Storchenliebling Max hat nun eine Wohnung am Kirchplatz

Seit Herbst des vergangenen Jahres haben Ursula und Fred Käßner in Machern Einquartierung. Der Gast heißt Max und ist ein Storch. Als Max im letzten Herbst aus dem Nest im Nachbargrundstück gefallen war, mußten Käßners ein Krankenquartier bereitstellen. Der Storch hatte sich am Flügel verletzt, und an eine Reise nach Afrika war nicht zu denken gewesen.,,Er war sehr entkräftet", erinnert sich Ursula Käßner, "Seine erste Mahlzeit bei uns bestand aus Makkaroni." In der Zwischenzeit hat man sich in Machern besser auf Storchenkost eingestellt. ,,Nachbarn und andere Einwohner im Dorf nehmen regen Anteil am Leben des verletzten Storches", erzählt Fred Käßner. ,,Mal bringt einer eine Maus, auch Fische fehlen nicht im Angebot, und eine Blindschleiche wurde schon mit Appetit verspeist. Immer wieder werden wir von den Einwohnern gefragt, wie es unserem Storch geht." Den Winter hat Max in der Gartenlaube verbracht. Geheizt wurde mit einer Infrarotlampe. Seit Vorgestern hat Max nun eine eigene Wohnung im Garten mit Blick auf die Kirche. Die Holzhütte hat Fred Käßner selbst gebaut. Der Storch ist nur bei Fremden schüchtern. Ansonsten entpuppt er sich als ein sehr wißbegieriges Familienmitglied, das allen neugierig auf die Finger blickt. Eine Woche vor Pfingsten, am 11./12. Mai 1997, war großes Begrüßungsfest. Das Storchennest, in dem Max das Licht der Welt erblickt hatte, bekam wieder Einquartierung. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um die Eltern von Max. Sie wurden mit eifrigem Geklapper begrüßt. Ursula und Fred haben sich inzwischen damit abgefunden, daß Max Iängere Zeit bei ihnen leben wird. "So lange er bei uns bleiben will, werden wir ihm Unterkunft gewähren", sagt Ursula Käßner, die in der Wurzener-Region schon seit vielen Jahren aktiv im Naturschutz mitarbeitet.

(Bericht von H. Kattner und Foto von A. Röse im Wurzener Tageblatt der Muldentalzeitung vom 21.5.1997)

Nachsatz: Am 11. September 1997 wurde Max zur weiteren Betreuung in den Storchenhof nach Loburg zur Tierärztin Dr. Kaatz gebracht, die seinen guten Zustand lobte.


Machern, 11.03.1998/ Prof. Dr. Heinz Mielke