Elizabeth Shaw

Die irische Grafikerin und Kinderbuchautorin Elizabeth Shaw wurde am 4. Mai 1920 in Belfast (Irland) geboren. In ihrer Familie gab es damals weder einen Fernseher, noch ein Radio, sodass Elizabeth mit ihren drei Geschwistern stattdessen durch die Bücher-und Zeitungssammlung ihrer von Büchern begeisterten Eltern stöberte.

In ihrer Jugend zog sie mit ihrer Familie nach England, wo sie von 1938 bis 1940 an der Londoner Chelsea School of Art Kunst studierte, und mit besonderer Vorliebe Illustrationen und Zeichnungen anfertigte.

Nach ihrem Studium leistete Elizabeth Shaw bis 1944 als Mechanikerin ihren Wehrdienst.

Mit ihrem Ehemann dem Bildhauer und Maler René Graetz, den sie ebenfalls 1944 heiratete, zog sie nach Berlin-Zehlendorf. In Berlin begann sie für die Satirezeitschrift „Ulenspiegel“ zu schreiben, später vor allem für den Eulenspiegel und ab 1950 war sie Karikaturistin für die sozialistische Tageszeitung „Neues Deutschland“.

Shaw illustrierte später Gedichte von Bertolt Brecht, sowie eigens verfasste Kinderbücher. Außerdem fertigte sie Illustrationen zu Büchern von James Krüss, Gerhard Hotz-Baumert, Heinz Kahlau und Rainer Kirsch an.
Ihr erstes Bilderbuch „Der kleine Angsthase“ erschien 1963. Weitere Kinderbücher, wie zum Beispiel „Wie Putzi einen Pokal gewann“, „Bettina bummelt“, „Zilli, Billi und Willi“, „Als Robert verschwand“, „Die Landmaus und die Stadtmaus“ wurden ebenfalls von ihr geschrieben und illustriert.

Außerdem illustrierte sie Geschichte und Texte von anderen Autoren, wie auch von Mark Twain, Erich Kästner und Astrid Lindgren. Viele ihrer Bücher sowie der von ihr illustrierten Werke sind im Kinderbuchverlag Berlin erschienen. Elizabeth Shaw war eine der beliebtesten Illustratorinnen der DDR (Deutsche Demokratische Republik), noch heute werden ihre Bücher gedruckt und erfolgreich verkauft.

Die Illustrationen Shaws lassen sich aufgrund ihres eigenen Stils wiedererkennen: Die Umrisse zeichnete die Künstlerin mit Feder und Tinte. Klare, feine Linien und eine lockere Strichführung sind kennzeichnend. Koloriert wurden ihre Zeichnungen mit hellen, freundlichen Wasserfarben. Außerdem typisch war ein gewisses Wechselspiel von Text und Illustrationen, immer wieder lassen sich kleine Szenen und Figuren zwischen den Zeilen entdecken.

Für ihre zahlreichen Arbeiten erhielt Elizabeth Shaw mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Kunstpreis der DDR, den Hans-Baltzer-Preis, den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig und den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste Berlin.
Am 27. Juni 1992 verstarb sie im Alter von 72 Jahren in Berlin.


Quellen

Rossipotti Literaturlexikon für Kinder. Elizabeth Shaw

Wikipedia. Elizabeth Shaw