Stellungnahme von Prof. Dr. Stefan Troebst zur Auflösung des Kompetenzzentrum Mittel- und Osteuropa e.V.

Mit der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 9. Januar 2017 wurde die Auflösung des KOMOEL e.V. offiziell in die Wege geleitet.

Der auf Initiative der Universität Leipzig 2003 gegründete Verein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, sächsische Wirtschaftsunternehmen, Wissenschaftseinrichtungen und Kulturinstitutionen, die intensive Kontakte zum östlichen Europa pflegen, zu vernetzen. Zugleich wurden über Beratungshilfe, Vermittlung und Informationsverbreitung Interessierte in Studium, Aus- und Weiterbildung darin gefördert, in den Austausch mit den östlichen Nachbarländern treten. In den vergangenen 14 Jahren seit der Vereinsgründung hat das KOMOEL zahlreiche Projekte umgesetzt, Veranstaltungen organisiert und Publikationen erstellt. Den zahlreichen Aufgaben des Vereins war nur mit Hilfe einer Teilzeitstelle gerecht zu werden, die in den vergangenen Jahren durch die Universität Leipzig bereitgestellt wurde. Jedoch ist diese Unterstützung in Form einer WHK-Stelle sowie eines Büroraums mit entsprechender Ausstattung zum 31. Dezember 2015 ausgelaufen. Die Erfahrung des vergangenen Jahres hat gezeigt, dass eine regelmäßige und dem Vereinszweck entsprechende Tätigkeit ausschließlich mit freiwilligen Kräften bzw. mit bescheidener Aufwandsentschädigung nicht aufrecht zu erhalten ist. An dieser Stelle sei noch einmal herzlich den Geschäftsführern Stephan Kaschner sowie Elisa Satjukow für ihr Engagement gedankt.

Der Rückzug der UL ist insofern doppelt bedauerlich als der Gründungsimpuls für das KOMOEL 2003 aus dem Rektorat kam. Der damalige Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Professor Helmut Papp, reagierte damit auf eine Empfehlung der Sächsischen Hochschulentwicklungskommission, die Mittel- und Osteuropakompetenz am Standort Leipzig durch Bündelung zu stärken sowie nach außen sichtbar zu machen. Das ist uns dank tatkräftiger Mithilfe der UL, der außeruniversitären Forschungslandschaft sowie der regionalen Wirtschaft gut gelungen, vor allem durch unsere Veranstaltungsformat „Botschafterbesuche“ und „Sächsischer Mittel- und Osteuropa-Tag“, den wir in jährlichem Wechsel an Hochschulstandorten des Freistaates – Leipzig, Dresden, Chemnitz, Zwickau und Görlitz – sowie in der Tschechischen Republik (hier in Usti nad Labem/Aussig) und in Polen (hier in Zgorzelec) durchgeführt und die Ergebnisse in einer Schriftenreihe publiziert haben. Unsere Gründungsgeschäftsführerin Loretta Huszak, die heute als Professorin an der International Business School Budapest Management Studies lehrt, hat sich dabei große Verdienste erworben.

Kaum gegründet, kam auf das KOMOEL eine veritable Mammutaufgabe zu, nämlich für den Freistaat ins Rennen um den Standort des geplanten Bundesinstituts für Wirtschaft und Kultur Osteuropas zu gehen. Gegen harte Konkurrenz aus anderen Bundesländern konnten wir uns letztlich durchsetzen und die geplante Neugründung wurde 2006 als Fraunhofer-Mittel- und Osteuropa-Zentrum – heute Fraunhofer-Zentrum für internationale Management und Wissensökonomie – in Leipzig angesiedelt. Und im selben Jahr wurde auch das Moldova-Institut Leipzig – weltweit das einzige auf dieses Land spezialisierte Institut außerhalb Moldovas – gegründet.

Seitdem hat sich die institutionelle Forschungslandschaft zum östlichen Europa bei uns weiter verdichtet. Im letzten Jahr hat das KOMOEL die Funktion einer Leipziger Zweigstelle der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde mit Sitz in Berlin übernommen und 2017 ist sowohl das GWZO Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Leibniz geworden – unter der Bezeichnung Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa – wie auch die Leibniz-Gemeinschaft seitdem einen in Leipzig angesiedelten Leibniz-Wissenschaftscampus „Eastern Europe – Global Area“ bewilligt hat, für den das hiesige Leibniz-Institut für Länderkunde federführend ist.

