Der Pehritzschberg von Machern

Der Pehritzschberg von Machern

Kiesgruben und Mülldeponie, Rekultivierung, Windkraftanlage und Golfsportbetrieb

Der Endmoränenhügel und die Kiesgewinnung und Mülldeponierug

Der Pehritzschberg ist ein Endmoränenhügel, der sich sich nördlich vom Macherner Ortskern am Plagwitzer Weg befindet und eine Höhe von 168 m aufweist. Er liegt im offenen Agrar- und Golfplatzland mit randlichen Waldgebieten. Entstanden ist er in der Saale-Eiszeit vor 150000 Jahren als sandig-kiesiger Höhenzug. Die innere Stuktur des Berges offenbart sich heute noch am Berganschnitt in der hinteren der beiden Kiesgruben (Bild).

Die Kiesgewinnung stand viele Jahre im Vordergrund der wirtschaftlichen Nutzung durch die Macherner Bauern Arndt und Brückner, den Wurzener Fuhrunternehmer Nitze und die Gemeinde Machern. So wurden in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts für den Bau des Fliegerhorsts Brandis große Mengen Kies von hier benötigt. Beim Kiesabbau kam lange Zeit das Hacke-Schaufel-Lore-Rampen-Prinzip, in jüngerer Zeit dann das Bagger-Zugmaschinen-Prinzip zum Einsatz. Restteile von zwei Rampen sind noch vorhanden.
Die vordere Kiesgrube diente nach ihrer Stilllegung ab1950 bis 1990 der Gemeinde Machern als Hausmülldeponie.

Das Restloch dieser Altdeponie soll mit Erdstoff aus der Umgebung weiter so verfüllt werden, dass es sich niveaumäßig dem Bergrand angleicht.

Die Bergkuppe ziert seit langem eine große gelbe Planierraupe, die als technisches "Gipfel-Denkmal" betrachtet werden kann.Von ihr hat man einen phantastischen Rundumblick. Der südliche Mittelabschnitt des Berges mit der Altdeponie ist seit 1997 Pachtland von Frank Neumann aus Machern. Im vorigen Jahr begann dieser dort mit der Anlage von zwei Streuobstwiesen und mit Laubholzaufforstungen entsprechend einem staatlich bestätigten Rekultivierungsprogramm. Weitere Projekte harren der Planung, der Genehmigung und der Verwirklichung. Im Gemeindeblatt Machern Nr.72 vom 12. 11. 2000 erschien folgende Anzeige von ihm:

Die hintere Kiesgrube war bis 1990 in Betrieb. Besitzer war von 1952 bis 1998 die Gemeinde Machern in Rechtsträgerschaft. Der Kiesabbau erfolgte erst in Regie des Kreisbaubetriebes Wurzen, dann durch den Dienstleistungsbetrieb der Gemeinde Machern. Heute gehört die Kiesgrube mit ihren Randflächen als Nordteil des Berges mit zum Golfsportbetrieb, dessen Besitzer Charlotte Hochstädter ist. Die Kiesgrube wird gegenwärtig nicht genutzt. Auf den Randflächen stehen die Wirtschaftsgebäude des Golfplatzbetreibers mit Arbeitsgerätschaften und -materialien für die Rasenpflege und die anderweitige Bewirtschaftung des Golfplatzes, der sich auf 80 ha westlich und nördlich des Pehritzschberges bis zum Tresenwald und Iristeich ausbreitet. Auf der südwestlichen Seite des Pehritzschberges ist ein kleiner Bodenzipfel mit festem Laubengebäude seit langem als Pfarrlehn im Besitz der Kirche zu Machern und dient vorrangig Erholungszwecken. Auf der südlichen Seite gehören die beiden hintereinander liegenden Hanggrundstücke mit festen Wohnhäusern den Familien Klein und Arndt. Die östliche Seite des Berges begrenzt der Plagwitzer Weg.

