Pferde-Geschichten aus Machern

Pferde-Geschichten eines Tierarztes aus Machern in Sachsen

Einleitung

Aus dem "Vollständigen Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen" erfährt man 1819 im Band 6, daß das bäuerlich-gutsherrschaftliche Dorf Machern damals 40 Häuser, 190 Einwohner, 104 Kühe und 14 Pferde besaß und daß das vom Grafen Carl von Lindenau 1802 verkaufte Macherner Rittergut "mit 2 Ritterpferden verdient wird". Der Pferdebesatz in Machern änderte sich später zeitgemäß sowohl zunehmend als auch abnehmend. 1947 waren es 59, mehrheitlich Arbeitspferde, 1977 nicht mehr als 10, fast nur noch Freizeitpferde. 1997 stehen in Machern und seinem Ortsteil Posthausen mit 4030 Einwohnern ungefähr 90 Freizeitpferde, also eine beachtliche Zahl. Um sie geht es in den nachfolgenden Geschichten vorrangig. Die ersten drei sind allerdings Historie-bezogen und mit den beiden Grafen von Lindenau verknüft, deren Wiegen im Schloß Machern standen und deren beider Tätigkeiten als Stallmeister und Oberstallmeister im kurfürstlichen Sachsen beziehungsweise als Kavallerieoffizier, Reisestallmeister, Vice-Oberstallmeister und Oberstallmeister im königlichen Preußen stark pferdeverbunden waren. Die letzte Geschichte betrifft das von Machern 3 km entfernte Altenbach.

Von einem malerischen Deckenfresko und einem alten Leibreitpferd

Sonnenwagen-Pferde

Die Geschichte von "Helios' Rossen": Durch die Heirat mit Auguste Charlotte, verwitwete von Kühlewein, geborene von Seydewitz wurde Heinrich von Lindenau 1754 Besitzer des schon damals sehr berühmten "Auerbachs Hofes" in Leipzig, in dem er sich auch als Reichsgraf, kurfürstlich-sächsischer Oberstallmeister, Geheimer Rat und Exzellenz gern der Öffentlichkeit mit roter Schärpe zeigte. Nach seinem Tode 1789 ging dieser sächsische Besitz in die Hände seines in Preußen als königlicher Oberstallmeister dienenden, aber bis 1802 auch noch auf Schloß Machern residierenden Sohn, Carl Graf von Lindenau, über. Sowohl der Vater als auch der Sohn saßen als anerkannte "Pferdepäpste" Sachsens und Preußens zu ihren Zeiten oft und gern im Paradesaal des "Auerbachs Hofes" unter dem repräsentativen Deckenfresko "Helios im Sonnenwagen", das der Gothaer Hofmaler Johann Heinrich Richter 1720 geschaffen hatte: "Helios, der jugendliche, strahlende, gewaltige Sonnengott der Griechen, fährt mit seinen feurigen Sonnenrossen, aus dem Okeanos kommend, über den Himmel, die Sonne als Bewahrer des Lebens manifestierend." Es handelt sich bei den "Sonnenrossen" um virtuelle Pferde, die fast 90 Jahre den aus Machern stammmenden Lindenau-Grafen gehörten und die heute noch an der Decke des Jeans-Ladens in der Leipziger Mädler Passage, Ausgang Neumarkt bewundert werden können. An diese Decke ließ der Leder- und Kofferwarenfabrikant Anton Mädler das Gemälde 1912 beim Umbau des Auerbachs Hofes zu der nach ihm benannten Passage mit Auerbachs Keller bringen. 1969 wurde es von M. Schulz restauriert