Die Universität Leipzig schließlich hat unlängst ein Masterprogramm „European Integration in East Central Europe“ gestartet. Derzeit gibt es überdies den Plan, das von Stephan Kaschner und mir verantwortete Masterprogramm „European Studies“ um eine separate Linie speziell zu Osteuropa zu erweitern.

All dies ändert aber nichts an dem bestehenden finanziellen und strukturellen Problemen, mit denen das KOMOEL seit über einem Jahr zu kämpfen hat und für deren Lösung es nach Meinung des Vorstandes keine realistische Perspektive gibt. Dadurch sind wir in die Situation geraten, dass wir unseren Mitgliedern, von denen die institutionellen ja nicht unerhebliche Jahresbeiträge entrichten, keine adäquate Gegenleistung mehr anbieten können. Darum haben die Mitglieder einstimmig die Auflösung des Vereins und die Übereignung des verbliebenen Vereinsvermögens an das Moldova-Institut beschlossen.

Wir danken allen Mitgliedern und Angestellten, die im Laufe der letzten Jahre für das KOMOEL tätig waren, für ihre Impulse und ihr Engagement.

Für den Vorstand

Prof. Dr. Stefan Troebst

 


Slowakische Filme in Leipzig

6.-7.12.2016

Ort: Kinobar Prager Frühling, Bernhard-Göring-Straße 152
Haus der Demokratie, 04277 Leipzig, www.kinobar-leipzig.de
6.12.2016, 18:00 Uhr

Vöglein, Waisen und Narren

[Vtáčkovia, siroty a blázni]
CSSR 1969 von Juraj Jakubisko, mit Philippe Avron und Magda Vásáryová
78 min., slowakisches Original mit deutschen Untertiteln
Die Geschichte zweier junger Männer, die sich gegen das Erwachsenwerden wehren und in die Welt der Fantasie fliehen wollen. Dabei werden sie durch die Liebe zu einer jungen Frau hartnäckig behindert. Ein formal bemerkenswerter Film, der Vision und Wirklichkeit miteinander verschränkt und als allegorischer Kommentar zur politischen und sozialen Ordnung der damaligen CSSR gedeutet werden kann.
7.12.2016, 17:00 Uhr

Ruhe in der Seele

[Pokoj v duši]
Slowakei 2009 von Vladimír Balko
97 min., slowakisches Original mit deutschen Untertiteln
Nach 5 Jahren aus dem Gefängnis entlassen, sucht Tóno nach seinem neuen-alten Platz in der slowakischen Dorfgemeinschaft am Rande der niederen Tatra. Eine Geschichte über Wilderei und Patriachat, rassistisches Sentiments und Liebe, Freundschaft und Glauben.

Veranstaltung in Kooperation von:
dem Honorarkonsul der Slowakischen Republik für Sachsen (www.slowakei-leipzig.de) und Thüringen mit KOMOEL – Kompetenzzentum Mittel- und Osteuropa an der Universität Leipzig (http://home.uni-leipzig.de/komoel/)

Die Veranstaltung wird gefördert durch:
– das Ministerium für internationale und europäische Angelegenheiten der Slowakischen Republik
– das Ministerium für Kultur der Slowakischen Republik
– das Slowakische Filminstitut (SFU)
Deshalb ist der Eintritt frei!

Online unter: https://www.facebook.com/events/1473134019367553/

 


„SAVE US GERMANY DON’T FORGET US PLEASE“

Fotografien aus Idomeni. Von Maximilian Schulz.

  1. – 21. Juli 2016

Projekt- und Hörgalerie „AundV“, Lützner Straße 30, 04177 Leipzig

245 Idomeni CampIdomeni, der kleine Ort an der griechisch-mazedonischen Grenze, wurde zum internationalen Symbol der europäischen Flüchtlingspolitik. Mehr als 10.000 Menschen strandeten dort im Frühjahr 2016, als ihnen die Weiterreise nach Norden verwehrt wurde. Im Winter unter freiem Himmel campierend fehlte es an warmer Kleidung, Nahrung und medizinischer Versorgung. In dieser Situation machte sich auch eine Gruppe von Flüchtlingshelfer*innen und Sanitäter*innen aus Leipzig auf den Weg nach Idomeni, um Nahrung und Sachspenden zu verteilen, medizinische Hilfe zu leisten und die freiwilligen Helfer*innen vor Ort zu unterstützen. Hier entstanden die Aufnahmen von Maximilian Schulz. Durch die analoge Kamera und den empathischen Zugang des Fotografen entsteht ein intimer Blick zurück – zurück auf einen Ort des Wartens, der Hoffnung und Enttäuschung. Mit der Auflösung des Camps im Mai dieses Jahres verschwanden die Menschen Idomenis aus der internationalen Öffentlichkeit. Doch in dutzenden kleinen Idomenis warten viele von ihnen noch immer in Griechenland auf Weiterreise oder ein Asylverfahren. „SAVE US GERMANY DON’T FORGET US PLEASE“ steht auf der Pappe des kleinen Mädchens geschrieben. Um daran zu erinnern, ist ihnen diese Ausstellung gewidmet.

