Frühling 2010 in Machern

Und wieder blühten sie: die exotischen Bäume

Der chinesische Taschentuchbaum (Davidia involucrata "Vilmoinia")

Bei Torsten  Weiße, einem erfolgreichen Hobbybotaniker, steht im Hausgarten in der Brandiser Straße der von ihm 1996 gepflanzte Taschentuchbaum. Aus China stammend, wurde er so benannt, weil er in der Blütezeit 2 große, anfangs gelbgrüne, später rahmweiße Hochblätter am Grunde seiner Blütenstände ausbildet, die wie Taschentücher im Wind wehen. Blütenblätter gibt es keine (Bild).


Blühender Taschentuchbaum in Machern

Die Früchte sind langgestielte, kuglige, bis 4 cm große grüne, später braune Steinfrüchte mit gefurchtem Steinkern. Über einen Taschentuchbaum am Schwanenteich in Grimma wurde 2006 in der Leipziger Volkszeitung (LVZ) zweimal berichtet, besonders über die Blüten und über die Früchte.

Die japanische Säulenzierkirsche (Prunus serrulata "Amanogawa")

                                                                                                   
Dieses säulenförmige und straff aufrecht wachsende Blütengehölz kann 4 bis 5 Meter hoch werden und bildet gegen Ende April leicht duftende, hellrosafarbene Blüten. Es wurde vor 13 Jahren im Wohngebiet Schloßblick gepflanzt.
Wenn man die "Blütensäule" sieht (Bild), dann ist auch das Frühjahr endgültig da und der kleine Vers von Herta Nettke verwirklicht sich:
                                       

Traumhaftes Paradies  im Kirschbaum

Süße Duftwolken

kitzeln heute den Kirschbaum -

Bienengesänge

erklingen sehr eindrucksstark,

ein traumhaftes Paradies.


Der japanische/chinesische Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa)

2010 blühten  in Machern 8 Blauglockenbäume. Leider konnten  wegen des dauerhaft schlechten Wetters nur von zwei nutzbare Aufnahmen gemacht werden:

Der  Blauglockenbaum auf der Terrasse von Schloß Machern


Die beiden Blauglockenbäume im Garten von Irmgard Lippert an der Dorfstraße.
Der  blühende  Baum (l.) ist vegetativ aus einem Auge des Schloß-Blauglockenbaumes (s. o.) gezogen worden. Er blühte erstmalig 2004 im Alter von 11 Jahren. Der rechte Blauglockenbaum ist aus der Wurzel des linken Blauglockenbaumes entsprossen und blühte  2010 erstmalig, aber nur verhalten.


Der ostasiatische Trompetenbaum (Catalpa bignonioides)


Es ist ein dekorativer Blütenbaum, der als Ziergehölz in Garten- und Parkanlagen zu finden ist. Die Blätter sind  bis 25-30 cm lang, herzförmig. Die Blütezeit liegt relativ spät im Juni/Juli. Die Blüten sind bauchig-glockig, weiß. Sie stehen in etwa 25 cm langen, aufrechten Rispen. Ihr Schlund weist gelbe und purpurne Tupfen auf (Bilder). Die Früchte sind bis 25 cm lange Kapsel, erst grün, dann braun. Nach ihnen erhielt der Baum auch den Namen Zigarrenbaum.


Der Trompetenbaum im Garten von Familie Heinichen in der Püchauerstraße
(Bild o. und u.)



Und sie sangen wieder schön: die Macherner Operini

Auch die dritte Aufführung der Oper „Madame Butterfly“ von Giacomo Puccini durch die Macherner Operini war am 2. Mai 2010 im Lindenausaal des Macherner Schlosses  ein großer Erfolg für die 10 jungen Sängerinnen (8 bis 15) und ihren einzigen Sängerknaben   Oskar Seyfert (9), der leider auf dem Bild nicht mit erfasst wurde.  Vorangegangen waren  am selben  Ort die Premiere (28. 3. 2010) und die 2. Aufführung (11. 4. 2010). Über ihr erfolgreiches Wirken wurde im Dezember 2008 im Internet unter  „Kinder singen 10 Jahre Oper“ berichtet.  Jetzt sind es 12 Jahre: Denn 2009 ging ihre sangesfreudige außerschulische Beschäftigung unter Leitung der verehrten Musikpädagogin  Helga Sippel und vieler Helfer mit 3 Aufführungen der Oper „Rigoletto“ weiter. „Butterfly“ folgte nun:


Großer Applaus und Dank den Macherner Operini und ihrer Leiterin Frau Prof. Helga Sippel (5. v. r.)
 für die brillante Aufführung der Oper  „Madame Butterfly“ im Schloß zu Machern.


