Farbenprächtige Flora im Macherner Schloßpark

 -Naturschönheiten und Jahreszeiten-

Zweiter Teil:

Beobachtungen im Schloßpark

1. Die Farbenpracht auf der Wallwiese

Freiland-Azaleen (Rhododendron molle-Hybriden)

In der bereits grün gewordenen Natur leuchten auf der Wallwiese unmittelbar vor der Ostseite des Macherner Schlosses die schönen bunten Farbtupfer der hier gruppierten Freiland-Azaleen. Sie verbreiten Frühlings-Optimismus. Im Bild oben steht rechts von ihnen ein Französischer Ahorn.
Die Blütezeit der Freiland-Azaleen ist der Monat Mai. Sie haben sommergrüne Blätter. Ihr Name hängt mit dem griechischen Wort azalos= trocken zusammenn, weil Azaleen im Winter so vertrocknet aussehen. Die Freiland-Azaleen stammen von den aus Ostasien, Osteuropa und Nordamerika kommenden Gelben Rhododendron (R. luteum), gelbblütigen sommergrünen Rhododendron (R.molle) und lachsroten Rhododendron (R. japonicum) ab.
Diese oben genannten drei Arten bildeten die Voraussetzung für das Farbfeuerwerk der heute vorhandenen Kreuzungen. Die bunten Pastellfarben entstammen der Kreuzung zwischen R. molle und R. japonicum und kommen aus Gent in Belgien.

Im Herbst bereitet die Färbung ihrer Blätter stets noch einmal eine Augenweide.

2. Die roten Flugapparate an kleinblättrigen Bäumen

Französischer Ahorn (Acer monopessulanum)
und
Feld-Ahorn (Acer campestre)

Nicht weit von den Freiland-Azaleen entfernt stehen am Wege zum Streicheltiergatter zwei Bäume: ein Französischer Ahorn vorn und ein Feld-Ahorn dahinter. Sie tragen kleine 3-5teilige stumpf- oder rundgelappte Ahornblätter. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man dann ab Ende Mai an den Bäumen rotfarbige samentragende Flugapparate, deren beide Flügel bei dem Feld-Ahorn waagerecht, bei dem anderen jedoch im fast spitzen Winkel zu einander stehen. Dieser spitze Winkel ist bei den Früchten des Eschenahorns noch stärker ausgeprägt.
 


So schön sehen die beiden Bäume in der Herbstfärbung aus.

3. Der weiße Schleier vor dunkelrotem Gehölz

Weißdorn (Crataegus monogyna)

So wie hier, allerdings nicht vor einer so schönen kontrastgebenden Blutbuche, blüht im Monat Mai an vielen Stellen des Schloßparkes der Weißdorn. Seine Blüten sind als Doldentrauben angelegt.

Im Herbst haben sich aus den Doldenblüten schöne rote, sogar eßbare Früchte entwickelt.

4. Der rotblühende Wedel in Schloßturmnähe

Rotdorn (Crataegus laevigata)

Der einzige Rotdornbaum des Parkes steht am Streicheltiergatter und "grüßt" den Schloßturm. Er hat kürzlich durch Beschneiden und durch Windbruch viel von seiner vorjährigen Pracht verloren.

5. Der Silberbaum des Jahres 1999

Silberweide (Salix alba)

Die zwei Silberweiden stehen auf der Großen Schloßwiese am Schilfgürtel des Schwemmteiches.
Die Oberfläche ihrer Blätter ist grün, die Unterfläche silbrig behaart. Im zeitigen Frühjahr blühen die Silberweiden mit gelben Kätzchen.
Die Silberweide wurde durch das "Kuratorium Baum des Jahres" zum "Baum des Jahres 1999 " ausgerufen. In einer Mitteilung der SDW Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. heißt es dazu (auszugsweise):
"Die Silberweide ist mit ihren oft mächtigen Exemplaren die namensgebende Art der wichtigsten Pflanzengesellschaft im Überschwemmungsbereich der großen Flüsse (wie Silberweidenwald). Den periodischen Wechsel von Überschwemmung und Trockenheit ertragen neben der Weide nur noch wenige weitere Baumarten (wie Schwarzpappel und Erle). Die Silberweide zeichnet sich durch besondere Überlebensstrategien auf Extremstandorten aus. Sie ist sowohl Rohbodenpionier, d.h. sie wächst auch auf vegetationsfreien Flächen, keimt innerhalb von Stunden und hat eine sehr ausgeprägte Fähigkeit zur vegetativen Vermehrung. Auch aus kleinsten Zweigstückchen kann wieder ein Baum oder Strauch gebildet werden. Die schnellwüchsigen Weiden bieten einer Vielzahl von Insekten und Vogelarten einen idealen Lebensraum. Weiden gehören zu den wichtigsten Bienenfutterpflanzen. Darüber hinaus gehören die Weiden zu den eindrucksvollsten Laubbäumen."

