10 Jahre Wohnen im Schloßblick zu Machern


Im November/Dezember 1993 wurden im neu entstandenen Macherner Wohngebiet Schloßblick die ersten Wohnungen bezogen. 4 Jahre später schrieb der Autor einen Leserbrief an die LVZ/Wurzener Tageblatt zum Thema „Fünf Jahre Schloßblick“, der dann am 8. 1. 1998 veröffentlicht wurde und hier auszugsweise wiedergegeben wird:
Am 7. Dezember 1992 berichtete das Wurzener Tageblatt vom ersten Spatenstich zum „Wohnpark mit Schloßblick“. Ausgeführt wurde dieser am 5. 12. 92 vom damaligen Bürgermeister der Gemeinde Horst Kretzschmar, nach dessen Worten es der Beginn des ersten großen Wohnungsbaues in Machern nach Jahrzehnten sei. Die damals bekanntgegebenen Zielstellungen wurden tatsächlich alle, auch zeitlich gesehen, geschafft, gegenständlich gesehen später sogar übertroffen. So entstanden nicht 41 Häuser, sondern 88 („eine Hausnummer gleich ein Haus“ H. M.). Somit wurden nicht 260 Wohnungen, sondern 488 errichtet, und zwar als Ein- bis Vierzimmerwohnungen in drei verschiedenen Häusertypen mit jeweils sechs oder neun Wohnungen und große Wohnungen in 20 Reihenhäusern sowie in vier Einfamilienhäusern und in einem Zweifamilienhaus.
Im Wohngebiet „Schloßblick“ mit den Straßen „Schloßblick“ und „Zum Wiesengrund“ leben gegenwärtig etwa 1100 Menschen. Das sind mehr als ein Viertel aller 4000 Macherner. Junge Familien mit Klein- und Schulkindern überwiegen. Und die in den Wohnpark „eingestreuten“ Senioren müssen sich bei soviel Jugend einfach jung fühlen, soweit die Gesundheit es entsprechend zuläßt. Sie wohnen ja auch alle mit den anderen in einer ordnungsamtsmäßig verordneten Spielstraße, sprich in einem „verkehrsberuhigten Bereich“. Dort ist allerdings für alle, auch für die „jungen dynamischen“ Autofahrer Schrittgeschwindigkeit geboten.
Was charakterisiert  den „Schloßblick“ weiterhin als phänomenal?
Von den ungefähr 170 Kindern des Macherner Kindergartens „Zeititzer Weg“ kommen mehr als ein Drittel aus dem „Schloßblick“. Zu den Schulzeiten fahren täglich 7.15 und 7.30 Uhr Busse zu den Schulen in Machern und Püchau. Vollbesetzt sind nachts meistens die mit 556 Parkplätzen und 129 Garagen anzugebenden berechtigten Autoabstellorte. Katzen gibt es bestimmt viele. Die etwa 60 Hunde lassen einen tiefen Einblick in Rassenvielfalt und –mischmasch  zu. Dankbar genießen die „Schloßblick“-Einwohner und –Besucher die vielen schön angelegten und gut gepflegten Balkonbepflanzungen und das Grünen und Blühen in den Gartenanteilen der Wohnungen und auf einem großen Teil der allgemeinen Grünflächen.
Was wird aber mit den bestehenden und neu entstehenden Problemen im „Schloßblick“? Am 25. 11. 97 fand auf Einladung der Macherner Gemeindeverwaltung eine Beratung statt, auf der vorrangig Probleme der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im „Schloßblick“ (Parkplätze, Spielplätze, Müllplätze, Bolzplatz u. a.) behandelt und ein Beirat zur Problemlösung gebildet wurde.
Soweit der Leserbrief von 1998. Im September 1993 entstand das nachfolgende Bild, auf dem im Vordergrund das im Bau befindliche Baufeld 2 und hinten die bezugsfertigen Gebäude des Baufelds 1 zu sehen sind.


Das Macherner Wohngebiet Schloßblick 1993

Betrachtet man die danach folgenden Jahre bis heute, so ist im Schloßblick bei geringen baulichen Veränderungen – es kamen 11 Einfamilienhäuser dazu - eigentlich fast alles so geblieben, wie es im oben angeführten Leserbrief beschrieben wurde.


