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Treppe im Frankfurter „Römer“, 1962

 

 

Ursula Edelmann – Fotografien aus einer kleinen Großstadt

AUSSTELLUNGSZENTRUM KROCH-HAUS
23. Februar bis 09. April 2005
Eröffnung am 22. Feb um 19:00 Uhr

Öffnungszeiten
Di, Do, Fr: 10.00 - 17.00 Uhr
Mittwoch 12.00 - 17.00 Uhr
Samstag 10.00 - 13.00 Uhr
Montag, Sonntag und an Feiertagen geschlossen


Presseinformation


 


Johann Heinrich Dannecker, Ariadne auf dem Panther, 1983

 

 


Römerberg, Römerfront, 1958

 

 


Römerberg mit Gerechtigkeitsbrunnen. Dom, ehemalige Stifts- und Pfarrkirche St. Bartholomäus, 1949

 

 


Ehemalige Dominikanerkirche, Chor, 1955

 

 


Turnhalle,1956

 

 


Frankfurter Messeturm und Umgebung, 2001

 

 

 

Information:
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Die Architektur- und Kunstfotografie von Ursula Edelmann wurde vielfach in Kunstbänden, Zeitschriften, Zeitungen, auf Plakaten und Postkarten veröffentlicht. Mit handwerklicher Perfektion und präzisem Blick erfasst sie ihren Gegenstand, vor allem Architektur und Werke der bildenden Kunst in Frankfurter Museen. Die Ausstellung zeigt – mit einer Großbildkamera aufgenommene – Schwarzweiß-Arbeiten aus fünf Jahrzehnten, dazu einige Farbaufnahmen aus jüngerer Zeit.

Als die junge Fotografin 1949 aus Berlin nach Frankfurt am Main kam, um dort eine Stelle in einem Fotostudio anzutreten, war sie verblüfft, dass man alles zu Fuß erreichen konnte. Die Stadtentwicklung ihrer „kleinen Großstadt“ Frankfurt am Main, die ihr zur Wahlheimat wurde, begleitete Ursula Edelmann als freie Fotografin von 1950 bis heute: Sie zeigt Frankfurt als kriegszerstörte Stadt, in der Phase des Wiederaufbaus und während des Umbaus zur modernen Wirtschaftsmetropole.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte Ursula Edelmann eine Lehre bei dem Potsdamer Fotografen Max Baur absolviert, der heute als einer der bedeutendsten Vertreter der photographischen Moderne gilt. Der „Meister der Lichtführung“ war sowohl der Bauhaustradition als auch avantgardistischen Strömungen der 20er und 30er Jahre verpflichtet, und von ihm lernte sie eine sachliche, klare Bildsprache und den perfekten Einsatz von Licht. Die Architekturfotografie war der Bereich, für den sie durch ihre Ausbildung besonders geschult war und der zugleich ihrem persönlichen Interesse entsprach. Sie dokumentierte Ruinen und Trümmerlandschaften, die der Krieg in Frankfurt hinterlassen hatte, die noch intakte historische Bausubstanz sowie die Neubauprojekte der Aufbauphase.

Die Frankfurter Altstadt mit ihren kleinen Gassen war 1944 vollständig verbrannt. Auch die Fassaden und Innenräume des als „Römer“ bezeichneten Ensembles wurden weitgehend vernichtet. Im Rahmen der Darstellung des Wiederaufbaus dieses bekannten Frankfurter Rathauses entstand ihr wohl bekanntestes Fotomotiv, die spiralförmig geschwungene Treppe vor den Sitzungsräumen des Senats (siehe Abb. oben, Treppe im Frankfurter „Römer“, Aufnahme 1962).

