Tierkreuzungsgeschichten eines Tierarztes aus Machern in Sachsen


Teil 2: Pferdemischlinge auf Zeititzer Fluren

Von Heinz Mielke

Die Pferdeherde von Lothar Krüger

Über den Pferdemischling "Felix" wurde in den "Pferde-Geschichten" berichtet. Damals war er gerade eine Woche alt.
Das linke Bild zeigt "Felix" vor seiner Mutter "Wally" im Alter von 10 Monaten. Er ist das innerartliche Kreuzungsprodukt dieser Kaltblut-Schimmelstute und des Fuchshengstes "Fjuri", einem Warmblut-Haflingermischling, der auf dem rechten Bild zu sehen ist. Schon jetzt deutet alles daraufhin, daß "Felix" ein kräftiger Braunschimmel werden wird. Er und die anderen gehören zur Pferdeherde von Lothar Krüger aus Machern/Posthausen, die auch 1998 wieder auf Zeititzer Grünflächen ganztägig weidete und außer "Felix" und den 10 Schimmeln noch andere Attraktionen für Vorbeifahrende und Spaziergänger zu bieten hatte: Drei der Stuten führten ihre April-Fohlen bei Fuß. Und Ende Juli hatte auch "Wally" wieder auf der Weide gefohlt. Fast alle Fohlen sind Mischlinge.

Die Pferdeherde von Langers

Nicht weit von Krügers Pferdeherde entfernt steht in Zeititz die Pferdeherde von Langers. Ganz rechts ist der Schecken-Hengst "Jeepsi" zu sehen.
Tagsüber sind die vier Stuten, eine Schecke, ein Apfelschimmel und zwei Füchse, auf der Weide zusammen mit "Jeepsi", der als Herdenchef bei allen vier Stuten für den erfreulichen und buntgemischten Nachwuchs gesorgt hat.

Schimmel und Schecken

Die Tiere beider Herden geben Anlaß, einmal kurz über Schimmel und Schecken und deren Haarfarbe nachzudenken:

Schimmel
Die "weißgeborenen Schimmel"sind dominant-weiß, einige nennen sie sogar "totaler Albinismus". Sie besitzen eine durchgängig unpigmentierte Haut mit nicht pigmentierten Haaren. Sie sind selten anzutreffen.
Die "Altersschimmel", auch "verblassende Schimmel" genannt, haben eine durchgängig pigmentierte Haut. Es sind Pferde, die in einer der Grundfarben (Rappen, Brauner, Fuchs oder Falbe) geboren werden und im Verlaufe von 12 Jahren beim jährlichen Haarwechsel mehr und mehr aufhellen, um schließlich ganz weiß zu werden (wie z.B. die meisten Lippizaner). Die Zunahme der Schimmelzeichnung ist mit einem Farbstoffschwund in den Haarenverbunden. Dieser Farbstoff kann sich an anderen Körperstellen ansammeln und zur Melanombildung in der Aftergegend führen.
Die "Dauerschimmel" werden bereits geschimmelt geboren und bleiben geschimmelt. Dabei besitzen sie eine durchgängig pigmentierte Haut mit weißen oder weißen und farbigen Haaren. Letztere sind in der Jugend intensiver sichtbar, später treten die weißen Haare stärker in Erscheinung (wie z.B. bei den Braun- und Rotschimmeln).

Schecken
Die Schecken besitzen meistens eine unregelmäßige Verteilung zwischen pigmentierten und unpigmentierten Hautpartien. Dabei ist die Farbe der Haare auf den unpigmentierten Hautpartien weiß, auf den pigmentierten Hautpartien entspricht sie einer oder zwei der genetisch festgelegten Grundfarben.


Teil 1; Teil 3; Teil 4; Teil 5



Machern, 05.01.1999/ Prof. Dr. Heinz Mielke