Das Macherner Wohngebiet Schloßblick in einer Totalansicht zu Ostern 2002
(Foto: Eva-Maria Herfurth)

Natürlich ist das Wohngebiet durch die Natur und die Bewohner in den vergangenen Jahren noch grüner und bunter geworden. Nicht  selbstverständlich war es, dass die mit manchmal bis zu 15 Personen freiwillig aktiv gewesene  Schloßblick-Bürgerrunde (s. o. Beirat zur Problemlösung) vieles Gute erreicht hat wie Bürgerbefragung, Kinderfest, Bolzplatz, Wegweiser, Verkehrsberuhigung, Parkplatzerweiterungen, Prellböcke und auch weitere Anregungen zur Verbesserung der Lebensqualität geben konnte wie Müllplatzsauberhaltung und Anfahrtsänderungen für dessen Nutzung. Zugenommen haben die Wohnungswechsel, sodass jetzt vermehrt  Aus- und Einzüge und auch leerstehender Wohnraum zu beobachten sind. Ungefähr 40 Wohnungen stehen im genannten Wohngebiet leer. Die Einwohnerzahl im Wohngebiet Schloßblick liegt gegenwärtig bei etwa 1110, die der Gemeinde Machern bei etwa 6700 und des Ortes Machern, zu dem der Schloßblick gehört, bei etwa 4300.
Die  Kinder im Schloßblick sind meist lustig und fröhlich, sie toben und schreien oft, lernen und spielen gern, wie sie es auch lieben zu skaten und zu bolzen und andere Sportarten in den großartigen Sportstätten von Machern zu betreiben. Der Anteil der Schloßblick-Kinder an denen der Macherner Kindertagesstätte „Zeititzer Weg“ beträgt mit etwa 60 Kindern weiterhin ein Drittel an der jetzt auf 181 erhöhten Platzkapazität.
Die Anzahl der geliebten Katzen und Hunde scheint im Schloßblick inzwischen etwas niedrieger als vor 5-6 Jahren zu liegen. Für etwa 50 Hunde entrichten Schloßblick-Bewohner gegenwärtig  die Hundesteuer.
Es kann hier nicht auf alles eingegangen werden. Viele schöne und informative Bilder existieren vom Leben im Schloßblick. Hier sollen   zwei Bildern direkt gezeigt werden, und zwar mit dem anerkennenden Dank für ein „10jähriges gutes postalisches Schloßblick-Miteinander“ für die "Schloßblick-Postfrau“ Gitta Freiberg.


Postfrau Gitta Freiberg:   ab 2002 mit Postauto       und    1997 noch mit Posttfahrad

 Nun folgt  das Gedicht „Zeitliches“ aus dem Gedichtband „Bescheidenheit und andere Laster...“ von Uwe Johannsen, erschienen 2003 im Schkeuditzer Buchverlag unter der ISBN 3-925530-25-0, als Ausklang von „10 Jahre Wohnen im Schloßblick zu Machern“.

                                        Zeitliches
                   Die Uhr, die tickt,                                      Und so ist´s, wie ich find´,
                   das Pendel klickt,                                       mit jedem Menschenkind:
                   der Zeiger drehet seine Runden,                Als Winzling aus der Mutter Schoß
                   aus Augenblicken werden Stunden,            kommt es gequetscht und völlig bloß,
                   aus diesen, das ist keine Frage,                  tritt in die Zeit noch unbewußt,
                   zusammenfügen sich die Tage.                   doch bald schon spürt es Lebenslust:
                  Und eh´ man es so recht gewahr,                 Schreit, saugt, bewegt sich oder schläft,
                  ist schon herum ein ganzes Jahr.                  macht ganz natürlich sein Geschäft,
                  Die Jahre komm´ und geh´n,                        erprobt mit allen Sinnen
                  denn Zeit, die bleibt nicht steh´n.                das Draußen ebenso wie´s Drinnen

                                              Das heißt: Es lebt – und zwar gescheit -,
                                              weil es nicht achtet auf die Zeit!
                                              Und was beim Säugling eine Tugend,
                                              gilt auch der Kindheit und der Jugend,
                                              auch gilt es gänzlich bei Adulten,
                                              sogar im Alter mit Insulten:
                                              Lebe die Zeiten, leb´ sie voll aus,
                                              ob sie nun glatt sind oder kraus,
                                              nutzt du die Zeit so – angemessen,
                                              kannst du die Zeit getrost vergessen.



Machern, 11. 11. 2003/Prof. Dr. Heinz Mielke