Ein Winterspaziergang durch den verschneiten Macherner Schloßpark

Erster Teil:

Vom Schloßplatz über die "Weiße Brücke" durch das "Amorgründchen" bis zum "Hirschgarten"

Wir beginnen den Winterspaziergang auf dem Schloßplatz und sehen vor uns das Schloß Machern, in dem die Wiege der beiden Lindenau-Grafen stand, der Letzten ihres Adelsgeschlechts. Sie sind die Schöpfer des Macherner Schloßparks, eines sentimental-romantischen Landschaftsgartens, entstanden in den Jahren1765 bis1798. Das Adelsgeschlecht der Lindenaus residierte hier 350 Jahre, von 1453 bis 1802, danach die Familie Schnetger 150 Jahre, von 1806 bis 1945. Seit 1991 bis 2004 war das vorher volkseigene Schloß  Gemeindeeigentum von Machern  und wurde vom Bildungs- und Konferenzzentrum GmbH Schloß Machern mit Restaurant, Terrassencafe, Festsälen, Seminar- und Ausstellungsräumen bewirtschaftet. Im Dezember 2004 wurde es  zusammmen mit dem Kavalierhaus (s. u.) privatisiert und in die Schloß Machern Betriebsgesellschaft mbH überführt, dessen geschäftsführerende Gesellschafterin und Besitzerin  Dr. Eveline Heigel ist:


 Das Kavalierhaus neben dem Macherner Schloß wurde nach völlig neuem Wiederaufbau 1998 durch die Familie Birkhofer als Hotel und Restaurant eröffnet und gehört seit 2004 zur Schloß Machern Betriebsgesellschaft mbH (s. o.):


 Der Vater: Heinrich Gottlieb Graf von Lindenau (1723 -1789):
Kurfürstlich-sächsischer Oberstallmeister(1763-1786),
Begründer der Kurfürstlichen Thierarzneischule in Dresden/Leipzig 1780
und Mitschöpfer des Macherner Parks:


 Der Sohn: Carl Heinrich August Graf von Lindenau (1755-1842):
Königlich-preußischer Oberstallmeister (1788-1808),
Begründer der Königlichen Thierarzneischule in Berlin 1790
und Hauptschöpfer des Macherner Parks:

 

 Der Plan des Macherner Schloßparks von 1795:



 Hinter dem Kavalierhaus steht die "600 Jahre alte Eibe" auf einer Grundfläche von 10x20 m. Sie ist weiblich, trägt also zur Reifezeit die Fruchtstände mit dem fleischigen leuchtend roten Samenmantel, dem Arillus, dem einzigen nicht giftigen Teil der Eibe, und ist der älteste Baum im Macherner Schloßpark:

 Von der "Eibe " kommt man geradewegs zur "Birkenallee". Sie wurde erst um 1950 angelegt und führte mit 35 Bäumen entlang der "Großen Schloßwiese"
   
Wegen Krankheitsanfälligkeit und aus Altersgründen der Bäume wurden die Restbäume 2008 gefällt und 40 neue junge Birken gepflanzt.

                                            
                                   Blick von der Weißen Brücke in Richtung Schloß                       Blick von der Eibe in Richtung Weiße Brücke   
                

 "Max", eines der drei Schloßponys, begrüßt uns von der "Großen Schloßwiese" aus:

 Vor uns die "Weiße Brücke", früher "Gothische Brücke"genannt, zwischen "Schwemmteich" (rechts) und "Kanal vom "Lehmgrubenteich" (links). Sie wurde 2002 zur "Schwarzen Brücke"restauriert. Hinter ihr führt eine "Rotbuchenallee" mit 30 Bäumen zum Nordwesteingang des Schloßparks:

 Links von der "Weißen Brücke": Im Eise eingefroren, steht die "Venus von Machern", eine Bronzeskulptur, die nach 1945 hier aufgestellt wurde. Leider wurde sie am 24. 2. 2002 gestohlen. Nur ihren Niedrigsockel ließen die Räuber zurück:

 Rechts von der "Weißen Brücke": Wildenten und Schwäne auf dem "Schwemmteich", der immer weiter zufriert. An seinem Nordufer im "Amorgründchen" sieht man die alten hohen Eichen:

 Das vorjährige Schwanenpaar "Paul" und Paula" ist auf den "Schwemmteich" zurückgekehrt. Der Ring an "Paulas" linkem Fuß diente der Wiedererkennung:

 Nach dem Abbiegen von der "Rotbuchenallee" nach rechts ins "Amorgründchen" fasziniert am Wegesrand die möglicherweise 450 Jahre alte Eiche mit ihren bizarren Astverzweigungen:

 Die "Schlinge" ist das einzige erhalten gebliebene Element des "Amorgründchen". Sie soll symbolisch auf die Verwicklungen in der Liebe hindeuten:

Nicht weit von hier standen einst die Skulpturen von "Amor", dem Liebesgott, und "Kaunas und Biblis", dem sich liebenden Geschwisterpaar.Und graderüber auf der Halbinsel an der "Großen Schloßwiese" war "Apollo" postiert, der 1998 restauriert und dort wieder aufgestellt wurde.

 Die "Grabgedenktafel an den 1429 gefallenen edlen Ritter Hans von Knorringen" steht vor dem Stamm einer alten Eiche in der Nähe der "Schlinge":

 Auf der Anhöhe am Nordostufer des "Schwemmteiches" steht der "Agnes Tempel", der möglicherweise um 1840 von der Familie Schnetger errichtet und so benannt wurde. Sie war von 1806 bis 1945 Besitzer des  Rittergutes Machern mit Schloss und Park:

 Wir gehen zur "Kastanienallee". Sie führt zum Nordosteingang des Schloßparks. Nach kurzer Wegstrecke stoßen wir rechter Hand auf den "Eibenhain" mit 6 männlichen und 7 weiblichen Bäumen und gleich linker Hand auf eine schön gestaltete Anlage mit dem 1930 hierher umgesetzten kleinen "Denkmal kindlicher Achtung und Liebe" (Momument mit Zierurne auf einem lateinisch beschrifteten Postament), das der Graf Carl 1784 dem Andenken seiner 1764 verewigten Mutter gewidmet hat:

 Nun geht es noch einmal zurück in Richtung "Agnes Tempel" mit Blick auf den "Schwemmteich" und das Schloß und dann rechts zum "Hohlweg":

 Am "Hohlweg" befindet sich der 1998 eingeweihte "Hirschgarten":

 Der "Hirschgarten" wurde 1998 mit 4 Stück Damwild aus dem Wildpark Leipzig-Connewitz besetzt: Damhirsch "John" und 3 Damtiere:

 Am Nordosteingang des Macherner Schloßparks hat der "Hirschgarten" einen Wiesenteil mit einem Dreiseiteneinblick:

Hier endet der erste Teil des Winterspazierganges durch den verschneiten Macherner Schloßpark.


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Fotografiert, aufgeschrieben und gestaltet von Prof. Dr. Heinz Mielke, Machern,

im Februar 1999
Last updated: 12. 01. 2012