Die schönen Jahreszeiten 2007 im Macherner Schloßpark

1. Frühlingsboten: "Und immer wieder kommt ein neuer März!"

Trotz möglichen Klimawandels und ungewöhnlich warmer Winterszeit wird das Frühjahr auch 2007 nicht übersprungen. Es begann diesmal schon 14 Tage früher Boten auszusenden, wenn man die Kornelkirschblüte des vergangenen Jahres als Vergleich heranzieht. Der 12. März war heuer ein wunderbarer Früh-Frühlingstag, an dem die ersten 3 Bilder dieses Beitragsteiles geschossen wurden. Im Park am Schloß und an den Hecken des Wohngebietes Schloßblick sah man das Gelbblühen der Kornelkirschen (Bild), das immer stark mit dem der Forsythie konkuriert. In den vergangenen 2 Jahren waren keine Schwäne auf dem Schwemmteich des Schloßparks. Jetzt ist wieder ein Paar gelandet und verbringt die Zeit nicht nur hier, sondern auch auf dem benachbarten Mühlteich (Bild). Es hat sich hier "inventarisiert"   mit dem Bau eines "Liebesnestes" und dem Brutgeschäft und erhielt die Namen Tristan und Isolde. Prachtvoll wirkte im Wohngebiet Schloßblick die große weiß blühende Mirabelle (Bild). Die Paulownia tomentosa, der Blauglockenbaum, blühte ganz in blauviolett, gleichfall wie die beiden anderen genannten Bäume vor dem Blattaustrieb (Bild). Weiß blühten  schon Anfang Märzt die Schneeglöckchen, denen der Leipziger Uwe Johannsen das folgende Gedicht gewidmet hat (aus "Musenbiss" 2004).
 

Schneeglöckchen

Geh nur hinaus in Wald und Flur,
da kanst du seh´n die Jahresuhr:
Schneeglöckchen zart und fein,
die läuten schon den Frühling ein!
Sie stehen da mit kalten Füßen
und woll´n den Frühling froh begrüßen.
Sie sind von Haus aus Optimisten,
bald werden erste Vögel nisten,
dann zieht der Frühling richtig ein,
ein jeder spürt ihn - Groß und Klein!

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                                                    Die Kornelkirsche beginnt zu blühen.                   Ein neues Schwanenpaar ist auf dem Schwemmteich.

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                                 Die Mirabelle vom Schloßblick steht in voller Blüte und im Mai auch die Paulownia, der Blauglockenbaum, am Schloß.
 

2. Sommertage: "Und immer wieder gibt´s was Neues bei den Parktieren!"

Mit den  folgenden Bildern wird dem Neuen 2007 auf dem Schwemmteich nachgespürt: Das Schwanenpaar brütete 43 Tage, dann schlüpften 4 lebensfrohe Dunenschwänchen am 13. Juni (Bild). Schon eine Woche vorher zeigte sich die „alleinerziehende“ Stockente mit ihrer Neuner-Rekordbrut (Bild). Man sah weiteren Nachwuchs bei den Stockenten, Haubentauchern und  Blesshühnern. Vorübergehend waren mehr als 30 Tafelenten- und über 10 Reiherentenpaare zu Gast anwesend. Auch sie erlebten das „fidele Abfischen“ durch etwa 10 Kormorane (Bild). Die 2006 zugeflogenen 2 Entenbastarde (Stockente x Laufente) sind größer als die Stockenten, bei denen sie in Machern heimisch geworden sind. Sie erhielten von den Fischern des Ortes die Namen Max und Moritz (Bild).

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Die stolze Schwanenfamilie im Gegenlicht.                                        Ein kleiner Brutrekord: 9 Stockenten-Küken.


Eine Kormoran-Kolonie auf der alten Eiche gegenüber von der Apollo-Statue.


 


Die beiden Entenbastarde 4 Wochen später  in der Mauser, die zu Farbänderungen des Gefieders führte:
die Farbigkeit und der weiße Halsring sind verschwunden.


Die Haubentaucher machten sich negativ bemerkbar: Am 4. Juli 2007 wurde von ihnen ein totes Tier gefunden, das
Vogelgrippe-H5N1-Virus positiv war. Daraufhin wurde ein Wildvogelgeflügelpest-Sperrbezirk 3 km um den
Schwemmteich bis 27. Juli 2007 eingerichtet ohne Beeinträchtigung des gesellschaftlichen Lebens in Machern.
 

