Unsere Aufgaben

Die "Didaktik der romanischen Sprachen" ist in den 1990er Jahren aus den Fachdidaktiken der einzelnen romanischen Schulsprachen, vor allem der Fachdidaktik Französisch hervorgegangen. Dies geschah u. a. aufgrund der Aufwertung des Spanischen als Schul-
sprache und in Anlehnung an die romanistische Tradition der Sprach-, Literatur- und Kultur-
wissenschaften, die sich auf die Nähe der romanischen Sprachen untereinander stützen.

Ziele der Lehre

Die Didaktik der romanischen Sprachen richtet sich an Studierende des Lehramts Gymnasium für Französisch, Italienisch und Spanisch sowie an Studierende des Lehramts Oberschule (ehemals Mittelschule) Französisch und Spanisch sowie an Studierende des Lehramts Wirtschaftspädagogik Französisch. Abgeschlossen wird das Studium nach 10 Semestern mit einem Staatsexamen, das aus Modulleistungen und aus Leistungen von drei Abschlussprüfungen besteht. Die alten Studiengänge Staatsexamen (Immatrikulationen bis 2007) und BA-/MA (Immatrikulationen bis 2011) laufen aus.

In der Didaktik wird fachwissenschaftliches Wissen aus den Bezugswissenschaften (Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft, Pädagogik, Psychologie usw.) aus fachdidaktischer Perspektive analysiert und für den Unterricht nutzbar gemacht. Zuerst aber sollen die Studierenden in die Lage versetzt werden, sich ihre Vorerfahrungen beim Sprachenlernen (und ggf. bereits beim Sprachenlehren)
bewusst zu machen, um bestehende Muster zu entdecken und ggf. aufzubrechen. Vorwissen und Vorerfahrungen werden mit einschlägigen Forschungsergebnissen und modernen Unterrichtsprinzipien in Beziehung gesetzt, damit die Studierenden künftig reflektierte Entscheidungen über Lerninhalte, Lehrprinzipien und -verfahren treffen können.

Wir behandeln im Wesentlichen folgende Themenbereiche und Fragen:

Aufbau des Studiums (Staatsexamen)

In der Didaktik des Französischen, Spanischen und Italienischen werden vier Module belegt, die in der Regel zwischen dem 5. und 9. Semester studiert werden.

Didaktik I:
(10 ECTS)
Vorlesung "Einführung in die Didaktik der romanischen Sprachen"
Seminar "Unterrichtsplanung I"
Prüfungsleistung: Portfolio
Didaktik II
(5 ECTS):
Schulpraktische Studien II/III
Prüfungsleistung: Schulpraktische Leistung
Didaktik III
(5 ECTS):
Seminar "Themenspezifische, vertiefende Schwerpunkte"
Seminar "Unterrichtsplanung II"
Prüfungsleistung: Präsentation mit Portfolio
Didaktik IV
(5 ECTS):
Schulpraktische Studien IV/V
Blockpraktikum
Prüfungsleistung: Praktikumsportfolio

In der Vorlesung "Einführung in die Didaktik der romanischen Sprachen" werden Grundlagen für die letzte im Studium angelegte Disziplin gelegt. Das Seminar "Unterrichtsplanung I" bereitet gezielt auf die ersten Praxiserfahrungen vor (beides im Wintersemester). Die semesterbegleitenden, eng und individuell betreuten Schulpraktischen Studien II/III finden in Kleingruppen von Studierenden und Dozent_innen an Leipziger Schulen statt und sehen Hospitationen sowie eigene Unterrichtsversuche und deren Reflexion vor (Sommersemester). Das Seminar zu thematisch unterschiedlichen Schwerpunkten dient der Vertiefung spezifischer didaktischer Themen und das Seminar "Unterrichtsplanung II" vertieft unterrichtspraktische Aspekte (beides im Wintersemester). Die SPS IV/V werden im vierwöchigen Block in der semesterfreien Zeit nach dem 6., 7. oder 8. Semester (Gymnasium) bzw. 6. oder 7. Semester (Oberschule) (Frühjahr oder Herbst) absolviert.

Der Seminargestaltung liegen drei Prinzipien zugrunde:

Forschung

Ein zentraler Arbeitsbereich der Didaktik ist die Forschung. Das Ziel fremdsprachendidaktischer Forschung ist das bessere Verständnis der Lern- und Lehrprozesse des schulischen und außerschulischen Fremdsprachenlernens. Hieraus resultieren praxisbezogene und damit nützliche Forschungsergebnisse. In der Didaktik der romanischen Sprachen forschen wir derzeit zur Entwicklung der Sprech­fertigkeit im Fach Französisch mit Hilfe der Videographie und -analyse sowie zum strategiegeleiteten Wortschatz­lernen. Idealerweise werden - dem Humboldtschen Leitprinzip zufolge - Lehre und Forschung miteinander verbunden, damit sich die Studierenden aktiv in die Forschungs­prozesse einbringen und so von den Methoden und Erkenntnissen fachdidaktischer Forschung profitieren. In der Didaktik der romanischen Sprachen führen sie z.B. eigene Studien zur unterrichtlichen Vermittlung lexikalischer Lernstrategien durch, nehmen Transkriptionen mündlicher Sprachproduktion vor oder überprüfen Bewertungsraster im unterrichtlichen Kontext.