Weitere wundersame Tiergeschichten eines Tierarztes aus Machern in Sachsen

3. Wundersame und natürliche Ereignisse im Macherner Schwanenjahr 1999 und anderswo

Schwanenrückkehr

Das Macherner Schwanenjahr 1999 begann am 9. Februar, als die beiden Schwäne Paul und Paula von der Überwinterung auf ihr vorjähriges sommerliches Reviergewässer, auf den Macherner Schwemmteich, zurückkehrten.

Hier waren teilweise noch größere Abschnitte mit Eis bedeckt. Doch die Schwäne blieben, als wußten sie, dass ihnen nun keine weiteren Frostperioden mehr bevorstanden. Bald wurde es März, und die Sonne fing an, intensiver zu scheinen. Dann sah man die Schwäne auch an Land in Ufernähe gegenüber Schloss und Weißer Brücke.


Paul ist immer angriffslustig, Paula dagegend zurückhaltend, aber stets zutraulicher. Sie trägt am linken Fuß einen Ring mit der Aufschrift AA 003391. Sie ist also ein Ringschwan und zudem noch ein Immutabilis-Schwan mit hellen und nicht schwarzen Füßen. Das erleichtert und gewährleistet ihre exakte Wiedererkennung als Macherner Schwanenpaar, das auch auf den Zuruf "Hule-Hule" reagiert und daraufhin zum Ufer geschwommen kommt.

Schwanenbrut

Ende März begannen beide Schwäne mit dem Nestbau im Schilfgürtel des Schwemmteiches, und Anfang April setzte ihr erstes Brutgeschäft unmittelbar ein. Sie legte die Eier, und er bewachte diese. Anfangs tat er das fast immer allein, am Nest schwimmend oder auf dem Nest sitzend, dann bemühten sich aber beide abwechselnd um die Eier im Nest . In den letzten 3 Wochen der etwa 35tägigen Brutzeit brütete Paula allein und verließ das Nest nur noch ganz selten für kurze Zeit.
 
 


Am 18. Mai 1999 war Pauls und Paulas erster Nachwuchs geschlüpft. Von den 5 grauen Schwänchen geriet leider eins über Pfingsten in Verlust, so daß die Schwanenfamilie danach nur noch zu sechst auf dem Schwemmteich den Parkbesuchern Freude bereiten konnte.
Ja, erstmal nur bis zur:

Schwanenwanderung

Denn am 11.6. waren die Schwäne plötzlich alle verschwunden. Einen Tag später konnten sie jedoch wiederentdeckt werden, und zwar auf dem 400 m entfernten Lehmgrubenteich. Dort in der Ruhe des Gebietes fühlten sich die Schwäne offenbar wohler als auf dem Schwemmteich. Oder was auch immer Grund und Anlaß für diese Wanderung auf einem sehr beschwerlichen Weg mit zwei Dammüberquerungen gewesen sein mag. Die kleinen Schwänchen waren zu diesem Zeitpunkt gerade erst 3 Wochen alt.
 
 


Sie warern dann am 4. 7. alle wieder selbständig auf den Schwemmteich zurückgekehrt und fühlten sich hier auch wieder "schwanenwohl": Wunderschwäne!
Noch jünger als die Macherner Schwänchen waren mit 10 Tagen die 5 weißen Schwänchen der Altenbacher Schwanenfamilie, die am Pfingstmontag 1998 von den Deuberner Teichen, wo gebrütet und geschlüpft worden war, nach Altenbach gewandert ist: 1,6 km instinktvoll bis zum Heimatteich.


Schwanensonderverhalten

Im August 1999 fand in Deutschland die totale Sonnenfinsternis statt. Machern allerdings lag neben dem durchziehenden Dunkelstreifen. Erst einige Tage danach kamen die Erinnerungen an das besondere Verhalten der Macherner Schwanenfamilie auf, die sich 20 Stunden vor dem Eintritt der Eclipse in Deutschland sehr apathisch benahm. Erstmalig reagierten die 5 Schwäne nicht auf das sonst jedesmal mit Gier aufgenommene Futter. Sie schwammen wie schlafend umher. Das gab Anlass zu der Frage, ob denn die Schwäne nicht etwa krank sind. Da in diesem Moment aber nicht an das bevorstehende Naturereignis gedacht wurde, fielen auch weitere gezielte Beoabachtungen an den Schwänen aus.

Erst 4 Tage später wurden sie besucht und fotografiert. Sie verhielten sich wieder normal. Anfragen zu dem abnormen Benehmen bei entsprechenden zentralen Stellen (Ornithologie in Erlangen und Institut für Astronomie in Graz) blieben unbeantwortet. Da besondere Tierfühligkeiten bei Vögeln und anderen Tieren bekannt sind, wurde dieses hier festgehalten.



 

Schwanenüberwinterung

Das Schwanenpaar Paul und Paula ist seit November1997 Revierbesitzer auf dem Macherner Schwemmteich. 1999 ist ihm hier, wie beschrieben, die erste Brut gelungen. Die 5 grauen Schwänchen waren im Mai geschlüpft, von denen aber nur 3 im Oktober übriggeblieben waren und die Überwinterungszeit antraten. Paul und Paula nahmen dabei einen ihrer Zöglinge mit zum Albrechtshainer See.
 