           
                 Aurica Roch als Butterfly (r.), Elisa Kreiß als  Suzuki (l.)      Julia Spalteholz als Marine-Leutnant Pinkerton (r.)
                                    und Tina Burghardt als Kind.                                         und Finja Beyer als USA-Konsul.

Und auch sie sind wieder da: die Schwäne


Das Paar auf dem Schwemmteich war entweder noch nicht brutfähig
oder ihm fehlte  zum Brüten das schützende Schilf, das im Winter leider vollständig entfernt wurde.
So blieb es  2010 wie  2009 ohne Nachwuchs.


 
Das Paar auf dem Mühlteich  ist im April nach dem Landbesuch (Bild l.)  zum Brüten  übergegangen
und präsentierte nach 35 Tagen stolz ihren Sechser-Bruterfolg (Bild r.
). 

     
Auch das Paar auf dem Sahlweidenteich hat erfolgreich sein Brutgeschäft beendet: Es schlüpften 4 graue Dunenschwänchen
und 1 von Anfang an weißes Immutabilis-Dunenschwänchen (s. u.).

Das Schwanenpaar auf dem Iristeich brütet aus unbekannten Gründen 2010 nicht. Möglicherweise ist es ein anderes Paar als das von 2009, das damals 5 Immutabilis-Schwäne erfolgreich ausgebrütet und aufgezogen hatte (Bild u.).


Die Schwanenfamilie mit ihren 5 Immutabilis-Nachkommen auf dem Iristeich.

Über Immutabilis-Schwäne

Der Iristeich ist der obere (der westlichste) der Lübschützer Teiche und die Nordbegrenzung des Golfplatzes. Der Teich wurde  in den 1980er Jahren durch den Meliorationbetrieb Taucha im Auftrage der Binnenfischerei Wermsdorf mit einer  Flächengröße von 6,8 ha neu für die Erweiterung der Fischzucht in diesem Gebiet angelegt und ist heute verpachteter Privatbesitz. In der Regel  wird er jedes Jahr als Brutrevier von einem Schwanenpaar belegt und verteidigt. Diese Paarbelegung ist nicht beständig.  Sie wechselt, wie auf anderen Gewässern auch.  So nahm ihn 2009 ein  Paar in Besitz, dessen 5 Nachwuchsschwäne alle  eine Erbgutänderung, die Immutabilis-Mutation, erkennen ließen.  Ihnen fehlte das Eumelanin-Gen. Dieses Pigment-Gen bedingt normalerweise die bei frisch geschlüpften Dunenschwänchen und bei Jungschwänen vorhandene graue Schutzfarbe der Dunen und Deckfedern. Durch sein Fehlen sind diese Schwäne von Anfang an weiß und unterliegen nicht den Farbänderungen des Gefieders von grau nach weiß. Davon ist der Name „Immutabilis-Mutation“ abgeleitet, der  „unveränderliche Veränderung“ bedeutet. Diese weiße Mutante ist meistens weiblichen Geschlechts, da sie auf ein rezessives Gen im X-Chromosom zurückzuführen ist. In Untersuchungen im Leipziger Raum wurde sie  bei etwa 28% der  Schwäne gefunden. In Machern trat sie auf dem Schwemmteich 1997 bei einem des sechsköpfigen Nachwuchses, auf dem Iristeich 2005 bei zwei des vierköpfigen  sowie auf dem Sahlweidenteich 2005 bei einem des vierköpfigen  und 2010 bei einem des fünfköpfigen Nachwuchses auf (s. o. und LVZ/Muldenspiegel 20.8.1998 und Gemeindeblatt Machern Nr. 135/2005). Charakteristisch für diese Tiere sind die hellen statt dunklen Füße und die meistens gelben statt grauen Schnäbel.



Machern, 14. 06. 2010 /Prof. Dr. Heinz Mielke/ 

Last updated: 16. 07. 2010