Leib-Pferde

Die Geschichte von "Condé": Der preußische König Friedrich II. besaß mehrere von ihm geliebte Leibreitpferde. Eines bevozugte er aber besonders, den Fliegenschimmel-Wallach "Condé". Um ihn ranken sich viele Geschichten. Eine ist verknüpft mit Carl Graf von Lindenau, der nach dem Tode von Friedrich II. bei dessen Nachfolger Friedrich Wilhelm II. zum Oberstallmeister avancierte und in dieser Funktion die Verantwortung zu tragen hatte für eine strenge Befolgung der testamentarischen Order von Friedrich II., dem "Condé" auf königlichen Weiden einen schönen "Lebensabend", das "Gnadenbrot", zu gewähren. So befahl der Oberstallmeister , daß "Condé" bis 1790 in dem von ihm neu erbauten Friedrich-Wilhelm-Gestüt in Neustadt an der Dosse in Pflege und Futter genommen wurde, danach aber auf die Wiesen der Königlichen Tierarzneischule mitten in Berlin kam, dessen Generaldirektor er von der Gründung 1790 bis 1806 war. Die Wiesen breiteten sich rund um die von C.G.Langhans erbaute Zootomie aus, wie es das Gemälde von A. Niegelsjahr von 1797 zeigt, im Vordergrund mit Condé. Dieser verstarb 38jährig 1804. Bis heute ist sein Skelett an den Nachfolgeeinrichtungen der genannten Tierarzneischule erhalten geblieben. 1990 wurde es anläßlich des 200jährigen Gründungsjubiläums der veterinärmedizinischen Ausbildung in Berlin auf einer Ausstellung der Veterinärmedizinischen Fakultät der Humboldt- Universität zu Berlin öffentlich gezeigt. Zusammen mit dieser Fakultät wurde es dann 1995 in den Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin überführt .

Von einem sächsischen Gestüt und einem Klasse-Rennpferd

Stuterey-Pferde

Die Geschichte von "Apena La": Von 1759 bis 1763 war Heinrich von Lindenau Stallmeister des kurfürstlich-sächsischen Gestütes Torgau-Graditz und leitete verantwortlich die Geschicke dieser Pferdezuchteinrichtung. Sein Bruder Friedrich von Lindenau diente bei ihm als Unterstallmeister. Das ist historisch deshalb erwähnenswert, weil in einer Reihe auch anerkannter und geschätzter Pferdezucht- und Gestütsbücher die Stallmeistertätigkeit von Heinrich von Lindenau in Graditz fälschlich auf die Zeit von 1759 bis 1804 datiert wird. Aber schon 1763 folgte dieser dem Ruf als Oberstallmeister nach Dresden, wo er nach 23 Jahren abdankte und dann 1789 in Machern verstarb. Nachfolgender Stallmeister in Graditz war von 1763 bis 1804 sein Bruder Friedrich. Ob Heinrich von Lindenau, der damals gleichzeitig auch Herr und Patron von Machern und Zeititz sowie von Gotha und Kossen war, jemals für kürzere oder längere Zeit das von Daniel Pöppelmann 1723 erbaute schöne Graditzer Gestüts-Barockschloß als Wohnresidenz nutzte, ist nicht nachweisbar. Spätere Stallmeister bzw. Landstallmeister, wie die Grafen Georg und Siegfried von Lehndorff, die berühmtesten unter ihnen, taten es.
Mit dem Wiener-Kongreß 1815 wurde Graditz durch Abtrennung von Sachsen zum königlich-preußischen Gestüt. Es begann sein zuchtgeschichtlich bedeutenster Abschnitt mit dem Englischen Vollblut als tragender Bestandteil. Nebenher lief auch die Halbblut-Zucht weiter. Die Trakehner Pferde bestimmten die Graditzer Tradition in hohem Maße. Und das auch durch das grundsteinlegende Vorauswirken von Carl Graf von Lindenau als Oberstallmeister in Preußen von 1788 bis 1808, der in dem Hauptgestüt Trakehnen in Ostpreußen seinerzeit einen neuen "Zuchtwind" entfachte.
In den heutigen Anlagen des wieder Sächsischen Hauptgestütes Graditz wird bei Einsatz des alten Brandzeichens ("schlangengewandt und pfeilschnell") die Tradition des Reitpferdebrandes fortgesetzt. Leiter des Hauptgestütes ist Steffen Bothendorf. Die tierärztliche Betreuung der Gestütspferde lag viele Jahre bis 1980 verdienstvoll in den Händen von Dr. Ruth Filzinger aus Torgau und erfolgt ab 1984 durch DVM Hartmut Lohr aus Prausitz. Zwei Drittel der Gestütsanlagen sind als Pilotprojekt des Freistaates Sachsen unter einheitlicher Führung an den bayrischen Unternehmer Markus Buchner verpachtet, der die Englische Vollblutzucht mit eigenem Personalbestand und rund 100 Pferden fortsetzt. In diesem "historischen Zog" sind auch die bemerkenswerten Rennerfolge der Graditzer Stute "Apena La" zu sehen (1. beim "Preis von Köln" am 22.9.1996).

