Christian Herbig:

Professionalität und Professionalisierung von Lehrkräften im Umgang mit Vielfalt: Delphi-Studie zum individuell fördernden Umgang mit Vielfalt im gymnasialen Bildungsgang und Ableitung von Rückschlüssen für die erste Phase der Lehrer_innenbildung

Die Verbindung von inklusiver Bildung und begabungsorientierter Bildung stellt aus schul- und unterrichtspraktischer sowie wissenschaftlicher Sicht einen bisher wenig beachteten Ansatz dar, um einen bildungsgerechten Umgang mit Vielfalt und eine optimale Passung durch individuelle Förderung zu ermöglichen. Entsprechende Konzepte der individuellen Förderung kommen im Sekundarbereich – und hier insbesondere im gymnasialen Bildungsgang – nur in unzureichendem Maße zur Anwendung. Aus veränderten pädagogischen Anforderungen und Rahmenbedingungen (u.a. steigende gymnasiale Übertrittsquoten, Ermöglichung von Partizipation bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Leistungsorientierung und Begabungsförderung) ergeben sich Desiderata an empirischen Befunden, die eine evidenzbasierte Professionalisierung von zukünftigen Lehrkräften ermöglichen.

 

Dr. Florian Heßdörfer:

Das Dispositiv der Begabung. Zur Genealogie des begabten Subjekts

Das Forschungsprojekt untersucht die Geburt der „Begabung“ im 19. Jahrhundert und verortet sie in jenem Bedingungsgeflecht, für das Michel Foucault den Begriff des Dispositivs geprägt hat. Das Begabungskonzept wird als eine spezifische Ausprägung des Denkens der Potentialität herausgearbeitet, das sich einerseits um die Problematik des Erkennens, Messens und Nutzens von Ressourcen herum ordnet und andererseits zum integralen Bestandteil eines neuen Subjektivierungsmodells wird.

 

Tillmann Grüneberg:

Begabungsvielfalt als Herausforderung der Studienberatung- Entwicklung und Evaluation eines systemischen Beratungskonzepts für die Begabtenförderung

Der Übergang von der Schule ins Studium ist bislang ein wenig beachtetes Gebiet innerhalb der Begabungsforschung. Für eine nachhaltige Begabtenförderung ist jedoch Begleitung und Beratung gerade innerhalb dieser entwicklungspsychologisch relevanten Phase besonders wichtig. Durch das Vorhandensein von vielfältigen Begabungen und Interessen wird die Studienwahl zur entscheidenden Herausforderung. Ziel der empirischen Arbeit ist es, wichtige Einflussfaktoren einer gelingenden Studienwahl von vielfältig begabten Schüler_innen transparent zu machen und darauf aufbauend geeignete Unterstützungsangebote zu erarbeiten. Den Kern der Arbeit macht daher die Entwicklung und Evaluation eines spezifischen Beratungskonzepts aus. Den Grundsätzen der systemischen Beratung folgend soll ein projektiv-imaginatives Verfahren entwickelt werden, welches die gesamtbiografische Entwicklung des/der zu Beratenden in den Mittelpunkt stellt. In der Konzeptionierung und Prüfung werden theoretische und praktische Überlegungen mit quantitativen und qualitativen Methoden der Evaluations- und Wirkungsforschung trianguliert. Parallel zum Dissertationsprojekt soll eine entsprechend ausgerichtete Beratungsstelle an der Universität Leipzig aufgebaut werden, in welcher das Konzept praktisch erprobt und geprüft wird. Der Projektzeitraum ist für 2014-2018 geplant.

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