Ehemalige Schauplätze der Kinder- und Jugendfreundlichkeit in Machern

4. Ferienheim und Schulungszentrum des Rates der Stadt Leipzig an den Lübschützer Teichen

Von 1954 bis 1958 wurde auf einem großflächigen Waldstück an den Lübschützer Teichen von den Hausmeistern des VEB Haus- und Grundbesitz Leipzig, später VEB KomunaleWohnungsverwaltung Leipzig (KWV), ein solider zweiflügliger Gebäudekomplex mit Haupt- und Seitengebäude gebaut zur Nutzung als Erholungs- und Ferienheim für die Mitarbeiter ihres Betriebes, für deren Kinder und Familien (s.Bilder). Es wurden dabei mehr als 60 000 freiwillige Aufbaustunden geleistet.


Sport- und Spielplatz an der Nordseite des Ferienheimes



Mitarbeiterinnen des Ferienheimes mit ObjektleiterWerner Fleischer vor dem Haupteingang an der Südseite des Hauptgebäudes (2 Fotos: privat)

Ab etwa 1970 wurde die Einrichtung zum Schulungszentrum des Rates der Stadt Leipzig unter Beibehaltung der Ferienheimfunktion zu Zeiten der Schulferien. Dann waren immer 30 bis 40 Kinder je Belegung zu Spiel, Spaß und Sport  in der sauberen Waldluft und beim Baden im Sahlweidenteich anwesend. Die stets gute Verpflegung wie auch die Ruhepausen  und die gute Betreuung der Kinder trugen zu guten Erholungseffekten bei. Großen Anteil daran hatten der Objektleiter Werner Fleischer, der von 1958 bis zu seinem Tode 1987 dort wirkte, und seine Mitarbeiterinnen (Bild). Das Schulungszentrum für die Erwachsenen stellte aber nicht weniger hohe Anforderungen an das Personal. Wurden doch in den 1980er Jahren viele Mitarbeiter der verschiedensten Einrichtungen des Rates der Stadt Leipzig in die Schulungen an den Lübschützer Teichen einbezogen.  Auch internationale Gäste waren häufig vor Ort, sodass Namen wie „Internationaler Gästehof“ oder „Ferienhotel“ für die Einrichtung belobigend die Runde machten.
Das Heim war einst ein Schauplatz der Kinder- und Jugendgfreundlichkeit in Machern, das gern von den Leipziger Kindern genutzt wurde. Bei den Macherner Einwohnern selbst war es, wohl auch durch seine versteckte Lage bedingt, wenig bekannt. In den 1990er Jahren wies in der Macherner Dorfstraße ein Schild mit großer Aufschrift den Weg zum Schulungszentrum des Rates der Stadt Leipzig an den Lübschützer Teichen. In der Broschüre „Die Waldgartensiedlung an den Lübschützer Teichen“ (2003) und gleichlautend auch im Gemeindeblatt Machern Nr. 126 (2005) erfährt man, dass das Gelände des „Erholungs- und Schulungsheimes“, wie es dort heißt, 1954 von der Siedlung abgetrennt und von der Forstwirstschaft Grimma betreut wurde. Dann wurde das Heim gebaut.
Von der leitenden Bestandsreferentin des Stadtarchivs Leipzig stammt die Auskunft, „dass das Schulungszentrum des Rates der Stadt Leipzig in Machern, Lübschützer Teiche  zum 30. April 1999 geschlossen wurde".  Vor 1990 war es in „Eigentum des Volkes“ , danach wurde es dem Rat der Stadt Leipzig
übertragen, der es im Jahre 2003 in Privathand verkauft hat. Da offenbar keine zwingenden Zukunftsperspektiven für den Gebäude-Geländekomplex bestehen, sind begonnene Restaurierungen und Sanierungen nur langsam im Voranschreiten, soweit das von außen beurteilt werden darf (Bilder).

Aktuelle Bilder vom ehemaligen Ferienheim und Schulungszentrum des Rates der Stadt Leipzig an den Lübschützer Teichen in Machern


Vom Einfahrtstor  Blick auf das in Sanierung befindliche Hauptgebäude (
rechtsseitig Hütte vom Bewachungshund )



Herbstlich verfärbtes Spiel- und Waldgelände, links ist Teil des Seitengebäudes sichtbar(2 Fotos: H. Mielke)


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Machern, 14. 12. 2009 /Prof. Dr. Heinz Mielke/