Von drei lieben Ponys und einem geduldigen Kleinpferd

Schloß-Pferde

Die Geschichte von "Tim, Tom und Max": "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen!" Das traf in diesem Jahr auch auf die "Herrin" von Schloß Machern, Frau Dr. Eveline Heigel, hinsichtlich ihrer Schottlandreise zu. In Schottland gibt es bei allen Schlössern mit Besucherzugang eine Art "Streichelgehege" mit Schafen und Ponys. Warum sollte so etwas nicht auch für Machern eine Attraktion sein! Förderverein und Sponsoren halfen. Und es entstanden an der Schloßmauer zwei Gehege mit Hütten für Streicheltiere. Letztere wurden im August/September angeschafft. Nun tummeln sich dort drei Kamerunschafe, zwei Heidschnucken und die drei Ponys "Tim, Tom und Max". Alle Tiere sind in guter Pflege und Obhut, wobei auch Kindern unter Anleitung von Erwachsenen interessante und lohnende Betätigungen geboten werden. Die veterinärmedizinische Versorgung der Ponys erfolgt durch den Macherner Tierarzt Dr. Jürgen Bufe.
Zum diesjährigen Macherner Schloß- und Parkfest erregten die "Streicheltiere" bei vielen Besuchern besondere Aufmerksamkeit. "Tim und Max" drehten auf der Schloßwiese Runde für Runde. Fachkundig geführt, verschafften sie vielen Kindern ein unvergeßliches Reiterlebnis auf dem warmen Pferderücken. Was kann wohl mehr entzücken? Und das Pony-Reiten am Schloß Machern soll weiter gehen.

Kinderheim-Pferde

Die Geschichte von "Pascha": Es war 1992 die Idee des Macherner Kinderheims im Eichenweg, sowohl aus erzieherischen als auch aus therapeutischen Gründen und zum Wohlbefinden der Heimkinder durch besondere Streicheleinheiten einige Kleinpferde in ihrem Gelände zu stationieren. 1993 konnten drei Pferde erworben werden. In einem Rundstall mit angrenzender Koppel, nur 40 m vom Heimgebäude entfernt, erhielten zwei Kleinpferde, darunter die Schecken-Stute "Marlitt", und ein Pony-Schimmel ein neues Zuhause zusammen mit den schon dort untergebrachten Kaninchen und Meerschweinchen. "Marlitt" tat sich bald mit einer ersprießlichen Fruchtbarkeit hervor. Sie bescherte den Kindern des Heimes in den folgenden Jahren zwei Fohlen, die ihnen viel zusätzliche Freude bereiteten. Die Kinder wurden von Anfang an in die Pflege und Haltung der Pferde mit einbezogen, was ihnen eine neue Erlebniswelt eröffnete und gleichermaßen Ordnung und Disziplin verlangte. Zu dem angestrebten Therapie-Reiten benötigte man ein sehr ruhiges und geduldiges Tier. Das kam dann durch Tausch eines Kleinpferd-Schimmels namens "Pascha" aus Altenbach ins Kinderheim. Von nun an wurde das therapeutische Reiten mit "Pascha" für die Heimkinder eine dolle Sache. Es findet unter der fachlichen Anleitung und unmittelbaren Betreuung der versierten Physiotherapeutin Frau Winkler, der Frau des Wurzener Amtstierarztes Dr. Albert Winkler, und unter Mithilfe von Thomas von Durschefsky vom Kinderheim bei gutem Wetter wöchentlich einmal statt und wird im Schritt und im Trab auf dem Rücken von "Pascha" mit den Kindern praktiziert. Auf dem Bild sind die Jungen der ersten Gruppe des Therapiereitens im Kinderheim Machern GmbH zusammen mit ihrem Pferd "Pascha" sowie mit Frau Winkler und Thomas von Durschefsky zu sehen.