6. Die Farbparade am Alleenrand

Immergrüne Rhododendron-Hybriden

Mitte Mai blühen in der Tulpenbaumallee erst die weißen und Ende Mai dann die violetten Rhododendren. Sie sorgen bereits vor der Blüte der Tulpenbäume für einen floristisch anregenden Gang durch dieTulpenbaumallee von der Schloßwiese zum Schwemmteich.
Dort am Schwemmteich kann man sich am faszinierenden Anblick der im Mai geschlüpften Wasservögel erfreuen. So sieht man in Ufernähe junge Schwänchen und Stockentenküken.

7. Die Allee mit einmaligen Blüten- und Fruchtständen

Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera)

Jedes Jahr im Juni blühen in der Tulpenbaumallee die 9 Tulpenbäume, von denen 7 schon zu Lindenaus Zeiten hier standen, also mehr als 200 Jahre alt sind. Ihre endständigen Blüten sind glocken- beziehungsweise tulpenförmig von gelblich-grüner Farbe mit orange geflecktem Inneren. Sie haben 3 Kelch- und 6 Kronen- sowie zahlreiche Staub-und Fruchtblätter in dachförmiger Anordnung (Bild links). Die daraus entstehende Frucht ähnelt einem Nadelholzzapfen (Bild Mitte). Die Blätter sind breitlappig am Ende breit gekappt und zu jeder Seite laufen sie in zwei Lappen aus (Bild rechts).

Die sommergrünen Blätter nehmen im Herbst mehr und mehr eine flammend goldgelbe Farbe an und machen die Tulpenbäume zu auffälligen Prachtbäumen im Park.
Die Blätter fallen im Spätherbst ab. Danach sieht man an den entlaubten Tulpenbäumen die vielen zurückgebliebenen, fest haftenden und immer trockener werdenden aufrechtstehenden Fruchtzapfen, die von innen heraus ihren großen Vorrat an geflügelten Samen peu-á-peu durch den Wind abstoßen lassen. Zurück bleibt im Frühjahr noch der zentrale Stempel und ein Außenkranz von einigen geflügelten Samen.

8. Die Allee mit majästetischen rotblättrigen Gehölzen

Blutbuchen (Fagus silvatica atropurpurea)

