"Straußen-Gegacker"

Das "Straußen-Gegacker" bezieht sich auf einen e-mail-Wechsel, der nachfolgend wiedergegeben ist.
11.11.1996
From: 
       TOE-Consult@t-online.de (Kurt Nelles)
    To: 
       mielke


Sehr geehrter Herr Prof. Mielke,

wenn Sie schon ein Bild von Straußen mit in Ihre Homepage
aufnehmen, hätte ich mir gewünscht, daß Sie es nicht nur
bei belanglosen Sticheleien gegen ernsthafte Straußenhalter
belassen würden.
Wenn Sie mehr über Straußenhaltung in Europa wissen möchten
besuchen Sie doch einmal unsere Homepage.
Ich würde mich sehr freuen. Wenn Sie dieses Informationsangebot
auch Anderen zugute kommen lassen wollen, bauen Sie doch einfach
einen "Link" in Ihre Seite ein. Vielen Dank.
Straußenhaltung in Europa:http://home.t-online.de/home/TOE-Consult/



13.11.1996
Hallo Herr Nelles,
vielen Dank fuer Ihre Nachricht. Es freut mich, dass Sie meine "Strausse" 
im WWW entdeckt haben. Wo haben Sie denn die URL der "Muensterland-Impressionen..." 
gefunden? Das waere interessant zu erfahren.

Nun aber zu den "Sticheleien", die ich nicht so verbissen sehe. Wenn Sie 
sie dann noch fuer "belanglos" halten, dann haette das Anfangswortgeplaenkel 
Ihrer e-mail weggelassen werden koennen. Ihr eigentliches Anliegen zur 
"Straussenhaltung in Europa" haette von mir freudvoller  erledigt werden 
koennen. So habe ich Ihnen noch mitzuteilen, dass ich die Strausse 
schon seit meinen  mehrfachen Holtwicker Besuchen seit 1992 
sowohl ohne als auch mit "Straussen-Schutz-Strassen-Damm-Aufschuettung" 
kenne. Nicht aber kenne ich die Eisings. Dass diese ihre Farm "Lucky Bird 
Straussenhaltung" nennen, habe ich erst aus Ihrem TOE-Consult-Link erfahren. 
Sagen Sie bitte, stimmen die von mir gewaehlten milden Worte fuer die 
Straussenhaltung in Deutschland etwa nicht wie neumodischer Trend und 
nichtartengerechte Haltung. Jeder Tierarzt in Deutschland kennt die 
Problematik.1995 war der Strauss das zu schuetzende Tier des Jahres. Ueber 
die  tieraerztlichen  Bedenken  zur Straussenhaltung in Deutschland koennten 
auch  Sie im  "Deutschen Tieraerzteblatt", das jeder Tierarzt besitzt, noch 
nachlesen:  1995: Nr.5 S.416/ Nr.10 S.893/ Nr.11 S.988/ und 1996: Nr.1 S.6/.
Die gewuenschte Uebernahme Ihrer URL wird 
in den naechsten Tagen als Link bei "Veterinaermedizin-orientiertes Neues"  
erfolgen, und zwar zusammen mit unser beider e-mails.
Mit freundlichen Gruessen
Prof. Heinz Mielke

PS. Was heisst TOE?



14.11.1996
Sehr geehrter Herr Professor Mielke,

schön, daß Sie geantwortet haben. Ich finde es immer wieder erstaunlich,  wie
viele Leute man durch das Internet kennen lernen kann. TOE heißt "The Ostrich
Experts", was vielleicht für einige ein Dorn im Auge ist, weil sie sich auch für
Experten halten, aber zumindest waren wir die ersten und einzigen, die ein Buch
in deutscher Sprache über Straußenhaltung verfaßt haben, daß in 3.000 Exemplaren
verkauft wurde. Auch die englische Version wurde nun schon fast 2.000 mal in über
40 Ländern verkauft. Der Straußenboom ist also da. Auch wenn die Deutschen sich
dem noch ein wenig verwehren, wird sich das Straußenfleisch und die Haltung
zumindest international nicht aufhalten lassen. Was keiner eigentlich so richtig
weiß, es wurde und wird noch heute in Deutschland Straußenfleisch gegessen und in
nicht unbeträchtlichen Mengen (einige 1.000 Tonnen pro Jahr).
Wenn man sich intensiv mit der Straußenzucht beschäftigt wird man schnell merken,
daß Strauße sehr wohl in Deutschland gehalten werden können, auch wenn wir
zugeben müssen, daß in Deutschland natürlich nicht das optimale Klima herscht.
Dieses muß man halt durch Baulichkeiten oder gutes Management ausgleichen. Aber
auch andere Tierrassen sind nicht optimal auf unser Klima abgestellt. Läßt man
Puten-Küken im Regen stehen, kann man sie am nächsten Tag mit Lungenentzündung
einsammeln. Hört man auf die Aussagen von Herrn Dr. Reiner, Universität Giesen,
übrigends 2. Vorsitzender im BDS (Bundesverband deutscher Straußenzüchter) so ist
der Strauß vom Hautaufbau eher mit dem Pinguin als mit einem Huhn zu vergleichen,
d.h. dicke Haut, immerhin gut 2 mm stark, und subkutanes Fettgewebe, welche die
Tiere vor der Kälte schützen. Und bei einem Pinguin macht man sich auch keine
Gedanken, daß er keine Federn hat.
Ich finde die ganze Straußendiskussion wird viel zu viel emotional geführt und
die "Tierschützer", so sehr ich ihre Arbeit schätze, lassen sich nicht von Fakten
überzeugen. Bei der Käfighaltung von Hühnern wurde aus ökonomischen Gründen
resigniert, jetzt muß halt ein anderes Tier aufs Korn genommen werden. Übrigens
ist die Putenhaltung so alt in Deutschland auch noch nicht, und hier fragt sich
keiner ob sie wirklich artgerecht ist, da das Fleisch je auch wirklich gut
schmeckt.

Ihre Seite habe ich übrigens durch Zufall gefunden, als ich mit dem Stichwort
"Strauße" gesucht habe. Ich bin immer auf der Suche nach Straußenartikeln, egal
welchen Coleurs, um den Halter und Züchter das ganze Spektrum an Informationen zu
bieten.

Mit freundlichen Grüßen

Kurt Nelles
Dipl. Ing. Agr.