Es messet wieder.

Virtueller Ausstellungsrundgang

Es „messet“ wieder. Eine Geschichte des Leipziger Reclam-Verlages im Licht seiner Messestände von 1945 bis 1990

Reclams Stand zur „Musterschau Leipziger Erzeugnisse, die vom 18. bis 23. Oktober 1945 stattfand. Verantwortlich für die Standgestaltung war der Buchgestalter und Holzschneider Karl Stratil, wie die Skizze zeigt.

 

Reclams Messestand zur Ersten Friedensmesse vom 8. bis 12. Mai 1946. Der Stand mit Nummer 264 umfasste 17 qm: Unbekannte Person (UP), in der Mitte entweder Irma Bannasch (Sekretärin der Verlagsleitung) oder Käthe Barth (freie Mitarbeiterin) und rechts Auslieferungsleiter Konrad Walter.

 

Bücher sind Mangelware: Zur Frühjahrsmesse 1948 (2. bis 7. März) heißt es im Messebericht:

„Die ausgestellten größeren Verlagswerke sind nicht lieferbar. […] Den Buchhändlern aus den Westzonen ist nach wie vor zu bedeuten, daß es auf Grund der geringen Papierzuteilung ganz unmöglich ist, sie zu beliefern, da wir ja kaum die Buchhändler der Ostzone beliefern können. Bei Nachfrage soll auf die Reclam-Verlag G.m.b.H. Stuttgart hingewiesen werden.“
Zu sehen sind Auslieferungsleiter Konrad Walter, Ruth Scheufler (geb. Caffier, rechts) und eine Kollegin.

 

Besucher der Herbstmesse 1954 im Hansa-Haus: Mit der Parole „Für die Verbreitung…“ und der Grafik rechts könnte der Verlag auf das Einfuhrverbot von Leipziger Reclam-Büchern in die Bundesrepublik reagiert haben, das der Reclam Verlag Stuttgart im Jahr 1952 verhängen ließ.

 

Die sogenannte Rekonstruktion von Reclams Universal-Bibliothek (RUB) im Jahr 1963 –Entwurf und Gestaltung von Irmgard Horlbeck-Kappler – markiert nicht nur eine Zäsur im Verhältnis zum Stuttgarter Parallelunternehmen, sondern auch für die Entwicklung des Leipziger Hauses zu einem der interessantesten Verlage in Ostdeutschland. Zu sehen ist Vertriebsleiter Gottfried Berthold im Kundengespräch.

 

1984: Erhöhte Preise – „Preisniveau des Imbiß- und Verkaufswagens ist weiterhin erheblich gestiegen“ – und prominente Gäste.

Oben: Arbeitsbesprechung zur Messe 1984, von links: Klaus Selbig (Abteilungsleiter Literatur, HV Verlage und Buchhandel), Arno Lange (Sekretär Abteilung Kultur, ZK der SED), Ursula Ragwitz (Leiterin Abteilung Kultur, ZK der SED), Verlagsleiter Hans Marquardt, Klaus Höpcke (Leiter HV Verlage und Buchhandel, stellv. Minister für Kultur), im Hintergrund Dr. Dietmar Keller (Sekretär für Wissenschaft, Volksbildung und Kultur, SED-Bezirksleitung Leipzig).

Unten: Peter Merseburger (Korrespondent, Studioleiter der ARD in Ost-Berlin) im Gespräch mit Hans Marquardt.

 

1989: Blick in die Verlagsleiterkoje.