„Deutsche Volksbibliothek“, 1954-1967

1954 wurde die „Deutsche Volksbibliothek“ durch Regierungsbeschluss ins Leben gerufen. Damit sollte der Arbeiterklasse ein Grundstock an klassischer Literatur billig zur Verfügung gestellt werden. Das minderwertige Papier wurde durch den für den Aufbau-­Verlag typischen Leineneinband und einem illustrierten Schutzumschlag aufgewertet. Ergänzt wurde die Reihe durch knappe Informationen über Autor und seine Stellung in der bürgerlichen bzw. sozialistischen Revolution. Die Reihe wurde bis 1976 fortgeführt und kontinuierlich durch sozialistische Gegenwartsliteratur und ausländische Literatur erweitert.

Die Volksbibliothek entstand während der ersten Phase der Liberalisierung. Neben ihr wurden im Verlagsprogramm vor allem Werkausgaben zu Klassikerjubiläen und bekannter Exilautoren veröffentlicht. Der Verlag öffnete sich auch der westlichen Literatur und nahm Schriftsteller wie Ernest Hemingway und Jean Paul Sartre in seinem Programm auf. Gleichzeitig konnte Aufbau neue literarische Entdeckungen nicht nach seinen Vorstellungen verlegen, da Forderungen vonseiten der politischen Führung nach sozialistischer Gegenwartsliteratur bestanden. Dennoch gelang es dem Verlag durch geschickte Lektorenarbeit interessante Autoren aus sowjetischen Partnerländern wie Polen, der Tschechoslowakei und Estland zu gewinnen.