Die Neuen der Berggeschichte mit Windkraftanlage und Golfsportbetrieb

Zwei Neue schreiben am Pehritzschberg neue Macherner Geschichte. So darf man es wohl ausdrücken, wenn dort Dinge in Angriff genommen wurden, die für die meisten Macherner neu und teilweise auch ungewollt sind. Es handelt sich dabei um Rekultivierung von Unland und um eine Großwindkraftanlage sowie um einen modernen 18+6-Loch Golfplatz. Alles liegt im Trend der Zeit und könnte den Menschen sehr dienlich sein: denn einerseits wird die Natur vom Menschen durch ökologische Energiegewinnung auch für technische Zwecke nutzbar, und andererseits wird die Natur als Stimulator nutzbar für die biologische Energieumsetzungen mit dauerfristiger hygienischer Stabilisierung des Menschen durch Sport und Naturerlebnis. Doch beides ist in dieser Form auch aufwendig und teuer.
Wer sind die beiden Neuen am Pehritzschberg in Machern? Beide sind sie große Hundeliebhaber und engagierte Menschen, die aber formell miteinander weiter nichts verbindet, als dass sie Nachbarn auf neu erworbenen Grundstücken wurden, deren Grenze von West nach Ost durch die Bergesmitte verläuft, dort wo einmal, allerdings nach unbestätigten Aussagen, eine Herrstraße entlang führte. Ideell verbindet sie aber eine Promotion-Liebe zu Machern.

Frank Neumann

Frank Neumann (56) ist anerkannter Züchter im Verein Deutsche Spitze e.V. und besitzt in der Macherner Rudolph-Breitscheid-Straße den "Kleinspitzzwinger von Schloß Lindenau". Er züchtet erfolgreich die seltenen braunen Kleinspitze. Von Beruf ist er Ingenieur und Unabhängiger Technischer Sachverständiger.

Frank Neumann mit 3 seiner Zuchthunde auf dem "Gipfel-Denkmal" des Pehritzschberges.

Bemühungen von Frank Neumann um die Nutzung von Windkraft am Pehritzschberg blieben bisher weitgehend erfolglos, da seine Konsensversuche zur planungsmäßigen Einordnung von Windenergieanlagen im Macherner Gemeindegebiet durch den Gemeinderat mehrfach abgewiesen wurden. Im März 2000 ließ er für die Investitionsweiterführung den Firmensitz mit der Anschrift: Neumann - Windstrom KG, Plagwitzer Weg 11, Machern, registrieren. Sein futurischer Ausblick richtet sich hier einerseits auf eine Großwindkraftanlage vom Typ E 66 mit begehbarem Aussichtsrondell in 65 m Höhe als touristische Anziehung für Machern und andererseits vorrangig aber auf die preisgünstige Bereitstellung von natürlicher Energie im näheren Umfeld.

Charlotte Hochstädter

Charlotte Hochstädter (35) ist Geschäftsführer und Mitgesellschafter der Albatros Golfsport GmbH, Plagwitzer Weg 6d, Machern, und Präsident des Golfclubs in Machern. Auf ihre Initiative hin erhielt dieser den Namen "Golfclub Leipzig - Schloßpark Machern e.V.". Seit 12 Jahren ist sie, die zuvor Jura studierte, mit dem Golfspiel eng verbunden. Kürzlich erhielten sie und ihr Lebenspartner Klaus-Dieter Jahr den Siegerlobeer im Audi Quattro Cup in Machern. Ihr ständiger Begleiter ist Apollo, ein achtjähriger Rüde mit Großvaterehren im Register der Deutschen Doggen.

Charlotte Hochstädter mit ihrer Dogge Apollo auf dem Pehritzschberg mit Ausblick hinunter zum Golfplatz.

Bei den Bemühungen von Charlotte Hochstädter um die weitere erfolgreiche Führung und Nutzung des Golfplatzes geht es vorrangig um Verbesserung und Perfektionierung des Begonnenen. Das bedeutet, dass die Trainingstermine für Schnupperkurse, Anfänger- und Fortgeschrittenen-Kurse und Spezialkurse sowie die dienstäglichen Ladies Days und die mittwöchlichen Men Days gewährleistet werden und die Wettspielkalender mit ihren interessanten Turnieren in Machern erfolgreich umgesetzt werden. Nicht mehr futuristisch, sondern wirklichkeitsnah ist ihr Blick auf das zubauende Clubhaus des Macherner Golfclubs mit Restauration und gemütlichen Clubräumen, mit Sekretariat, Pro-shop, Caddy-Raum und Umkleideräumen sowie mit einer großen Sonnenterrasse direkt auf dem Golfplatz.

So gibt es denn auch :

Die Macherner Natur-Sinfonie


Machern, 07. 01. 2001/Prof. Dr. Heinz Mielke