Eine ganze Foto-Serie widmete sie den Ruinen der mittelalterlichen Klosteranlage (Dominikaner- und Karmeliterkloster) und ihrer mühsamen Rekonstruktion ab 1955. Der Frankfurter Dom hatte den Krieg unbeschadet überstanden (vgl. die Fotografie „Römerberg mit Gerechtigkeitsbrunnen, „Dom“, ehemalige Stifts- und Pfarrkirche St. Bartholomäus, 1949), während andere Gotteshäuser bis auf die Grundmauern zerstört worden waren. Gezeigt wird die Wiederherstellung der Heilig-Geist-Kirche, ehemalige Dominikanerkirche, Innenraum nach Wiederaufbau, (1962), der Katharinenkirche an der Hauptwache, nach Wiederaufbau (1956) oder der Aufbau der Nikolaikirche Alte Nikolaikirche am Römerberg, nach Wiederaufbau (1956).

In der Epoche des Wirtschaftswunders und in den 60er Jahren setzte eine rege Bautätigkeit ein. Viele Gebäude, die damals entstanden, wurden inzwischen längst wieder abgerissen, wie z.B. Zürich-Haus (1960-62) oder das Haus der Allibert GmbH (1968). Als Folge eines groß angelegten Wohnungsbauprogramms entstanden im Frankfurt der Nachkriegszeit zahlreiche neue Siedlungen, für die auch entsprechende Schulneubauten errichtet werden mussten. Bildbeispiele von Ursula Edelmann hierfür sind z.B. die Schule in Bonames, jetzt: Albert-Jaspert-Schule, Treppenhaus (1956) und die Kuhwald-, jetzt: Georg-Büchner-Schule, Treppenhaus, (1956). Eines ihrer berühmtesten Bilder von zeitloser Gültigkeit, das wohl jedem Betrachter eigene Erfahrungen mit dem Schulsport in Erinnerung ruft, ist die Doppelturnhalle der Kuhwald- jetzt Georg-Büchner-Schule (1956).

Neben der Architekturfotografie widmete sich Ursula Edelmann seit den sechziger Jahren der Dokumentation von Werken der bildenden Kunst für Frankfurter Museen: Im Auftrag des Städelschen Kunstinstituts, des Liebieghauses und Goethehauses fotografierte sie Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen. Mit großem Einfühlungsvermögen für die Kunstwerke erreicht sie eine perfekte, werkgetreue Wiedergabe (siehe Abb. oben Johann Heinrich Danneckers: Ariadne auf dem Panther, Aufnahme 1983). Zu ihrer Arbeit mit Kunst erläutert sie: „Oft geht es darum, winzige Details herauszuarbeiten (...) sozusagen das Unsichtbare sichtbar zu machen.“ Und über ihre Haltung zur Fotografie im allgemeinen ergänzt sie: „Ich habe mich immer auf den Bildgegenstand eingelassen (...) ich habe immer eine Beziehung zu dem, was ich fotografierte, hergestellt. Das ist mir ganz wichtig. Irgendwas zu sehen, was mich an der Sache reizt.“

Mittlerweile kann Ursula Edelmann auf ein fünfzigjähriges fotografisches Oeuvre zurückblicken. Ihre Fotografien sind wichtige Zeitdokumente aus der Epoche des Wiederaufbaus der Wirtschaftsmetropole Frankfurt am Main, deren Umbau weiterhin andauert, wie ihre neuesten Bilder, z.B. „Messeturm“ des Architekten Helmut Jahn (Aufnahme 2001), zeigen. Doch ihre zunächst sachlich erscheinende Fotografie geht durch die Interpretation des Objekts und den meisterhaften Einsatz von Licht weit über das Dokumentarische hinaus. Und selbst ihre jüngsten Aufnahmen atmen die Stille einer Zeit, die noch keine digitalen Bilder kannte.

Quelle: Dr. Martina Mettner: Schwarzweiß mit der besonderen Note. Ursula Edelmann und ihre meisterliche Sachfotografie. In: Ursula Edelmann Fotografien, Universitätsdruckerei H. Schmidt, Mainz, 2002, S. 9-16.

 


 



 

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