Nicht nur die imposante Blutbuchenallee mit ihren 20 Bäumen sondern auch die 9 anderen, einzeln oder in Gruppen stehenden Blutbuchen des Schloßparkes stellen bedeutende Naturdenkmäler dar, die ein hohes Alter von vielleicht 100 Jahren oder mehr besitzen dürften. Zu derartigen Naturdenkmälern sind im Zentrum von Machern noch die beiden Blutbuchen auf dem Friedhof an den Grabstellen der Schnetgers und die einzelne Blutbuche hinter dem Kastanien-Tor zu zählen. Es ist anzunehmen, daß sie alle bis auf die beiden jüngeren, die eine im Englischen Dreieck und die andere auf der Großen Schloßwiese, von den Schnetgers, den damaligen Besitzern von Schloß, Park und Rittergut Machern, angepflanzt wurden. Der Zeitpunkt der Anpflanzung der zu einem prächtigen Hain vereinten ca.40 Blutbuchen zwischen Schwemmteich und Lehmgrubenteich ist nicht genau bekannt.
Die Bilder gewähren einen Blick von der Blutbuchenallee aus über den Schwemmteich zum Nordufer mit dem Agnes Tempel und verschiedenfarbigen Gehölzen (links im Mai 1999 und rechts im Oktober 1997). Bei den dunkelrot leuchtenden Blutbuchen handelt es sich links im linken Bild um eine Dreiergruppe, rechts davon um einen Einzelbaum. Im rechten Bild stellt sich die herbstliche Färbung dieses Gebietes dar.
Die Blutbuche ist eine Sonderform, eine Mutation der Rotbuche, die besonders im 19. Jahrhundert aufkam und beliebt war. Da aber nur ca. 3% ihrer Sämlinge wieder Blutbuchen ergeben, griff man bei der Vermehrung auf Veredlungsverfahren zurück. Nur so konnte damals der große Bedarf gedeckt werden. Auch die Blutbuchenanpflanzungen im Macherner Park fallen wohl in diese Zeit, wo fast alle Bäume in 40 bis120 cm Höhe vom Erdboden einen Wulst aufweisen. Dieser kommt von dem Wundverschluß nach der Pfropfung des Blutbuchenreises auf den Stamm einer Rotbuche.
Von links nach rechts sind auf dem Bild dargestellt: das Blatt einer Blutbuche , einer Rotbuche und einer Weißbuche. Die braunrote Farbe der Blutbuchenblätter wird durch Authocyan-Farbstoffe in den Vakuolen der Deckschichtzellen (der Epidermis) bedingt, die nach intensiver Sonnenbestrahlung bis fast schwarz reichen kann.

9. Die giftige Parkschönheit in goldgelb

Gemeiner Goldregen (Laburnum anagyroides)

Unterhalb des Agnes Tempel blühen im Mai am Ufer des Schwemmteiches zwei Goldregen-Sträucher. Die sich öffnenden gelben Schmetterlingsblüten wachsen manchmal bis zu 30 Stück in 10-15 cm langen herabhängenden Trauben.
Das Bild zeigt eine Goldregen-Traubenrispe 10 Tage nach dem Verblühen mit den sich ausbildenden Fruchtschoten, die den Samen in Form von Erbsen enthalten. Die Schönheit des Goldregens hat leider auch ihre Schattenseiten. So ist die ganze Pflanze für den Menschen sehr giftig. Alle Pflanzenteile enthalten das Alkaloid Cytosin, ein den Kreislauf und die Atmung negativ beeinflussendes Gift.

Der Gemeine Goldregen hat hängende junge Äste mit dreizählig gefiederten Blättern ähnlich dem Klee.

10. Die roten Kerzen an hohem Baum

Rote Roßkastanie (Aesculus pavia)

Die Rote Roßkastanie ist im Schloßpark nur als Einzelexemplar vorhanden, und zwar wenige Schritte östlich vom Agnes Tempel . Es ist ein sehr hoher Baum, der im Mai von unten bis hoch oben blüht.

Die Rote Roßkastanie unterscheidet sich von der Gemeinen Roßkastanie nur in zweierlei Hinsicht: ihre Blütenblätter sind rot und die Fruchtkapseln ohne Stacheln.

11. Der untypisch Rotblättrige in grüner Kulisse

Rotblaubiger Bergahorn ( Acer pseudoplantanus rubrum)

Nicht alle Bäume des Schloßparkes mit roten Blättern sind Blutbuchen. Das trifft auf einen relativ großen Baum mit rötlichen Blättern westlich vom Agnes Tempel zu. Es ist dies ein Rotlaubiger Bergahorn, dessen Blattober- und Blattunterseiten im Monat Mai kräftig rotbräunlich gefärbt sind, danach aber mehr ins Grünliche übergehen.
Die beiden wichtigsten europäischen Ahornarten, der Spitzahorn und der Bergahorn (links oben), sind ökologisch sehr anpassungsfähig. Dank ihrer großen Veränderlichkeit wurde vom Menschen eine große Anzahl Kultursorten gezüchtet, die sich vor allem durch ihre Blattfärbung unterscheiden. Eine ist der Rotlaubige Bergahorn (rechts oben). Bei einer anderen im Schloßpark auch mit Bäumen vertretenen Bergahornsorte ist nur die Blattunterseite rötlich gefärbt (unten links), die Blattoberseite ist grün (unten rechts).

