dvs-Kommission Gesundheit an der Universität Leipzig

Kurzbericht zur Jahrestagung der dvs-Kommission Gesundheit an der Universität Leipzig

Dr. Katharina Eckert , Institut für Gesundheitssport und Public Health

 

Unter dem Titel "Ressource Bewegung – Herausforderungen für Gesundheits- und Sportsystem sowie Wissenschaft" lud das Institut für Gesundheitssport und Public Health der Universität Leipzig im September 2012 zur Jahrestagung der Kommission Gesundheit der Deutschen Gesellschaft für Sportwissenschaft (dvs) an die Sportwissenschaftliche Fakultät ein. Vertreter aus Medizin, Politik, Wirtschaft und dem Gesundheitssystem diskutierten mit Sportwissenschaftlern über Chancen und Wege, gemeinsam mehr Bewegung in die Gesellschaft und das gesundheitliche Versorgungssystem zu bringen. Annähernd 180 Teilnehmer/innen waren nach Leipzig gekommen, um den 17 Arbeitskreisen mit insgesamt 78 Kurzreferaten sowie einer Postersession beizuwohnen. Vor dem Hintergrund der demografischen Veränderungen und dem damit verbundenen Panoramawandel der Erkrankungen wurde dabei u.a. gezielt über Möglichkeiten gesprochen, ältere Menschen mehr in Bewegung zu bringen sowie Lösungsansätze diskutiert, wie der organisierte Sport oder auch Städteplaner zukünftig das Thema Bewegung noch stärker als bisher einer breiteren Bevölkerungsschicht zugängig machen können.

Während der zwei Konferenztage zeigten vier Hauptreferenten ihre persönlichen Blickrichtungen auf das Tagungsthema auf: Diabetesexperte Prof. Dr. Peter Schwarz vom Universitätsklinikum Dresden präsentierte aktuelle Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Bewegung in der Diabetesprävention. Prof. Dr. Rüdiger Reer von der Universität Hamburg ging in seiner Funktion als Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Gesundheits- und Sportsystem sowie der Wissenschaft ein und betonte die Notwendigkeit zur weiteren disziplinübergreifenden Zusammenarbeit von Sportwissenschaft und Sportmedizin. Im Anschluss sprach Prof. Dr. Walter Brehm von der Universität Bayreuth und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) über Ziele, Instrumente und die Notwendigkeit zur Qualitätssicherung in der Gesundheitsförderung. Abschließend referierte Prof. Dr. Wiebke Göhner von der Katholischen Hochschule Freiburg über die Notwendigkeit der Implementation theoretischer Modelle verhaltensbezogener Interventionen in die Sport- und Bewegungstherapie zur langfristigen Bindung an körperliche Aktivität in Prävention und Therapie.

Ein umfangreicher Praxisparcours mit Angeboten und Informationsständen der Aussteller und Förderer der Tagung lud zwischen den Wissenschaftlichen Beiträgen zu intensiven Diskussionen und weiterführenden Gesprächen ein.

Die Tagung endete mit einer erstklassig besetzten Podiumsdiskussion. Deren Protagonisten waren: Dr. Ute Winkler (Bundesministerium für Gesundheit, Leiterin des Präventionsreferats), Dr. Rolf Buschmann-Steinhage (Deutsche Rentenversicherung, Leiter des Bereichs Rehabilitationswissenschaften), Walter Schneeloch (Deutscher Olympischer Sportbund, Vizepräsident Breitensport), Prof. Dr. Alexander Woll (Sprecher dvs-Kommission Gesundheit) sowie Dr. Monika Kücking (Abteilungsleiterin Gesundheit beim Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen).Unter dem provokanten Titel „Gehört Bewegung zwingend in den Alltag? Bewegung als Prävention wird im Gesundheitssystem missachtet” stellten die Teilnehmer ihre jeweilige Sicht auf das Thema dar, betonten aber auch die Gemeinsamkeiten. Sachzwänge dürfen kein Grund dafür sein, die Notwendigkeit von umfassenden Bewegungsangeboten auszublenden, betonte Frau Dr. Winkler und Walter Schneeloch benannte als Fazit: „Wir alle wollen unseren Beitrag leisten, damit Menschen für ein gesundes Leben die Freude an der Bewegung (wieder)entdecken.”

In seiner Abschlussrede bedankte sich Prof. Dr. Alexander Woll als Sprecher der dvs-Kommission Gesundheit bei den Mitarbeitern des Instituts für Gesundheitssport und Public Health für die sehr gute Organisation und unterstrich die Notwendigkeit der Fortsetzung des fachübergreifenden Dialogs. Ein besonderes Dankeschön ging an die Förderer der Tagung, ohne die eine erfolgreiche Umsetzung nicht möglich gewesen wäre. Resümierend war die Leipziger Tagung eine gelungene Veranstaltung mit sehr vielen Teilnehmern, starker Partnerpräsenz und einem ansprechenden Programm.

Podium (v. links nach rechts: Dr. M. Kücking, Dr. R. Buschmann-Steinhage, W. Schneeloch, Dr. U. Winkler, Prof. A. Woll, Moderator R. Schmitt)