 


Nur etwa 10 km von ihrem Sommerrevier entfernt, bot ihnen dieser See lange Zeit mit vielen Algen in Ufernähe gute Futterbedingungen.


Gebalzt haben die beiden Alten hier schon ausgiebig.


Zum Leckerlie-Empfang traten sie alle drei manierlich an..


Zu dritt behaupteten sie sich auf dem Albrechtshainer See energisch und angriffsmutig mit "prahlerischer" Flügelstellung gegenüber den anderen dort noch versammelten Schwänen.


Die beiden anderen Jungschwäne verbrachten die Zeit bis Dezember allein auf dem Lehmgrubenteich, 400 m vom Schwemmteich entfernt. Dann verschwandt einer.


Der zurückgebliebene Jungschwan hatte Ende Januar die frostigen Tage zusammen mit vielen Stockenten in dem von diesen eisfrei gehaltenen Wasserloch an der Weißen Brücke zu überstehen. Tierliebende Menschen versorgten ihn aber gut. Dann ward auch er nicht mehr gesehen, was mit der Rückkehr der hier revierbeherrschenden Elternschwäne Paul und Paula zu tun haben könnte.


Diese besuchten im Januar mit ihrem mitgenommenen Zögling den Lehmgrubenteich. Als es frostig wurde, verschwanden sie wieder.


Paul und Paula, die beiden Höckerschwäne (Cygnus olor), kehrten dann Anfang Februar allein zurück auf den Lehmgrubenteich und nahmen ab 10. März beständig ihr altes Revier, den Schwemmteich, wieder in Besitz. Damit begann das Macherner Schwanenjahr 2000.

Weiteres über Macherner Schwäne:
1. http://home.uni-leipzig.de/mielke/schwaene/schwaene.htm
2. http://home.uni-leipzig.de/mielke/wildtiere/wildtiere.htm
3. http://home.uni-leipzig.de/mielke/swan2003/swan2003.htm
4. http://home.uni-leipzig.de/mielke/swan2004/swatrag.htm
5. http://home.uni-leipzig.de/mielke/swanalia/swanalia.htm
6. http://home.uni-leipzig.de/mielke/swan2005/swan2005.htm


Schwäne anderswo

Schwanenparade

Seit Juli 1994 existiert in Mecklenburg-Vorpommern der Vogelpark Marlow. Dort wurden im Juli 1999 die bei uns in Deutschland seltener anzutreffenden Schwäne fotografiert:

Schwarzhalsschwäne/Schwarzschwan/Koskorobaschwan/Singschwäne

Schwanenservice

Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen stellt im Jahre 2000 in ihren Besucherräumen Speiseserviceteile aus. Sie gehören zum berühmten "Schwanenservice":

Es wurde für Heinrich Graf von Brühl (1700 - 1763) geschaffen. Die Formen stammen von Johann Joachim Kaendler und Johann Friedrich Eberlein u. a. aus den Jahren 1737 - 1741.

Schwanenfreund

"Apollo mit Lyra und Schwan" als Deckengemälde im Foyer der Semperoper in Dresden.

Schwanengalan

Im Zypern-Museum in Nikosia ist das römische Mosaik aufgehängt, das "Leda mit dem Schwan" zeigt. Aus einem gegebenen Anlass fielen U. Johannsen, Freund und Tierarztkollege des Autors, folgende Bemerkungen zu dem Bild ein:

"Man sieht hier Leda mit dem Schwan.
Die Leda lässt die Hüllen fallen
und zeigt den Po uns, ihren drallen.
Zeus-Schwan schaut hin mit Kenner-Blick,
verdreht den Hals mitsamt Genick.
Die Frage ist nicht einerlei:
Hat er's noch vor? - Ist's schon vorbei?"

Schwanendraufgänger

"Leda mit dem Schwan" von Peter Paul Rubens in der Gemäldegalerie Alter Meister" der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: Er ist dabei! Helena und die Dioskuren Kastor und Pollux winken.

Schwanenbewacher

Der Leipziger Maler Michael Triegel (1968) malte 2005 das Bild "Leda": Leda blickt keck, der Schwan bewacht sie (Leipziger Volkszeitung 29. 12. 2005).


Schwanenvater

"Leda mit dem Schwan" von Leonardo da Vinci. Sie umarmt ihren Zeus-Schwan und zeigt uns stolz ihre 3 göttlichen Zeus-Kinder, die Zwillinge Kastor und Pollux sowie Helena, und auch ihre Tochter  von ihren Mann, dem König Tyndareos, Klytaimestra :

Schwanenrabauke

Auf dem See des Kurparks in Bad Kösen lebt ein etwas eigenwilliger und mitunter sogar bösartiger Schwan, dem es beliebt, den am Rand des Sees stehenden Leuten schnell einmal in die Schuhe oder ihnen beim kühnen Streichelversuch in die Hände zu zwacken. Er wurde fotografiert im Mai 2000:

Kurz vor einer Attacke auf den Schuh des Autors!

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Machern, 15. 05. 2000/Prof. Dr. Heinz Mielke
Am 14. 06. 2002 nach Besuch der Semperoper und der Gemäldegalarie in Dresden wurden die beiden Bilder zum Thema Schwanenfreund und Schwanendraufgänger aufgenommen.
Last updatet: 05. 05. 2003, dann 24. 09. 2005 (Schwanenvater) und 29. 12. 2005 (Schwanenbewacher)