12. Die Altehrwürdigen mit hohen, dicken und auch hohlen Stämmen

Stieleiche (Quercus robur)

Zu der altehrwürdigen Flora im Schloßpark gehören einige Eichen mit ihren mehr als 250 und 300 Jahren. Auf dem Bild sieht man links und rechts hinter der Apollo-Statue am Nordufer des Schwemmteiches im Amorgründchen die zwei ältesten Eichen des Parkes über die anderen Bäume hinausragen. Es sind Stieleichen. Die linke ist die höhere, die rechte aber die ältere und deshalb auch die "dickere".
Auf dem Bild wird gezeigt, daß 6 Männer, hier sind es Stammtisch-Professoren aus Leipzig und Berlin, zur Umfassung der ältesten Macherner Schloßpark-Eiche mit 5,80 m Stammumfang notwendig sind.
In der Nähe des ehemaligen Landhauses haben Ameisen in den vergangenen Jahren den Stamm einer alten Eiche ausgehöhlt und so eine ganz andere Art von Farbenpracht hinterlassen.
Die Stieleichen besitzen an ihren Früchten, den Eicheln, lange Stiele, an ihren Blättern dagegen kurze (Bild links). Bei den Traubeneichen ist es genau umgekehrt (Bild mitte). Rechts im Bild ist zum Vergleich noch das Blatt einer Roteiche abgebildet, das dem einer Sumpfeiche ähnelt.
 


Die Roteichen am Agnes Tempel im herbstlichen Rot.

13. Der silbrigweiße Baum hinter braunem Reh

Echte Silberpappel (Populus alba)

Ein monströser Baum ist diese älteste Echte Silberpappel des Schloßparkes, die zu den "weißen" Pappeln gehört. Diese werden unterteilt in die Echten Silberpappeln und in die Espen (Zitterpappeln) und gehören zu den Weidengewächsen. Erstere haben an den Langtrieben Blätter mit 3 bis 5 dreieckige Lappen, unterseits sind sie silbrig-weiß und haben im Querschnitt runde Stiele. Letztere tragen rundliche, oben und unten grüne Blätter, deren Stiele lang und seitlich abgeflacht sind, was die Ursache für das unablässige Zittern der Blätter ist ("zittern wie Espenlaub"). Aus Sicherheitsgründen wurde die Silberpappel am 9. Januar 2001 gefällt.
Im Juni 1998 wurde vom Autor ein Reh auf der Großen Schloßwiese in der Nähe der drei Schloßponys vor der alten Silberpappel gesichtet. Das regte ihn zur freien Umdichtung der Ringelnatz-Verse über das Reh "Im Park" an.
 

Im Park
Ein Reh stand im Park vor einem Baum
Still und verklärt wie im Traum.
Das war des Tags elf Uhr zwei,
Drei Ponys waren auch dabei.

Da schlich ich mich leise - ich atmete kaum
Gegen den Wind in Richtung Baum
und erfüllte der Kamera ihren Zweck:
Klick! da sprang das Reh weg.

14. Das grüne Parkgeheimnis im Erwartungsdruck

Edelkastanie (Castanea sativa)

Die Edelkastanie ist die Echte Kastanie. Sie wird auch Eßkastanie genannt, weil deren Samen, die Maronen, von Menschen verspeist werden können. Ob aber hier bei dem Baum im Schloßpark diese Früchte ausreifen werden, bleibt erst einmal noch abzuwarten. Die Marone enthält bis zu 37% Stärke, ferner Eiweiß, Saccharose, Dextrin, Öle u.a.
Das Bild zeigt links ein Blatt der Edelkastanie und rechts ein Blatt der Gemeinen Roßkastanie, das auch dem der Roten Roßkastanie entspricht.
Die Blüten der Edelkastanie haben einen komplizierten Bau: in aufrechten Ähren stehen trugdoldige Büschel der männlichen Blüten mit 5-6 Blütenblättern. Im unteren Teil des Ährenteils sitzen die dreistrahligen weiblichen Blüten.
In den befruchteten weiblichen Blüten entstehen Nüsse, die Maronen, die von bestachelten Kapseln umhüllt sind und die sich in 4 Klappen öffnen. Auf dem Bild sieht man unten links so eine geschlossene bestachelte Kapsel, die noch mit dem vertrockneten Rest der männlichen Ähre verbunden ist, und rechts davon eine geöffnete Kapsel mit einer Marone. Diese Marone war 1999 im Macherner Park die einzige, die an den drei Edelkastanien ausreifte und durch Selbstöffnung der Kapsel freigesetzt wurde. Im Bild oben links sind die stachellosen Schalenteile und der Samen der Frucht der Roten Roßkastanie und rechts die bestachelten Schalenteile und der Samen der Frucht einer Gemeinen Roßkastanie abgebildet.
 
