Publikationen

Patricia F. Zeckert (Hg.)

Flachware 3. Fußnoten der Leipziger Buchwissenschaft

FLACHWARE-3-COVERDas offizielle Jahrbuch der Buchwissenschaft der Uni Leipzig geht in die dritte Runde! Diesmal wimmelt es von Jubiläen: Der neue Band beginnt mit Beiträgen zum Thema Buch und Ästhetik und nimmt damit Bezug auf den 250-jährigen Geburtstag der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst im Jahr 2014. Eine Rubrik beschäftigt sich mit zwei Unternehmungen Georg von Holtzbrincks, unter anderem dessen Buchklub im Vergleich zur Büchergilde Gutenberg, die 2014 ihr 90-jähriges Jubiläum begeht. Ein weiteres Themenspektrum widmet sich der realsozialistischen Buchhandels- und Verlagsgeschichte, darunter dem Domowina-Verlag, der 2013 im 55. Jahr existiert. Anschließend werfen die Autoren einen Blick auf Leipziger Nach-„Wende“-Gründungen im Buchwesen. Schließlich dreht sich in der letzten Rubrik alles um den Leser. Dabei findet auch der Rostocker Buchbasar Platz, der 2014 vor 50 Jahren zum ersten Mal stattfand.

Erscheint im Juli 2013, Broschur 13 x 20 cm, ca. 310 Seiten, ISBN 978-3-95537-107-4, 16,90 Euro

Für Mephisto 97,6 hat sich Nora Hoffbauer die Flachware 3 mal genauer angesehen. Zum Audiobeitrag geht es >>>hier entlang.

Fotos von der Buchpräsentation in der Commerzbank gibt es >>> hier.

Und einen Veranstaltungsbericht gibt es >>> hier.

Inhalt:

Kunststücke

Julia Blume über die Januspresse von Walter Tiemann und Carl Ernst Poeschel – Detlef Haberland über ein Lesezeichen der Jahrhundertwende – Sarah Alberti über das Medium Buch an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig heute

Aufbrüche I

Vera Dumont über die Kontinuität beim Wiederaufbau der Büchergilde Gutenberg und von Holtzbrincks Stuttgarter Hausbücherei nach dem Zweiten Weltkrieg – Berthold Petzinna über die Wochenzeitung „Christ und Welt“

Realsozialistisch

Sarah Diag über die Dezimierung Leipziger Antiquariate in der DDR – Anja Greulich über den sorbischen Verlag Domowina – Jane Langforth über die erste Taschenbuchreihe der DDR – Florian Fischl über die Geschichtswissenschaft im Akademie-Verlag – Sina Mühlbauer über Dissidenten in Kuba

Aufbrüche II

Rolf Sprink im Interview über die Anfänge des Forum Verlags Leipzig – Thomas Franke über die ersten Jahre der Connewitzer Verlagsbuchhandlung – Thomas Jähn über 20 Jahre Faber & Faber

Lesewelten

Grit Engel über die Lesecafés in der DDR – Kerstin Schmidt über den Rostocker Buchbasar – Andrea Wolter über die globale Bibliothek für lesebehinderte Menschen – Caterina Mempel/Björn Vondran über die kafkaeske Seite der Leseförderung

 


Siegfried Lokatis (Hrsg.)

Neue Buchgeschichten: Wege zur Weltliteratur

 

Wie wir Bücher ordnen, ist aus Sicht der Buchwissenschaft beinahe spannender als sie zu lesen. Ob nach Alter des Autors oder des Buches, in brandschutztechnischer Besorgnis, chronologisch oder diebstahlsichernd, nach Einbandqualität oder Erscheinen, Farbe oder Format, Gewicht, Höhe der IKEA-Regale oder ISBN-System, Jahr oder Jahrhundert, Kanon oder Katalog, nach Leseplänen, mit memnotechnischer Magie, nach Nummerierung, ordentlich preußisch, nach Provenienz, in repräsentativen Reihen, zum Schutz vor Staub, thematisch nach Titelgruppen, ungelesenem Umfang, Verlagen, Wohnungsgröße oder irgendeinem Zufallsprinzip. Solange man Bücher noch sehen, sammeln und anfassen kann, kann und muss man sie auch irgendwie ordnen genießen wir es. In der Welt der unsichtbaren Bücher bedarf es neuer Wege.

