Schlussszene der „Götterdämmerung“ (Foto: Stefan Petraschewsky)

Götterdämmerung

 

David Timm / Leipziger Universitätsmusik

Am 200. Geburtstag Richard Wagners: Die einzige Leipziger "Götterdämmerung" der letzten 40 Jahre

Als Leipzig 2013 den 200. Geburtstag des Stadtsohnes Richard Wagner feierte, spielte die Universität Leipzig ganz vorne mit: Gemeinsam mit der Richard Wagner Gesellschaft Leipzig 2013 e. V. brachte die Universitätsmusik die „Götterdämmerung“ auf die Bühne – den letzten Teil von Wagners monumentalem „Ring“-Epos. In mehrfacher Hinsicht ein einmaliges Erlebnis: Nur eine Aufführung, die Premiere, gab es, dazu eine öffentliche Generalprobe. Über 1000 Menschen sahen das Spektakel im Audimax der Universität Leipzig, an der Wagner in den 1830er Jahren Komposition studiert hatte. Und die „Götterdämmerung“ war in Leipzig die einzige szenische Aufführung eines Wagner-Werks direkt am 22. Mai, seinem Geburtstag. Damit war die Oper der Höhepunkt der Wagner Festtage 2013.

Die Geburtstagsfeier stand auch im Mittelpunkt der Inszenierung von Joachim Rathke: 1873, so die Regieidee, trifft die Wagner-Familie die Entscheidung, an allen kommenden Wagner-Geburtstagen seine „Götterdämmerung“ im Familienkreis nachzuspielen. Drei Jahre greift Rathke als markante Punkte deutscher Geschichte stellvertretend heraus: 1913 (1. Aufzug) kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs, 1943 (2. Aufzug) in Andeutung des Endes der Nazizeit und 2013 (3. Aufzug) als Wagner-Jubiläumsjahr. Geschickt verwebt Rathke die Figuren der Oper mit den Mitgliedern des Wagner-Clans – eine Geschichte von Macht und Intrigen, von großer Dramatik. Auf der schmalen Bühne in der Ausstattung von Heike Mondschein fanden der Leipziger Universitätschor und ein neunköpfiges Solistenensemble Platz; dahinter das Mendelssohnorchester Leipzig sowie der Dirigent und musikalische Leiter, UMD David Timm. Nach einem fast sechsstündigen Opernabend – inklusive Pausen – bejubelte das Publikum im Audimax die hervorragende Leistung aller Beteiligten.

Die „Götterdämmerung“ als freie Produktion der Leipziger Universitätsmusik und der Richard Wagner Gesellschaft Leipzig 2013 konnte nur durch ein verlässliches Netzwerk verschiedener Kooperationspartner gelingen: Bereits mehrere Wochen vor der Premiere stellte die Universität Leipzig ihren größten Hörsaal für die Bühnenarbeiten zur Verfügung, die Sängerinnen und Sänger des Universitätschores stemmten die arbeits- und zeitintensiven Sonderproben allesamt parallel zu ihrem Unialltag. Nicht zuletzt die Finanzierung baute unter anderem auf der Unterstützung der Förderer und Freunde der Universität Leipzig e. V.

Musikalische Leitung: UMD David Timm | Inszenierung: Joachim Rathke | Ausstattung: Heike Mondschein | Siegfried: Fritz Feilhaber | Gunther: Bert Mario Temme | Alberich: Volker Tancke | Hagen: Stephan Klemm | Brünnhilde: Sabine Paßow | Gutrune: Sibylle Fischer | Waltraute, Wellgunde & Zweite Norn: Carolin Masur | Floßhilde & Erste Norn: Katharina Thimm | Woglinde & Dritte Norn: Sonja Westermann | Leipziger Universitätschor | Mendelssohnorchester Leipzig