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Krisen, Kriege, Katastrophen: Fritz Pleitgen, was ist guter Journalismus?

Der frühere WDR-Intendant Fritz Pleitgen hat sie live miterlebt: Krisen, Kriege und Katastrophen. Er war der erste westliche Journalist, der den damaligen sowjetischen Kreml-Chef Leonid Breschnew interviewte. In einer Ringvorlesung des Leipziger Journalistik-Forums erzählt Pleitgen, wie es dazu kam. Außerdem spricht er über die Ukraine-Krise und wie Auslandskorrespondenten eine Westbrille in der Berichterstattung vermeiden können. Auf die Frage, ob Journalisten zu streng mit Russland seien, antwortet Pleitgen:

„Wenn ich Auslandskorrespondent bin, dann habe ich zu berichten, wie die Perspektive aus Moskau ist, auch wenn sie mir nicht gefällt. Wir Journalisten orientieren uns eher an den abweichenden Meinungen. Die sind für uns interessanter. Wenn die Mehrheit des Volkes (…) für Putin ist, finden wir das nicht so spannend, als wenn wir dort Leute finden, die in aufrechter Haltung ihre gegenteilige Meinung zum Ausdruck bringen. Also wird das eher vermittelt, was zu einem schrägen Bild führen kann.“

Die Interviewer Ricarda Wenge und Ludwig Bundscherer, beide Studierende des Masters Journalistik, befragen Pleitgen zu seinen bisherigen Erlebnissen und aktuellen Ansichten. Außerdem leitet Moderator Florian Farken per Tweet eingeschickte Fragen an den gebürtigen Duisburger weiter. Beim Leipziger Journalistik Forum soll unter anderem diskutiert werden, wodurch Nachrichten beeinflusst werden und wie guter Journalismus gelingen kann. Die von Honorarprofessor Ruprecht Eser ins Leben gerufene Ringvorlesung wird von der Robert Bosch Stiftung unterstützt. Die Aufnahmen von Fritz Pleitgen erstellten Julia Gröbel und Ronja Münch im Rahmen der Lehrredaktion Fernsehen.

Weitere Gäste im Wintersemester sind:

  • am 27.11.2014 Uwe Kröger (war mehr als 30 Jahre als Korrespondent in Washington D. C., Nairobi, London, Singapur und New York tätig),
  • am 11.12.2014 Hubert Seipel (Investigativ-Journalist und TV-Autor, u. a. erster westlicher Journalist, der den russischen Präsidenten Wladimir Putin für eine ARD-Dokumentation begleiten konnte; für die ARD führte Seipel zudem Mitte November 2014 ein heiß diskutiertes halbstündiges Exklusivinterview mit Putin; weltweit erstes TV-Interview mit Whistleblower Edward Snowden),
  • am 15.01.2015 Christoph Bertram (berät das Auswärtige Amt bei Evaluation deutscher Außenpolitik, war u. a. Direktor des Instituts für Strategische Studien in London und der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, Redakteur Die Zeit) und
  • am 29.01.2015 Stefan Aust (Ex-Chefredakteur Der Spiegel, TV- und Sachbuch-Autor, Herausgeber Die Welt).

Im Sommersemester 2015 folgen weitere interessante und namhafte Gäste.