Universität Leipzig

Institut für Romanistik
Lehrstuhl für französische, frankophone und italienische Literatur- und Kulturwissenschaft

 
Forschungsseminar CGR

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Interdiszipinäres Forschungsseminar

Codierungen von Gender in der Romania

Interdisciplinary Research Seminar

Coding Gender in Romance Cultures

Séminaire de recherche interdisciplinaire

Codages du genre dans les pays de langues et cultures romanes

Seminario di ricerca interdisciplinare

Codificazioni di genere nei paesi di lingua e cultura romanza

Seminario de investigación interdisciplinaria

Codificaciones de género en los países de lenguas e culturas románicas

 

Leitung: Prof. Dr. Uta Felten/wissenschaftliche Koordination: Dr. Tanja Schwan

Das interdisziplinäre Forschungsseminar CGR fördert wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Gender Studies, die sich aus epistemologischer Perspektive mit der medialen Modellierung von Blick, Körper und Gender befassen. Grundlage dieser Schwerpunktsetzung bildet die Beobachtung, dass die audiovisuellen und digitalen Medien (Kino, Theater/Oper, Fernsehen, Internet) bevorzugte Orte für die Verhandlung historischer ebenso wie zeitgenössischer Gender-Technologien bieten. Als Produkte der Kulturindustrie werden Medien nicht selten für die Stabilisierung heteronormativer Geschlechtermodelle funktionalisiert. Die Mechanismen biopolitischer Instrumentalisierungen sichtbar zu machen und kritisch zu hinterfragen, konstituiert daher ein zentrales Desiderat gegenwärtiger Gender-Forschung. Darüber hinaus gilt es, das transgressive und innovatorische Potenzial audiovisueller und digitaler Medien im Hinblick auf die ästhetische Ausgestaltung alternativer Gender-Codierungen jenseits einer heteronormierten Biopolitik aufzuzeigen, so etwa im französischen und italienischen Kino oder in der italienischen und französischen Oper des 17. bis 20. Jahrhunderts, die ein privilegiertes Medium nicht-normativen Genderings darstellt. Weitere Untersuchungsgegenstände sind Performanzen von Körper und Geschlecht in literarischen, pikturalen und filmischen Diskursen der Romania sowie Geschlecht als Kategorie kulturwissenschaftlicher Theoriebildung und ästhetischer Praktiken von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart in romanistischer und komparatistischer Perspektive.

Das CGR hat die Aufgabe, in Zusammenarbeit mit universitätsinternen, lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Kooperationspartnern gemeinsame Forschungsaktivitäten zu bündeln und voranzubringen, neue Projekte zu initiieren und Drittmittel hierfür einzuwerben, ein interdisziplinäres und internationales Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf- und auszubauen sowie regelmäßig wissenschaftliche Veranstaltungen als Foren fächerübergreifenden Austauschs zu organisieren. Den Auftakt bildete im Mai 2014 die internationale Eröffnungstagung „Coding Gender in Audiovisual Culture“, deren Akten (herausgegeben von Uta Felten, Tanja Schwan und Francisco Zurian) im Frühjahr 2015 in der neu gegründeten englischsprachigen Buchreihe „Coding Gender in Romance Cultures“ (CGRC) im Verlag Peter Lang erscheinen werden.   

 

LGBT-Culture