Weitere wundersame Tiergeschichten eines Tierarztes aus Machern in Sachsen

Weitere wundersame Tiergeschichten eines Tierarztes aus Machern in Sachsen

4. Bemerkenswerter Fauna-Nachwuchs 2000 im Macherner Schlosspark

Ende März wurden im Streicheltiergatter am Schloss zwei Kamromschnucken-Lämmer (Bildmitte links) und ein reinrassiges Kamerun-Lamm (Bildmitte rechts) geboren. Auf dem Bild sind sie 6 Tage alt.

Die Mutter der Zwillinge ist die grauschwarze Romschnucke, ein Kreuzungstier aus Romanov-Schaf und Gehörnter Grauer Heidschnucke. Im anderen Fall ist die Mutter das Kamerunschaf mit dem weißgestiefelten rechten Hinterfuß. Der Vater von allen drei Lämmern ist der im Januar verendete Kamerunbock Eberhard.


Schon Mitte April waren 11 kleine Stockentchen, gerade 5 Tage alt, mit Mutterschutz auf dem Schwemmteich zu sehen. Es war 2000 hier die erste Brut. Weiterer Nachwuchs wird folgen, auch bei den Bleßrallen, den Haubentauchern, den Reiherenten und den Tafelenenten sowie bei dem Schwänen.


8 Tage alt sind hier die am 19. Mai geschlüpften 7 grauen Dunenschwänchen. Ihre Eltern sind die Höckerschwäne Paula und Paul. Bald danach wechselte die Schwanenfamilie wieder einmal vom Schwemm- auf den Lehmgrubenteich, wo sie sich längere Zeit aufhielt, offenbar wegen der besseren Nahrungsquellen.

Hier sieht man das ältere der beiden Pfaupaare. Es hat Nachwuchs bekommen. Etwa 30 Tage hatte sich die Pfauhenne dem Brutgeschäft gewidmet, und zwar versteckt im Nachbargelände. Am 12. Juni kam sie mit 3 Küchlein zu den anderen Pfauen in den Hirschgarten zurück.

Auf dem Bild sieht man nur eins ihrer etwa 3 Tage alten Kücken. Die beiden anderen werden von ihr vorsorglich abgedeckt. Sie leitet und verteidigt ihre Nachkommen umsichtig, während der Pfauhahn sich wenig darum kümmert.

Großer Dank gebührt dem Hegemeister des Hirschgartens Horst Kunath aus Machern. Er bemerkte am 14. Juni, wie eines der 3 Damtiere gerade ihr frischgesetztes Kalb in Schutz von Brennesseln ablegte. Vorsichtig wurde dort später das nun 4-5 Stunden alte Kälbchen fotografiert. Schon 24 Stunden nach der Geburt würde das Kleine bei Annäherung von Gefahr fliehen und eine solche Aufnahme von ihm fast unmöglich sein.

Jetzt verharrte es ganz ruhig und keineswegs ängstlich. Seine Mutter graste derweil fernab und ablenkend von der "Ablegstelle" zusammen mit ihrer Damwildherde. Sie wird aber regelmäßig dort zum Säugen erscheinen und später das Kälbchen auch zur Herde führen und es noch etwa 11 Monate mit Muttermilch versorgen.


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Machern, 18. 06. 2000/Prof. Dr. Heinz Mielke