 

15. Die rote Vogelfutterkrippe im Spätsommer

Eberesche (Sorbus aucuparia)

Die Eberesche oder die Echte Vogelbeere ist ein typisches europäisches Gehölz, das sehr anpassungsfähig ist. Seine kleinen Blüten bilden doldenrispige Blütenstände. Aus ihnen entwickeln sich dann die ab Juli immer markanter werdenden orangeroten Früchte. Die Blätter der Eberesche sind unpaarig gefiedert.

Hier eine Zusammenstellung von unpaarig und paarig gefiederten Blätter, die an Bäumen des Macherner Schloßparkes mit Ausnahme des dort nicht vorhandenen Essigbaumes zu finden sind.

16. Der Sommergrüne mit den pergamentartigen Blasen

Gemeiner Blasenstrauch (Colutea arborescens)

Einen interessanten sommergrünen und reich verzweigten Strauch findet man links am Weg, der vom Schloßplatz zur Wallwiese führt .Dieser Strauch blüht von Mai bis Juli mit 3- bis 8-blütigen langgestielten Trauben gelb.Die Fruchtreifung erfolgt von Juli bis Oktober.
Die Früchte sind 6 bis 7 cm lange aufgetriebene Hülsen (Blasen) mit grünlicher pergamentartiger Wand. In ihnen entwickeln sich zahlreiche, anfangs kleine grüne, später schwarzbraune 4 mm lange Samen. Der Blasenstrauch ist giftig. Das Gift ist aber nicht das Cytosin, wie beim Goldregen. Auf dem Bild sind unten rechts grünrötliche Blasen und darüber eine geöffnete Blase mit kleinen nierenfömigen grünen Samen zu sehen. Die Blätter des Blasenstrauches sind wechselständig unpaarig gefiedert, etwa 7 bis 10 cm lang (links im Bild).

17. Die alte Immergrüne mit den roten Arilli

Eibe (Taxus baccata)

Die etwa 600 Jahre alte weibliche Eibe im Macherner Park hatte 1999 eine übermäßig hohe Anzahl von Früchten entwickelt. Rot leuchtete von August bis Ende September deren roter fleischiger Samenmantel, der Arillus, vom Baum. Mit Ausnahme dieses roten Arillus sind alle Pflanzenteile der Eibe giftig. Sie enthalten das Taxin, eine Alkaloidmischung, die den Verdauungstrakt reizt und die Atmung und die Herztätigkeit zum Erliegen bringen kann.

18. Der gelbe Spätblüher mit den Zaubernüssen

Zaubernuss (Hamamelis virginiana)

Die sanften Jahreszeiten gehen ihrem Ende entgegen.Um den 20. November herum blüht die Zaubernuss, auch Hexenhaselstaude genannt, und 1999 sogar unter Schneekappen. Es gibt zwei Exemplare ihrer Art im Park: eins steht in der Nähe des ehemaligen Bauernhauses, das andere am Schwemmteich in der Nähe vom Agnes Tempel. Noch jung an Jahren, tut sie sich mit ihrer zarten, gelben Blütenpracht um diese Zeit besonders hervor und erfreut darob die erst erstaunten Parkbesucher. Von ihr finden Extrakte aus verschiedenen Pflanzenteilen Anwendung in wirkungsvollen Heilsalben .
Die beiden Bilder machen nun schon Lust auf einen virtuellen Winterspaziergang durch den verschneiten Macherner Schlosspark. Vorher sollte aber erst noch der Dritte Teil mit den "Beobachtungen auf der Schloßterrasse" besucht werden. 
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Machern, 16. 06. 1999/Prof. Dr. Heinz Mielke
Erweitert: 31. 10. und 13. 12. 1999 sowie am 29. 04. 2001