Von Sport- und Freizeitreitern und neuzeitlichem Leibreitpferd

Sport-Pferde

Die Geschichte von "Schiroko": Die Macherner Reitsportler sind in der "Abteilung Reiten" des Sportvereins "SV 90 Machern e.V." organisiert und trainieren hier erfolgreich, wie das die Ergebnisse von Reit- und Springtunieren in Nah und Fern auch in diesem Jahr ausweisen.So belegte kürzlich die junge Reiterin Romy Porsch auf "Adriano" Platz 3 in der Springprüfung der Klasse A und Platz 5 in der Dressurprüfung der Klasse A beim Reit- und Springtunier 1997 in Wolfshain. Der "Reit- und Pensionsstall Merx" in Machern spielt dabei eine nicht unbedeutende Rolle. Hier vermitteln die beiden Sportreiter Cathleen Merx, Stallbesitzerin, und ihr Mann Andreas, Computerfachmann, dem Nachwuchs und Erwachsenen pferdebezogen ihre großen Erfahrungen, ihr sportliches Können und Wissen. Zeitweise haben sie mehr als 7 Kinder und Jugendliche in ihrer Trainingsgruppe. Die Familie des Trebsener Tierarztes Dr. Matthias Mütze reitet auch für "SV 90 Machern", wobei seine Frau, Dr. Kerstin Mütze, bereits beachtliche Erfolge in Dressurprüfungen erzielte. Dr. Matthias Mütze ist Fachtierarzt für Pferde und betreut diesbezüglich die Tiere des "Reit- und Pensionsstalles Merx". Die neue große Reithalle mit Außenstallboxen bietet für den reitsportlichen Enthusiasmus und das Training neue und verbesserte Voraussetzungen, von denen auch die Freizeitreiter profitieren, die ihre Pferde in der Merx-Pension untergebracht haben.
"Schiroko" ist ein 25 Jahre alter Fuchs-Wallach, der bei Merx gegenwärtig sein "Rentnerdasein", manchmal sogar frei auf den grünen Flächen in unmittelbarer Nähe vom neuen Macherner Wohngebiet "Schloßblick", genießen darf, ähnlich wie der berühmte "Condé" vor 200 Jahren auf den Wiesen der Königlichen Tierarzneischule mitten in Berlin. Dieser war das Leibreitpferd von Friedrich II., jener das von Cathleen Merx. Mit ihm erreichte sie viele reitsportliche Erfolge. So wurde sie 1988 unter ihrem Mädchennamen Seifarth DDR-Jugendmeisterin im Springreiten. Schon seit dem 8. Lebensjahr ist Cathleen mit Pferden und dem Reiten verbunden. Ihre diesbezüglichen sportlichen Aktivitäten wurden besonders in der damaligen ZAF Cunnersdorf unweit von Machern unterstützt und gefördert. 1992 gründete sie den "Reit- und Pensionsstall Merx" und bietet Ausbildung von Reitern und Pferden, Pferdepensionen und Unterstützung beim Verkauf und bei der Vermittlung von Sport- und Freizeitpferden an. Wenn sie 1997 die Meisterschule in Zwickau/Chemnitz abschließt, dann stehen vor ihr als Pferdewirtschaftsmeister wiederum neue verantwortungsvolle Aufgaben, wie zum Beispiel auch die Ausbildung von Lehrlingen.