Der Fotograf

Maximilian Schulz wurde 1987 in Leipzig geboren. 2015 schloss er sein Masterstudium in Mittlerer und Neuerer Geschichte ab und promoviert zurzeit am Historischen Seminar der Universität Leipzig. Als Flüchtlingshelfer ist er seit Herbst 2015 tätig. Schulz fotografiert ausschließlich analog.

Termine

Vernissage: 7. Juli, 18.30 Uhr

mit einführenden Worten und einer kommentierten Führung von Maximilian Schulz und seinen Reisebegleiter*innen

Finissage: 21. Juli, 19 Uhr

mit einer Diskussion über die Situation von Geflüchteten in Griechenland seit der Räumung Idomenis mit Vertreter*innen des Dresden-Balkan-Konvois

Weitere kommentierte Führungen:

  1. und 17. Juli, jeweils 16 Uhr

Öffnungszeiten:

Do – Fr 17-20 Uhr

Sa – So 15-20 Uhr

 


 

Neue Adresse

Das KOMOEL ist ab sofort unter folgender Adresse erreichtbar:

KOMOEL c/o Stephan Kaschner
Global and European Studies Institut
Emil-Fuchs-Str. 1
04105 Leipzig
Raum 3.14

Tel. 0341 – 97 30 263

 


Das war das 23. Leipziger Europaforum:

Abbildungsnachweis: Alle Fotografien von Rainer Mende.


 

23. Leipziger Europaforum

Schaffen wir das Europa? Die EU und die Flüchtlingsfrage

Dramatisch zunehmende Fluchtbewegungen stellen die Europäische Union gegenwärtig vor große Herausforderungen. Die Bevölkerung in den Mitgliedsstaaten reagiert mit Hilfsbereitschaft und Anteilnahme, aber auch mit Ablehnung oder gar Hass. Selbst die Regierungen vertreten in dieser Frage gegensätzliche Positionen. Worin sind die unterschiedlichen Haltungen begründet? Ist die viel beschworene europäische Wertegemeinschaft nur ein leeres Bekenntnis? Welche Gefahren gehen von nationalistischen und populistischen Strömungen für Europa aus? Droht Europa an der Flüchtlingsfrage zu zerbrechen oder schaffen wir ein solidarisches Europa, das enger zusammenrückt?

mit
Philippe Gustin (Präfekt und ehemaliger Botschafter Frankreichs in Rumänien)
Rebecca Harms (MdEP, Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz)
Thomas Hoffmann (Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.)
Elisabeth Kotthaus (Stellv. Leiterin der politischen Abteilung, Vertretung der EU-Kommission in Deutschland)
Zdzisław Krasnodębski (MdEP, Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer)
Moderation: Eckart Stratenschulte (Direktor Europäische Akademie Berlin)

 

Wo: Zeitgeschichtliches Forum Leipzig, Grimmaische Str. 6, 04109 Leipzig

Wann: 19. März 2016, 17 Uhr

Hier geht’s zum Veranstaltungsflyer für das 23. LEIPZIGER EUROPAFORUM.


Liebe Freunde,

unser Fotowettbewerb “osteuropa.im.blick” ist zu Ende und wir danken für über 60 Einsendungen!

Nach langem Diskutieren haben wir jetzt auch einen Sieger gekürt. Diesen und alle weiteren Beiträge findet ihr auf unserer Homepage. (mehr Informationen)


StartseiteAuf Radio Mephisto 97.6 gibt es einen Beitrag zu den osteuropa.kompetent Thementagen.


Osteuropa-Thementage “o.k. – osteuropa.kompetent”

2.Nov – 4.Nov 2015

Die Thementage „o.k. – osteuropa.kompetent“ verbinden interkulturelle
Begegnungen, Erfahrungsaustausch und Informationsveranstaltungen mit
einem vielfältigen kulturellen und wissenschaftlichen Rahmenprogramm zum
Forschungsschwerpunkt Osteuropa in Leipzig.


Hier gehts zum Programm…