Blume/Keiderling/Saur: BUCH MACHT GESCHICHTE. Beiträge zur Verlags- und Medienforschung

BüchCover Festschrift Lokatis 978-3-11-048089-4er schreiben Geschichte, und das im mehrfachen Wortsinn. Ihr historisches Potenzial ergibt sich daraus, sie als Dokumente ihrer Epoche zu lesen. Aufschlussreich wird diese Lesart durch das Wissen um die Kräfte, die in ihrem Entstehungskontext wirkten. Die historische Verlags- und Medienforschung der Buchwissenschaft Leipziger Prägung hat diesen Ansatz vielfältig weiterentwickelt. Der 60. Geburtstag des Lehrstuhlinhabers Siegfried Lokatis bietet den Anlass, aus aktuellen Studien von rund 30 Mitarbeitern, Schülern und kooperierenden Wissenschaftlern zu berichten. Im Zentrum des Bandes steht das Agieren von Autoren, Herausgebern und Verlegern, die Buchhandelsgeschichte, die Werk- und Editionsgeschichte, Fragen der Gestaltung und Ästhetik des Mediums Buch sowie die zensorische Überwachung von Druckschriften im nationalen und internationalen Kontext.

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Moore/Spittel: Australian Literature in the German Democratic Republic – Reading through the Iron Curtain

A genuinely collaborative, cross-cultural examination of the publication and reception of Australian literature in the German Democratic Republic, this work is a revealing case study for newly global accounts of the cultural Cold War. Exploring the imaginative construction of the post-colonial South by the communist East, this is a multi-faceted, collaborative study of the reception of Australian literature in the German Democratic Republic. An account of fraught and complex cross-cultural literary exchange between two highly distinct, even uniquely opposed reading contexts, this study has resonance for all newly global reckonings of the cultural Cold War. Australian Literature in the German Democratic Republic is an investigative exposé of Australian literature’s revealing career in East Germany. Weiterlesen

Bonter/Haberland/Lokatis/Blume: Verlagsmetropole Breslau 1800 – 1945

Die schlesische Landeshauptstadt Breslau gehörte bis 1945 zu den großen Verlagsmetropolen im deutschsprachigen Raum mit einem großen Wirkungsbereich, was die wissenschaftlichen Bezüge und die Autoren betraf. Rund 300 Verlage und verlagsähnliche Institutionen waren ausgesprochen produktiv in allen literarischen Sparten. Breslau war der Sitz von großen Publikumsverlagen (wie z. B. Schottländer), wissenschaftlichen Verlagshäusern, Heimatverlagen, einer Reihe von aktiven jüdischen Verlagen, die heute vollkommen vergessen sind, wie auch einiger NS-Verlage. In dem Band werden einzelne Verlagshäuser in sehr ausführlichen Studien, die auf zahlreichen archivalischen Quellenforschungen beruhen, vorgestellt. Weiterlesen

Siegfried Lokatis/Theresia Rost/Grit Steuer (Hg.): Vom Autor zur Zensurakte. Abenteuer im Leseland DDR

Vom Autor zur ZensurakteNach 23 Jahren deutscher Einheit sind einstmals berühmte DDR-Autoren heute so gut wie vergessen. Aber lohnt es sich denn, sie neu zu entdecken – oder wenigstens den einen oder anderen von ihnen?

Um das zu entscheiden, bedarf es einer kritischen Lektüre, die zeigt, was seinerzeit an den Texten so spannend, ja für die Menschen lebenswichtig war. Mit den vollständig überlieferten Zensurakten der DDR gibt es für eine solche auch heute noch faszinierende Geheimgeschichte der DDR-Literatur eine einmalig günstige Quellenlage.
Kompakte Artikel stellen eine neue Sicht auf ältere Autoren wie Anna Seghers, Dieter Noll und Erwin Strittmatter vor. Sie befassen sich mit Meistern des Zensurkampfes wie Stefan Heym, Günter de Bruyn, Volker Braun oder Christa Wolf. Sie zeigen die Spielräume und Probleme kritischer Gegenwartsreportagen von Landolf Scherzer, Alfred Wellm und Daniela Dahn. Sie fragen danach, wie Märchen und wie Science-Fiction zensiert wurden, aber auch nach der Gutachtersprache, der Sprache des Zensors. Weiterlesen