Pension-Pferde

Die Geschichte von "Goldkrone": "Goldkrone" ist ein typisches Pensionspferd und kann als Beispiel für Hunderte solcher Pferde in den verschiedensten Pferdepensionseinrichtungen rund um Leipzig angesehen werden. Es ist eine 10jährige Fuchsstute, die im "Reit- und Pensionsstall Merx" in Machern untergebracht ist. Dort wird sie gefüttert und erhält Auslauf auf den eingezäunten Weidenflächen oder wird durch Reiten bewegt. Dafür ist monatlich ein angemessener Obulus zu entrichten. Die Besitzerin von "Goldkrone", Dr. Evelin Ullrich, ist Tierärztin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Mikrobiologie und Mykologie an der Leipziger Veterinärmedizinischen Fakultät. So oft es ihr möglich ist und der Beruf und die Familie es ihr erlauben, kommt sie von Leipzig nach Machern, um mit "Goldkrone" Kontakt zu haben, das Pferd zu pflegen und auszureiten in die schöne Macherner/Zeititzer/Altenbacher Umgebung. Die Schönheit der Natur ist dabei das eine, das andere ist allerdings das dortige gespannte Verhältnis zwischen Freizeitreitern und Freizeitjägern. Fehlende oder nicht eingehaltene Zeitabsprachen können beim "Ballern" zum folgenschweren Scheuen der Pferde führen. Evelin Ullrich ist bemerkenswerter Weise nicht erst seit der Unterbringungung von "Goldkrone" bei Merx im Jahre 1993 mit Machern verbunden. Schon als 11jährige und später kam sie aus Leipzig öfter hierher, um bei Gustav Meding in Wenigmachern zu reiten und ihrer keimenden Pferdeleidenschaft zu fröhnen. Der hatte durch Viehhandel immer wieder einmal Pferde im Stall, auf denen die Kinder reiten durften.

Von besonderen Leidenschaften in der Hobby-Pferdehaltung

Fahrtouristik-Pferde

Die Geschichte von "Mandy": Vereine, Clubs, Gesellschaften wie auch Schul- und Kindergruppen können, so sie wollen und wie sie wollen, bei Gerd Schönherr in Machern geruhsame, fröhliche, festliche oder auch ausgelassene Kremserfahrten mit Groß- oder Kleinpferdbespannung bestellen und erleben. Diese seine Fahrtouristik wird besonders an Wochenenden und Feiertagen beansprucht. Kutschfahrten und Reittouristik hat er allerdings aus Zeit- und anderen Gründen jetzt stark eingeschränkt. Für ihn waren Pferde von eh und je das Hobby Nr.1. 1975 kam er nach Machern und erwarb dann 1982 sein "Ur- Pferd", die Kleinpferd-Schecke "Mandy". Von ihr ausgehend, vergrößerte er nach und nach seinen Pferdebestand durch Nachzucht sowie durch Zu- und Verkauf. So wechselte 1993 eine Tochter von "Mandy", nämlich "Marlitt", in den Stall des Kinderheimes Machern und vermehrte sich dort, wie beschrieben, ebenfalls ersprießlich. "Mandy" zog 1989 beim 2. Macherner Parkfest als Sattelpferd die Pony-Kutsche, mit der "Carl Heinrich August Graf von Lindenau", alias Michael Bachmann, zur Festeröffnung eintraf.