Der alte Kanon an großer Literatur steht nicht mehr einfach in den Schränken herum, um vom Abi bis zur Rente zur Lektüre zu mahnen. Und Bücher, die nicht aktiv gesucht werden, drohen vergessen im digitalen Orkus zu versinken. Bei einigen Büchern wäre das schade, sie suchen den Weg in die Köpfe der nachwachsenden Generation. Die neuen Buchgeschichten, wieder verfasst von Leipziger Bachelor-Studenten im KMW-Modul Einführung in die Buchwissenschaft , wollen alle zum Lesen verführen. Sie fangen ein, was eigentlich die spezifische Atmosphäre und Verlockung des Bücherlesens ausmacht, die Zeit zum Lesen feenhaft leichter, aber auch tiefgründig schwerblütiger Texte- wie Bücher eben so sind, ausgezeichnet vor jedem anderen Medium. Sie behandeln unter dem Motto Zurück zum Buch nicht dessen omnipräsente Derivate in Film und Fernsehen, sondern das Original, die Geschichte seiner Verbreitung, den ursprünglichen Kern der Sache. Einen Schwerpunkt bilden die Inselbücher . Das ist hier ganz wörtlich gemeint und hat nichts mit der berühmtesten Buchreihe Anton Kippenbergs zu tun, die vor hundert Jahren in Leipzig gegründet wurde, sondern, angefangen bei Gulliver und Robinson, mit den Inseln der Literatur, wozu besonders die grüne Insel Irland zu rechnen ist. Die Vagabunden widmen sich der Autorenerfahrung literarischer Weltenbummler, ihrer Not, ihrer Kraft, ihrem Charme, ihrer schillernden Mehrdeutigkeit was es eben braucht, um ein großes, begeisterndes Buch zu schreiben. Aristoteles und Zola sind immer noch nicht dabei, das heißt: Fortsetzung folgt.

AKV Edition Hamouda

140 Seiten, Taschenbuch
AKV Edition Hamouda; Auflage: 1 (16. Januar 2012)
Preis: 7,90

 


Thomas Keiderling

Aufstieg und Niedergang der Buchstadt Leipzig

 

Buchstadt Leipzig – welch schillernder Begriff, glücklich erfunden und gefeiert, anerkannt in der Welt, oszillierend in der jüngeren Geschichte, politisch genutzt, schöngeredet, totgesagt, mit Herzblut verteidigt. Das Buch von Thomas Keiderling ist inspiriert von dieser immer wieder aufkeimenden Frage nach der Buchstadt und möchte anhand einer historischen Analyse Klarheit schaffen. Ein erstmals kritischer Rundgang durch die über 500 Jahre währende Leipziger Buchgeschichte fördert dabei Bekanntes, aber auch völlig neue Fakten, Zäsuren und Zusammenhänge zu Tage. Viele glauben, die Buchstadt Leipzig sei in erster Linie durch den erfolgreichen Verlagsbuchhandel und Buchdruck konstituiert worden. Aber das kann der Autor nach einer gründlichen Recherche ausschließen. »Buchstadt« muss etwas anderes, muss mehr meinen – aber was?

Warum und wodurch kam die Stadt zu diesem Titel, wann hatte er seine Berechtigung, und wie steht es um die Buchstadt Leipzig heute? Im vorliegenden Band werden die einzelnen »Lebensphasen« der Buchstadt Leipzig näher charakterisiert. Die Darstellung mündet in 15 Thesen zu Aufstieg und Niedergang der Buchstadt und zur Zentralität des Leipziger Platzes, die zur Diskussion einladen.

Sax Verlag

Termine zur Buchpräsentation finden Sie hier:

  • Vortrag / Buchvorstellung mit Thomas Keiderling am: Dienstag, 08.05.2012, 18.00 - 20.00 Uhr, Veranstaltungsort: HTWK Leipzig, Wächterstraße 13, Hörsaal W8 (wenn Sie das Gebäude betreten, rechts), 04107 Leipzig
    Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei.
    Anmeldung erbeten an: post@industriekultur-leipzig.de oder Tel. 03 41 – 6 79 38 85 (AB)
    Mehr Informationen hier

208 Seiten, fadengeheftete Klappenbroschur
Sax Verlag, 1. Auflage 2012
Preis: 24,80 €

 


Carmen Laux / Patricia Zeckert

Flachware 2 - Fußnoten der Leipziger Buchwissenschaft

 

Das offizielle Jahrbuch der Buchwissenschaft der Uni Leipzig geht in die zweite Runde! Nach dem fulminanten Start der Nummer 1 im Jahr 2010 legt der Fachbereich mehr Flachware nach. Wieder beleuchten Nachwuchswissenschaftler und namhafte Experten in fünf Rubriken verschiedene Themen der Buch- und Medienwissenschaft. Der neue Band enthält Beiträge zum Reclam Verlag, die Geschichten aus verschiedenen Perioden seiner Leipziger Existenz erzählen. Außerdem versammeln die Herausgeberinnen Aufsätze zu ausgefallenen Bereichen der Buchkunst und der Bibliophilie. Ein weiteres Themenspektrum beschäftigt sich mit der vergleichenden Zensurgeschichte und präsentiert darunter erstmals internationale Ergebnisse.

Obendrein schlagen die Autoren nicht nur eine interdisziplinäre Brücke zur Unterhaltungskunst, sondern klären auf über Hintergründe des Suhrkamp- Umzugs nach Berlin und verraten Details zu ungelesenen Lexika.

