Medizinischen Fakultät einbezogen, um die institutionellen Gegebenheiten zu berücksichtigen. So gab der damalige Forschungsdekan als erfolgreicher Drittmitteleinwerber einen Workshop zur Forschungsförderung durch die DFG.

 

Coaching – mit System zum Ziel

Dank der Unterstützung der Vereinigung der Freunde und Förderer der Universität Leipzig konnten die Mentees im Projektverlauf von der Begleitung durch eine Coaching-Expertin profitieren. In Einzel- und Gruppensitzungen wurden persönlichen Fragestellungen und berufliche Zielstellungen entwickelt und bearbeitet. Diese Kombination aus individueller Begleitung und neutralem Feedback durch den Coach erlaubte den Mentees individuelle Lösungen zu finden und adäquat umzusetzen.

 

Netzworking – wie du mir, so ich dir

Die Bedeutung von Netzwerken spiegelte sich auch in der Programmstruktur wider: Zur internen Vernetzung diene der Mentoring-Lunch, der als als Instrument des regelmäßigen Austausches MentorInnen und Mentees zusammenbrachte.

Um den Blick auch über die Medizin hinaus zu erweitern, wurde das Round Table-Format konzipiert: Hierbei standen erfolgreiche weibliche Rollenvorbilder aus Wissenschaft, Medien und Verwaltung in informellen Runden im Fokus: So trafen Mentees, Mentorinnen und Mentoren in der ersten Projekthälfte auf die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. med. Beate Schücking, die beim ersten Round Table zunächst Einblicke in ihre Laufbahn als Ärztin und den späteren Weg zur Rektorin gab. Zum zweiten Round Table lud die Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunk, Prof. Dr. jur. Karola Wille, die Projektbeteiligten in die 13. Etage der Fernseh-Zentrale. Hoch über den Dächern Leipzigs bot sich im Dachgeschoss des MDR eine faszinierende Begegnung mit der Frau Wille, die bereitwillig aus dem Arbeitsalltag als Chefin einer 3-Länder-Anstalt und über die Problematik einer Person des öffentlichen Lebens berichtete.

Als dritter Gast wird im Frühjahr 2014 die unlängst emeritierte Präsidentin des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig, Frau Marion Eckertz-Höfer, die Round-Table-Runde komplettieren.

 

Fazit

Mit MentHaProf als Mentoring-Programm für hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen der Universitätsmedizin Leipzig wurde ein Personalentwicklungsinstrument entwickelt, das mit seinen umfassenden Programm-Modulen an die Bedarfe aufstrebender Medizinerinnen und die institutionellen Rahmenbedingungen angepasst ist. Durch Impulse engagierter MentorInnen, die Kombination aus interner und externer Beratungsleistungen und die kontinuierliche Vernetzungsarbeit unterstützt MentHaProf angesichts der besonderen Vereinbarkeitsproblematik aus Klinik – Forschung – Lehre –Privatleben die Mentees auf dem Weg zur Professur.

 

Mentees (Foto: Diana Smikalla)