Hobby-Pferde

Die Geschichte von "Felix": Man muß ihn schon als einen "eingefleischten Pferdenarr" bezeichnen, den Lothar Krüger aus Posthausen , der 1978 aus Mecklenburg in diese Gegend nach Sachsen kam. Damals brachte er ein Pony mit und entpuppte sich von Anfang an als Pferdeliebhaber. Schon vor der Wende nannte er 10 Pferde sein eigen und pflegte und hegte sie. Später betrieb er zeitweilig eine "Private Hengsthaltung" mit 3 Hengsten. Seine Pferdeleidenschaft übertrug sich geradlinig auch auf seine 4 Söhne, so daß die Krüger-Sippe jetzt die Lasten, aber auch die Freuden von mehr als 30 Pferden zu tragen hat. Lothar Krüger ist besonders stolz auf seine Apfelschimmel, die Leichten Polnischen Kaltblüter. Sein stiller Wunsch ist der "Hochzeitszug total mit Schimmelbespannung". Ihn zu arrangieren, das wäre eine tolle Sache: voran eine vierspännige Pony-Kutsche mit den Blumenkindern, dann seine schon bekannte weiße Hochzeitskutsche mit dem Brautpaar und hinterher ein Kremser mit den Hochzeitsgästen.
Als ständiger Gast auf dem Havelberger Pferdemarkt brachte Lothar Krüger im September 1996 von dort die Kaltblutstute "Wally" als Zuwachs mit auf seine Zeititzer Weiden. Zu dieser Zeit etwas ungewöhnlich, entflammte bei "Wally" und dem in der Herde gehenden Warmbluthengst "Fluri" eine unkontrollierte Pferdeliebe, und 11 Monate später kam am 28.8. das Fohlen "Felix" nachts ohne Komplikationen auf einer Zeititzer Koppel gesund und munter als Kreuzungsprodukt von Kalt- und Warmblut zur Welt. Die tierärztlichen Erstversorgungen hatte Dr. Bernd Möhring aus Altenbach übernommen. An der Seite seiner Mutter und in mitten der 12köpfigen Pferdeherde gedeiht der auf dem Bild eine Woche alte "Felix" weiter prächtig.

Stammtisch-Pferde

Die Geschichte von "Gitte und Gerti": Im Oktober 1994 hatten Tierarzt-Professoren ihren Stammtisch vom Leipziger Ratskeller nach Altenbach in den dortigen "Reiterhof Kunze" verlegt. Zuvor waren sie noch in Machern den "Spuren der beiden Lindenau-Grafen" gefolgt, die sich vor ungefähr 200 Jahren, wie schon anderenorts beschrieben, als sächsische und preußische Oberstallmeister verdient gemacht hatten bei der Gründung der tierärztlichen Ausbildungsstätten in Dresden/Leipzig und Berlin.
Der "Reiterhof Kunze" wurde 1992 gegründet und entwickelte sich zu einer heute anerkannten und beliebten Pferdehofeinrichtung im Wurzener Raum mit vielseitigen Aktivitäten auf dem Gebiet der Reit- und Fahrtouristik. Anders als im "Reit- und Pensionsstall Merx" in Machern können in Altenbach Erwachsene und Kinder gegen Bezahlung stundenweise auf Reiterhof-eigene Pferde oder Ponys zum Freizeitreiten, wie auf dem Bild zum " Ausritt in Familie", steigen. Das kam dem Stammtisch auch zugute. Außer den vorzüglichen Übernachtungsmöglichkeiten und der guten kulinarischen Versorgung in der Reiterklause wurde dem Stammtisch freizügiges Reiten in der Reithalle geboten. Dazu standen die beiden Edlen Warmblutstuten "Gitte und Gerti" gestriegelt und gesattelt bereit und forderten von den "Mutigen", Jahre zurückliegende Kenntnisse und Erfahrungen wieder zu aktivieren, und brachten diese "Mutigen" sogar bis zum Schwitzen. Unter fachkundiger Anleitung ging es im Galopp auch über 60 cm hochliegende Balkenhindernisse. Ende gut, alles gut - dank der beiden Stammtisch-Pferde "Gitte und Gerti". Das Fotomontagebild zeigt sie beide mit den "Stammtisch-Reitern" (v.l.n.r.: Mielke, Schäfer, Koch, Mehlhorn, Tröger). Auf sie blickt Picasso hintergründig verschmitzt und denkt dabei an seinen berühmten Ausspruch: "Man braucht sehr lange, um jung zu werden." Und andere fügen oft die "bittere" Erkenntnis hinzu: "...und manche schaffen es trotz aller Mühe nie."


Alle Bilder mit Unterschriften.
Bilder (I) mit Unterschriften zu den ersten fünf Geschichten.
Bilder (II) mit Unterschriften zu den nächsten fünf Geschichten.

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Machern, 16.11. 1997/ Prof. Dr. Heinz Mielke
Last updated: 17.01.1998