Adjektivstil

Was für den Nominalstil gilt, greift auch hier: Zu viele Adjektive und Adverbien rufen schnell Irritationen hervor und dezentrieren die Aussage. Entsprechende Begriffe sollten also überlegt und gezielt eingesetzt werden. Alles andere entgleitet womöglich Richtung Prosa.

Aufgabenbeschreibung

Die folgenden Satzbeispiele enthalten stilistische Mängel oder Ungenauigkeiten (und sind alle aus Texten, die kurz vor der Publikation noch einmal lektoriert und hier teilweise verfremdet wurden). Im Eingabefeld können Sie sich ausprobieren und die Sätze nach Belieben umbauen. Tipp: Seien Sie bei schwierigen Fällen konsequent und formulieren Sie den gesamten Satz neu, statt nur einzelne Teile zu „reparieren".

Adjektivstil Übung 1

Grundlage des im politisch-wissenschaftlichen Raum kommunizierten Menschenbildes ist eine konfuzianisch angelehnte hierarchisch-meritokratische normative Konstruktion.

Ihre Lösung

Vorschlag 1

Die Grundlage des Menschenbildes, das in wissenschaftlichen und politischen Debatten kommuniziert wird, ist eine vom Konfuzianismus beeinflusste normative Konstruktion. Diese zeigt sowohl hierarchische als auch meritokratische Tendenzen.

Erläuterung

Die aneinandergereihten Adjektive verstellen den Sinn: Was etwa ein „politisch-wissenschaftlicher Raum“ ist und was „konfuzianisch angelehnt“ meint, bleibt unklar. Adjektive und Adverbien sollten einen erklärenden und präzisierenden Charakter haben. Ihre Reihung ist schwierig.
Hinweis: Gleichrangige Adjektive, die miteinander kombiniert werden, können zusammengeschrieben werden, wenn sie kurz und gut lesbar sind (halbstaatlich, semihumid). Längere Formen werden meist mit Bindestrich (ohne Leerzeichen) geschrieben, um die Lesbarkeit zu verbessern (mathematisch-physikalisch, medizinisch-technisch). Stehende Verbindungen wie sozioökonomisch oder andere Zusammensetzungen, die ein o oder s als bindendes Element haben, werden ohne Bindestrich geschrieben (ethnozentristisch, pathogenetisch, bildungssprachlich, alterstauglich).

Stilistik
Was guter Stil ist, liegt oft im Auge des Betrachters. Gerade die Wissenschaft kämpft häufig um die richtige Mischung aus Genauigkeit und ästhetischem Anspruch.