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Damhirsch Heinrich II., hier mit Bastgeweih (l.), ist seit August 2006 der Herr der 5 Damtiere im Hirschgarten des Macherner
Schloßparks und erweist sich als fruchtbarer Nachfolger von Schimmel, der wegen eines Unfalls im Juni 2006 abgeschossen
  werden musste. 4 der 5 Damtiere (r.)sind im Juni/Juli Mütter geworden und zeigen sich hier mit ihrem Nachwuchs. Das jüngste
  Kälbchen hält sich allerdings noch völlig versteckt. Im Bild (u.) ist die gesamte Macherner Damwildherde im Sommerkleid zusammen mit einem
der dort gleichfalls lebenden 3 Pfauhähne zu sehen, die gerade ihre langen Federn mit den schönen Augenflecken abwerfen.


3. Herbstspaziergang: "Und ein Teil der Blätter rieselt schon zu Boden!"

Rote und harte Früchte sowie solche mit Flugapparaten

Das Herbstgedicht „Oktober“ aus dem Gedichtband „Bescheidenheit und andere Laster...“ von Uwe Johannsen soll den Herbstspaziergang 2007 durch den Macherner Schlosspark einleiten, bei dem viele kleine Schönheiten entdeckt wurden und AHA-Effekte nicht selten waren. Immerhin stellten sich dabei 26 verschiedene Baum- und Straucharten in den Weg mit ihren Früchten auf dem Boden oder „hoch“ oben.

Oktober

                                                                  Noch einmal festlich prangt der Wald               Ein Teil der Blätter rieselt schon
                                                                  und leuchtet satt in Gelb und Rot,                     zu Boden, liegt auf allen Wegen
                                                                 die Luft ist klar, und es ist kalt,                          erzeugt beim Gehen Raschelton,
                                                                  noch lebt das Laub, bald ist es tot.                   Auch wenn sich Maus und Igel regen.

                                                                                                 Die Bäume steh’n im Landschaftsgarten
                                                                                                 mit späten Früchten an den Zweigen,
                                                                                                 die Spinne sitzt im Netz, dem zarten,
                                                                                                 umgeben von dem Tautropf-Reigen.
 

Die roten Früchte

Sie sind die auffälligsten Herbstmerkmale im Park. Der rote Samenmantel der Eibenfrucht ist nicht giftig, wohl aber der dunkle Kern und die Eibennadel. Auch die Beeren der Stechpalme sind giftig. Die Früchte vom Weiß- und Rotdorn haben wie die Kornelkirsche nur einen Kern, die Mehlbeere dagegen mehrere. Der Inhalt der Hagebutten wird spitzbübisch als Juckpulver genutzt.


Die harten Früchte

Es sind dies die immer wieder freudig begrüßten Bastelobjekte der Kinder im Herbst, Wohlschmeckendes für die Weihnachtszeit und nützliche Nahrung für die Wildtiere.


Die Früchte mit Flugapparaten

Die unreifen Früchte des Bergahorns werden von Kindern gern als „verlängerte Nasen“ genutzt. Der Flugapparat der Hainbuchenfrüchte führt beim Hochwerfen zu fantastischen Helikopter-ähnlichen Drehbewegungen. Die Kaukasischen Flügelnüsse erinnern als Silhouetten an afrikanische Elefantenköpfe. Von der Linde ist uns die Blüte lieber als die Frucht. Die Früchte von den Tulpenbäumen und  vom Götterbaum sind einzeln unscheinbar.


Der Schwanenflug am Schwemmteich und das Damwild im Hirschgarten

sowie die Roteichen am Agnestempel



Am 14. Oktober flog der Schwanenvater Tristan von der Halbinsel, dem Apollo-Standpunkt, ein weiters Mal auf Lockzuruf an das  gegenüber liegende Ufer des Schwemmteiches und konnte fotografiert werden, was am Tage zuvor bei drei solchen Zuflüge an anderen Stellen des Teiches nicht gelang.
 


Die Damwildherde  schon im Oktober im Winterkleid..
 


Bei den Roteichen am Agnestempel endet der Herbstspaziergang 2007 durch den Macherner Schlosspark, von dem
über einen virtuellen Winterspaziergang und  einen virtuellen Sommerspaziergang  schon 1999 berichtet wurde.



Machern, 13. 11. 2007/Prof. Dr. Heinz Mielke