Reclam-Konferenz

Eine einzigartige Bibliothek der Weltliteratur

Konferenz: Reclams Universal-Bibliothek (RUB) im Leipziger Reclam-Verlag 1945–1990

25.–26. Oktober 2012, Haus des Buches (Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig) und Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Karl-Tauchnitz-Straße 1, 04107 Leipzig)

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Fachbereich Buchwissenschaft am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Akademie der Künste, dem Literaturhaus Leipzig und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und mit Unterstützung des Verlages Philipp Reclam jun. GmbH & Co. KG, Stuttgart




Auswahl der ersten RUB-Titel im Jahr 1946


Leipzig und seine großen Verlage Breitkopf & Härtel, Brockhaus, Insel und Reclam waren einst ein Begriff. Doch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, im sowjetisch besetzten Sachsen und dann unter den Bedingungen der DDR, kehrten viele private Verlage dem angestammten Standort den Rücken, andere existierten seither parallel in Ost- und Westdeutschland oder wurden enteignet.



Heute finden sich die Verlagsüberlieferungen meist nur noch in den Archiven, unter anderem in dem des Leipziger Reclam-Verlages. Die Stuttgarter Eigentümer haben schon zwei Jahre nach der Schließung des Leipziger Verlages im Oktober 2008 die temporäre Rückführung des Archivs zu Forschungszwecken veranlasst.



Der Leipziger Parallelverlag des traditionellen Familienunternehmens Reclam gilt seit der „Rekonstruktion“ seiner Universal-Bibliothek im Jahr 1963 als einer der interessantesten Verlage in der DDR. Sein enormes Ansehen ist auf vieldiskutierte, zuvor von der Zensur ausgegrenzte und überaus begehrte Publikationen zurückzuführen.



Im Mittelpunkt der Konferenz steht das Programm der Leipziger Universal-Bibliothek – klassische und neue Werke der deutschen und der internationalen Literatur, Philosophie, Kunst- und Kulturgeschichte. Erstmals kann ein archivgestützter Blick sowohl auf den Bedeutungswandel, dem der Universalgedanke im Kalten Krieg unterworfen war, als auch auf die Rolle von Verlagsleitern, Prokuristen und Lektoren in dem ostdeutschen Unternehmen nach der Lizenzierung und im kulturpolitischen System der DDR gerichtet werden.



Die Konferenz thematisiert dabei nicht nur Spielräume gegenüber der Zensur, sondern auch Strategien, diese zu nutzen, um als eloquenter Vermittler im deutsch-deutschen Kulturaustausch zu fungieren. 

Im Rahmen des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ und des Programms „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen am Fachbereich Buchwissenschaft an der Universität Leipzig dient die Konferenz der Bildung regionaler und überregionaler Kooperationsnetze zwischen Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften.



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