Zuletzt aktualisiert: 10. August, 2018, 14:25

Leipziger Gymnasiasten lassen selbstgebauten Wetterballon steigen

Schüler verschiedener Leipziger Gymnasien ließen am Montag (6. August) einen zusammen mit Studierenden und Wissenschaftlern der Universität Leipzig am Schülerforschungszentrum gebauten Wetterballon aufsteigen. Die zehn Jungen und Mädchen der Klassenstufen sieben bis zehn hatten mit Unterstützung des Leibniz-Institutes für Troposphärenforschung eine Radiosonde an einem Heliumballon befestigt, der das Messgerät etwa vier bis fünf Stunden lang bis zu 30 Kilometern in die Höhe fliegen ließ. Ein Chip ermöglichte es Projektmitarbeitern, den Ballon zu verfolgen. Neben beeindruckenden Bildern soll die Sonde unter anderem Messdaten für Temperatur und Luftdruck liefern. Diese werden ausgewertet und mit den Daten früherer Messwertaufnahmen verglichen.

Die Schüler, die seit über einem Jahr an dem interdisziplinären Projekt "Bau eines Wetterballons" arbeiten, besuchten jeden Dienstag nach der Schule das Schülerforschungszentrum almaLab an der Fakultät für Physik und Geowissenschaften der Universität Leipzig, um physikalische Vorkenntnisse über das Aufsteigen eines Wetterballons zu erlangen. Zwei Physikstudierende des Bachelor-Studiengangs International Physics Studies Program, Florian Alter und Denis Gessert, arbeiteten als Teamleiter am Projekt. "Gemeinsam mit den Schülern führten sie vorbereitende Experimente, so zum Beispiel zum Aufsteigen von Helium in Luft oder zum Fall mit Luftwiderstand durch. Tiefergehend behandelten sie auch den Aufbau der Atmosphäre und analysierten bereits vorhandene Messdaten. Dabei konnten sich die Schüler wichtige physikalische Grundkenntnisse aneignen und mathematische Methoden, wie zum Beispiel die Fourier-Transformation, die in der Schule nicht behandelt wird, kennen und anwenden lernen", berichtet Elke Katz. Die Leiterin des Schülerforschungszentrums almaLab begleitet dieses Projekt neben den beiden Projektleitern von Anfang an.

Der erste Höhepunkt war der Test der gebauten Radiosonde am 6. Juni 2018 an einer Drohne. Dabei wurde die Sonde bei möglichst realen Bedingungen mehrfach schnell hochgezogen und so alle Messgeräte überprüft. Genau zwei Monate später, nach vielen kleinen Verbesserungen soll nun die Radiosonde wieder aufsteigen. Startpunkt ist das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung in der Permoser Straße. Katz will die Jungforscher, denen für ihr Projekt in der Schule eine besondere Lernleistung anerkannt wird, auch bestärken, damit am diesjährigen bundesweit größten MINT-Wettbewerb "Jugend forscht" teilzunehmen.

 

Bilder: Horst Voigt

Schülerforschungszentrum almaLab

Unser Schülerforschungszentrum "almalab" hat sich seit 25. Oktober 2016 an der Universität Leipzig etabliert. Es befindet sich noch in der Entwicklungs- und Wachstumsphase. Zu den ersten Bausteinen unseres Schülerforschungszentrums gehören  der Forschungsstützpunkt „Jugend forscht“ und das GYPT-Zentrum an der Fakultät für Physik und Geowissenschaften / Physikalisches Grundpraktikum und dem Bereich Didaktik der Physik.

Am Schülerforschungszentrum "almaLab" können interessierte und wissbegierige Schülerinnen und Schüler von Oberschulen, allgemeinbildender sowie beruflicher Gymnasien in vielseitigen interdisziplinären Projekten des MINT - Bereichs an der Universität Leipzig arbeiten und forschen. Begleitet und unterstützt werden die Jungforscher_innen während ihrer gesamten Projektarbeit von engagierten Lehramtsstudent_innen und Bachelor- / Masterstudent_innen. Die Jungforscher_innen und die Student_innen verbessern während der vielseitigen Projektphasen ihre Kompetenzen.

Das große Projektziel des "Schülerforschungszentrums almaLab" besteht darin, dass sich weitere Fakultäten der Universität mit ihren Schulprojekten unter dem Dach des Schülerforschungszentrums einfinden, weitere gemeinsame Projekte planen und durchführen. Durch diese längerwährende Arbeit kann die Universität Leipzig mit dem Schülerforschungszentrum eine breitere Öffentlichkeitswahrnehmung bei Schüler_innen, Eltern, Lehrer_innen und bei wirtschaflichen Fördereren erzielen.