Patricia F. Zeckert (Hg.): Flachware 3. Fußnoten der Leipziger Buchwissenschaft

Das offizielle Jahrbuch der Buchwissenschaft der Uni Leipzig geht in die dritte Runde! Diesmal wimmelt es von Jubiläen: Der neue Band beginnt mit Beiträgen zum Thema Buch und Ästhetik und nimmt damit Bezug auf den 250-jährigen Geburtstag der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst im Jahr 2014. Eine Rubrik beschäftigt sich mit zwei Unternehmungen Georg von Holtzbrincks, unter anderem dessen Buchklub im Vergleich zur Büchergilde Gutenberg, die 2014 ihr 90-jähriges Jubiläum begeht. Ein weiteres Themenspektrum widmet sich der realsozialistischen Buchhandels- und Verlagsgeschichte, darunter dem Domowina-Verlag, der 2013 im 55. Jahr existiert. Anschließend werfen die Autoren einen Blick auf Leipziger Nach-„Wende“-Gründungen im Buchwesen. Schließlich dreht sich in der letzten Rubrik alles um den Leser. Dabei findet auch der Rostocker Buchbasar Platz, der 2014 vor 50 Jahren zum ersten Mal stattfand. Weiterlesen

Siegfried Lokatis (Hrsg).: „Buchgeschichten: Wege zur Weltliteratur“

Inzwischen wissen wir, dass die Bücher unsterblich sind. „Das Buch“ wandelt die Form und erneuert sich, solange Leser es lieben und immer wieder für sich entdecken. Nichts anderes geschieht in diesem Buch …
Für jede Buchgeschichte stand das Problem, wie auf wenigen Seiten Autor und Buch, womöglich dessen Werk-, Übersetzungs- und Rezeptionsgeschichte zugleich, knapp, spannend und verständlich im historischen Kontext vorzustellen und dabei das Besondere, zur Lektüre Verführende herauszukitzeln sei. Und das möglichst auch noch auf eine originelle Weise, die den individuellen Zugriff des Verfassers spiegelt und so dem Leser Neues bieten kann: vielleicht die schwierigste Aufgabe, denn über die meisten der hier vorgestellten Werke war natürlich schon unendlich viel geschrieben worden.
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Thomas Keiderling – „Aufstieg und Niedergang der Buchstadt Leipzig“

U4a_Buchstadtende.inddBuchstadt Leipzig – welch schillernder Begriff, glücklich erfunden und gefeiert, anerkannt in der Welt, oszillierend in der jüngeren Geschichte, politisch genutzt, schöngeredet, totgesagt, mit Herzblut verteidigt. Das Buch von Thomas Keiderling ist inspiriert von dieser immer wieder aufkeimenden Frage nach der Buchstadt und möchte anhand einer historischen Analyse Klarheit schaffen.

Ein erstmals kritischer Rundgang durch die über 500 Jahre währende Leipziger Buchgeschichte fördert dabei Bekanntes, aber auch völlig neue Fakten, Zäsuren und Zusammenhänge zu Tage.Viele glauben, die Buchstadt Leipzig sei in erster Linie durch den erfolgreichen Verlagsbuchhandel und Buchdruck konstituiert worden. Aber das kann der Autor nach einer gründlichen Recherche ausschließen. »Buchstadt« muss etwas anderes, muss mehr meinen – aber was?

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Siegfried Lokatis (Hrsg.): „Neue Buchgeschichten: Wege zur Weltliteratur“

Wie wir Bücher ordnen, ist aus Sicht der Buchwissenschaft beinahe spannender als sie zu lesen. Ob nach Alter des Autors oder des Buches, in brandschutztechnischer Besorgnis, chronologisch oder diebstahlsichernd, nach Einbandqualität oder Erscheinen, Farbe oder Format, Gewicht, Höhe der IKEA-Regale oder ISBN-System, Jahr oder Jahrhundert, Kanon oder Katalog, nach Leseplänen, mit memnotechnischer Magie, nach Nummerierung, ordentlich preußisch, nach Provenienz, in repräsentativen Reihen, zum Schutz vor Staub, thematisch nach Titelgruppen, ungelesenem Umfang, Verlagen, Wohnungsgröße oder irgendeinem Zufallsprinzip. Solange man Bücher noch sehen, sammeln und anfassen kann, kann und muss man sie auch irgendwie ordnen genießen wir es. In der Welt der unsichtbaren Bücher bedarf es neuer Wege.

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