Textfeld: Lehre

Philologische Fakultät

Institut für Germanistik

 

Prof. Dr. Sabine Griese

Germanistische Mediävistik

Ältere deutsche Literatur

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2019

 

Vorlesung:  Einführung in die Ältere deutsche Literatur

 

·  donnerstags, 09.15-10.00 Uhr

·  HS 9

 

Pflichtmodul für 4. FS Neues Staatsexamen MS/Gym: Geschichte der deutschen Sprache und Ältere deutsche Literatur (Modulnummer 04-003-1105); Wahlpflichtmodul für 4. FS Fach-BA: Geschichte der deutschen Sprache und Ältere deutsche Literatur (Modulnummer 04-003-1105)

 

Die Vorlesung bietet einen Überblick über die wichtigsten literarischen Felder und Texte der älteren deutschen Literatur: Antikenroman – Artusroman – Heldenepik – Gralroman – Tristanroman – Minnesang und Sangspruch – geistliche Literatur.

Dies geschieht anhand exemplarischer Zugriffe auf die deutsche Literatur des 9. bis 15. Jahrhunderts. Zudem ist ein Einblick in grundlegende Forschungsparadigmen der Mediävistik vorgesehen.

 

Als Textgrundlage fungiert ein Reader, der die Texte und Textausschnitte der Vorlesung versammelt. (Informationen dazu in der ersten Vorlesung am 4. April 2019).

 

 

Seminar: Hartmann von Aue, Der arme Heinrich

 

·  donnerstags, 15.15-16.45 Uhr

·  SR 224

 

Pflichtmodul für 4. FS Neues Staatsexamen MS/Gym: Geschichte der deutschen Sprache und Ältere deutsche Literatur (Modulnummer 04-003-1105); Wahlpflichtmodul für 4. FS Fach-BA: Geschichte der deutschen Sprache und Ältere deutsche Literatur (Modulnummer 04-003-1105)

 

Hartmann von Aue inszeniert seinen Erzähler als lesenden Ritter, der eine Geschichte über den Aussatz rezipiert habe und diese nun wiedererzähle. Ein tugendhafter Mann namens Heinrich erkrankt am Aussatz (Lepra, mhd. miselsuht), kein Arzt kann ihn heilen. Nur das Blut eines jungen Mädchens könnte ihn retten. Dieses Mädchen würde ihr Leben für die Rettung Heinrichs geben. Doch kurz vor der Tötung und Opferung passiert etwas.

Der Verstext vom armen Heinrich (1520 Verse) soll im Seminar gelesen, übersetzt und gedeutet werden. Die Konstellation des Textes (Wohlstand – Übermut – Strafe – Krankheit – Opferung) ist zu klären. Zudem wird zu fragen sein, in welchem Gestus hier erzählt wird, mahnend, warnend, beispielhaft? Wer ist die Hauptfigur des Textes? Wie steht es mit dem Wissen über Lepra?

 

Textausgabe (bitte anschaffen): Hartmann von Aue, Der arme Heinrich, hg. von Hermann Paul, neu bearbeitet von Kurt Gärtner, 17. Auflage, Berlin/New York 2010 (ATB 3).

 

 

Seminar: Konrad von Würzburg, Das Herzmaere

 

·  donnerstags, 17.15-18.45 Uhr

·  SR 224

 

Pflichtmodul für 4. FS Neues Staatsexamen MS/Gym: Geschichte der deutschen Sprache und Ältere deutsche Literatur (Modulnummer 04-003-1105); Wahlpflichtmodul für 4. FS Fach-BA: Geschichte der deutschen Sprache und Ältere deutsche Literatur (Modulnummer 04-003-1105)

 

Konrad von Würzburg erzählt mit seinem Herzmaere (588 Verse) eine Liebesgeschichte, die Ehebruchsgeschichte ist, die mit dem Tod der beiden Liebenden endet, die verstört und drastisch überformt. Konrad von Würzburg möchte eine Beispielgeschichte von wahrer Liebe erzählen, und bietet dabei eine Geschichte vom gegessenen Herzen. Bedingung der Möglichkeit von aufrichtiger, wahrer Liebe scheint also der Tod zu sein.

Dieser Verstext soll genau gelesen, übersetzt und interpretiert werden, um zu klären, worauf diese Anlage zielt. Zudem soll ein Blick auf die handschriftliche Überlieferung geworfen werden, auf die Varianten des Erzählens, auf das Vorbild Gottfried von Straßburg und den Tristanroman.

 

Eine Textausgabe wird in der ersten Sitzung (4. April) zur Verfügung gestellt.

 

 

Seminar: Salomon und Markolf

 

·  dienstags, 17.15-18.45 Uhr

·  SR 224

 

Pflichtmodul für 6. FS Fach-BA: Schwerpunkte der Literaturwissenschaft (Modulnummer 04-003-1113)

 

König Salomon, für das Mittelalter Inbegriff von Weisheit und Gerechtigkeit, trifft auf einen Widerpart, den unglaublich hässlichen, aber sehr beredten und frechen Markolf, der mit seiner Frau am Hof des Königs erscheint. Es kommt zu einer Auseinandersetzung zwischen König und Gast, erst einmal in einem Wortstreit, ein rasend schneller Schlagabtausch von Weisheiten des Königs und Frechheiten seitens Markolf findet statt, in dem Markolf den Herrscher besiegt. Er behält das letzte Wort. In einem zweiten Teil wird dieser Streit auf eine Handlungsebene verlegt, in verschiedenen Streichen beweist Markolf erneut seine Raffinesse, seine Listigkeit, seine Unverfrorenheit und zeigt gewissermaßen die Grenzen eines an traditionellen Regeln orientierten Herrschertums auf. Markolf agiert wie später Eulenspiegel agieren wird. Der Text basiert auf einer lateinischen Version (Dialogus Salomonis et Marcolfi), die vermutlich aus dem 11. Jahrhundert stammt. Im Seminar wird die erste deutschsprachige Fassung (Markolfs buch, 14. Jahrhundert, 1887 V.) gelesen und in ihrer sprachlichen Drastik zu deuten sein.

 

Der Text wird in der ersten Seminarsitzung (2. April) zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

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