Dr. Monika Jäckle & Meta Schnell – Schule M(m)acht Geschlechter

22.11 | 17 Uhr | S 420
Schule M(m)acht Geschlechter
Diskursanalytische Betrachtungen zum Verhältnis von Schule und Geschlecht
Dr. Monika Jäckle & Meta Schnell (Universität Augsburg)

Im dritten Teil der Vortragsreihe ‚sexing school‚ werden Dr. Monika Jäckle und Meta Schnell das Verhältnis von Schule und Geschlecht unter einer diskursanalytischen Perspektive betrachten. Sie werden Schule als dynamisches Spannungsfeld widersprüchlicher Diskurse verstehen, in der die Schüler_innen Möglichkeiten, geschlechtlich zu „sein“, angeboten bekommen. Das Geschlecht bietet für Sie in diesem Sinne als diskursive, binäre Wissenskategorie vielfältige Positionierungsmöglichkeiten, die dem Subjekt geschlechtliche Wahrnehmungs-, Darstellungs-und Handlungsweisen liefern. Für beide stellen diese „Geschlechtervorlagen“ Orientierungsmuster dar, zu denen sich Mädchen und Jungen in Gestalt von Geschlechterfiguren positionieren.
Innerhalb dieses diskurstheoretischen Rahmens wird das Verhältnis von institutionalisierter Geschlechter(re-)produktionen (Diskursebene) und subjektiven Erfahrungsweisen (Subjektebene) in den Blick genommen. Für das Interesse an der diskursiven Konstruktion des Subjekts, werden Frau Jäckle und Frau Schnell den Fokus auf die machtvollen Praktiken richten, die Geschlechterpositionierungen ins Leben rufen und Wirkungen auf das „Innere“ – auf die Modi des Wahrnehmens, Denkens, Fühlens, Wollens und Handelns der jeweiligen Geschlechterfigur – erzielen.
Auf Basis der Forschungsperspektive der Diskursanalyse werden beide auf empirische Analysen zurückgreifen, die – im Rahmen einer offenen Befragung von 242 Schülerinnen und Schülern an bayerischen Gymnasien – neue Einsichten bezüglich des Verhältnisses von Schule als Genderregime zu den subjektiven Positionierungsmöglichkeiten und -strategien erlauben und damit ins Zentrum des Vortrages gestellt werden.

 


Video des Vortrags (~88 Min):

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Zur Person:

Dr. Monika Jäckle

Dr. Monika Jäckle studierte an der Universität Augsburg Lehramt in den Fächern Sozialkunde, Deutsch, Geschichte und Kunst und promovierte an selbiger Universität am Lehrstuhl Schulpädagogik zum Dr. phil. mit der Arbeit ›Von der Schule der Macht und was es heißt, ein Mädchen oder Junge zu werden. Eine Auseinandersetzung mit Schule und Geschlecht unter diskurstheoretischer Perspektive‹. Nach Erfahrungen in außerschulischen Bildungseinrichtungen ist Sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Augsburg tätig und forscht zu den Schwerpunkten Diskursanalyse in der Schulpädagogik, Geschlechtersubjektivierung in der Schule und Gestaltpädagogik. Vom März 2006 an hielt Sie zudem sechs Jahre lang einen Lehrauftrag an der Freien Universität Bozen in Brixen (Italien) an der dortigen Fakultät für Bildungswissenschaften. Im Jahr 2009 erschienen im VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) die Monografie ›Schule M(m)acht Geschlechter‹. Aktuell arbeitet Sie an ihrem Habilitationsprojekt im Fach Allgemeine Pädagogik an der Universität Augsburg mit dem Titel ›Bildung als Prozess des Transponierens von Erfahrung. Existenzphilosophische Grenzgänge in der Pädagogik‹.

Meta SchnellMeta Schnell studierte Soziologie, europäische Ethnologie und Kunstgeschichte an der Universität Augsburg und forscht zu den Themen „Die Diskursivierung der Kindstötung in der reflexiven Moderne“ und „Das Geschlechterregime der Schule. Subjektivierungsweisen von Mädchen und Jungen“. Frau Schnells methodische Schwerpunkte liegen im Bereich der qualitativen Sozialforschung, der Diskursanalyse und der Positionierungsanalyse. Aktuell arbeitet Frau Schnell in dem Projekt „Geschlechterdispositiv der Schule“ am Lehrstuhl für Schulpädagogik an der Universität Augsburg und studiert Lehramt für Gymnasium mit der Fächerkombination Mathematik und Physik.

Homepage und Kontakt:
http://www.philso.uni-augsburg.de/lehrstuehle/schulpaed/team/jaeckle/