Die "Flachware 2" erscheint im Leipziger Plöttner Verlag.

Kontakt: pzeckert@uni-leipzig.de

www.ploettner-verlag.de

ca. 280 Seiten, broschiert
Plöttner Verlag; 1. Auflage (ab März 2012 lieferbar)
Preis: 14,90 €

 


Siegfried Lokatis / Ingrid Sonntag                                

100 Jahre Kiepenheuer-Verlage

 

Die Herausgeber Ingrid Sonntag und Siegfried Lokatis haben vierzig Autoren versammelt, die eine der spannendsten deutschen Verlagsgeschichten des 20. Jahrhunderts vorstellen, die auf einzigartige Weise mehrere politische Systeme spiegelt. 1910 von Gustav Kiepenheuer gegründet, avancierte der Verlag in der Weimarer Republik mit Autoren wie Anna Seghers, Bertolt Brecht, Georg Kaiser, Joseph Roth und Arnold Zweig zu einem kulturellen Leitverlag, der für Expressionismus und Neue Sachlichkeit stand. Nach der Bücherverbrennung von 1933 gingen wichtige Lektoren ins Exil, Kiepenheuer versuchte sich im Land zu behaupten. Die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg spaltete auch den Verlag.

Neben dem Stammsitz in Weimar entstand der Verlag Kiepenheuer & Witsch, und in Berlin nahm der Kiepenheuer Bühnenvertrieb seine Arbeit wieder auf. In Leipzig wurde unter Regie der SED 1977 die Verlagsgruppe Gustav Kiepenheuer (mit Insel, List und Dieterich) geschaffen, die nach der deutschen Einheit in den Strudel der Privatisierung geriet.

Erschienen bei Ch.Links Verlag Berlin: Broschur; 424 Seiten

29,90 €; ISBN: 978-3-86153-635-2

Zum Buch sind bereits Rezensionen von Jan-Pieter Barbian (in der IFB) und von Anke Vogel (auf der Seite der H Soz U Kult) erschienen.

Weitere Informationen finden Sie >>> hier.

 


Eyk Henze/Patricia Zeckert                                  

„Flachware - Fußnoten der Leipziger Buchwissenschaft“

 

Der Almanach ist das Produkt studentischer Initiative. Er versammelt sowohl Beiträge von Studierenden als auch Absolventen, Doktoranden und namhaften Fachwissenschaftlern. Fundiert und wissenschaftlich-essayistisch präsentieren sie Arbeitsergebnisse und geben breitgefächert Impulse der Leipziger Buchwissenschaft weiter. Die erste Ausgabe thematisiert unter anderem das Web 2.0 für Verlage, Independent Verlage und die Enzyklopädie im 21. Jahrhundert. Außerdem bietet sie kuriose Einblicke in die Rettung von Verlagsarchiven, die Suhrkamp-Kultur und den Alltag stehlender Bibliothekare. Zur Namensgebung: Als Flachware bezeichnen genervte Ausstellungsmacher Bücher mitunter, denn sie gelten ihnen als schwer präsentierbar. „An dieses Nicht-in-den-Rahmen-Passen knüpfen wir im positiven Sinne an:

Flachware bietet Platz für ungewöhnliche Blickwinkel und Fragen zu Kodex und Kindle gleichermaßen“, so die Herausgeber Patricia F. Zeckert und Eyk Henze.

Die Flachware erscheint im Leipziger Plöttner Verlag.

Die Buchwissenschaft der Universität Leipzig (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft) finden Sie auf der Messe am Stand von „Studium Rund ums Buch“ Halle 4.0 A1338

Kontakt: pzeckert@uni-leipzig.de

www.ploettner-verlag.de

Inhaltsverzeichnis

ca. 200 Seiten, broschiert
Plöttner Verlag; 1. Auflage (ab Oktober 2010 lieferbar)
Preis: 14,90 €

 


Thomas Bez / Thomas Keiderling                              

„Der Zwischenbuchhandel - Begriffe, Strukturen, entwicklungen in Geschichte und Gegenwart“

 

Bislang gab es kein Gesamtwerk über die Geschichte und die Gegenwart des Zwischenbuchhandels in den deutschsprachigen Ländern. Doch diese Lücke wird mit diesem Standardwerk gefüllt. Die Darstellung profitiert von der unterschiedlichen Herangehensweise der Verfasser: aus den Interessenlagen universitärer Wissensvermittlung resultierend (Keiderling), andererseits aus der praktischen Anschauung und Beurteilung vergangener und aktueller Branchenentwicklungen (Bez).

mehr Informationen

525 Seiten, fadengehftete Broschur
Verlad Dr. Ernst Hauswedel; ISBN 978-37762-0510-7
Preis: 48,00 €

 


Siegfried Lokatis/Ingrid Sonntag                                  

„Heimliche Leser in der DDR – Kontrolle und Verbreitung unerlaubter Literatur“

  Der Band »Heimliche Leser in der DDR« behandelt ein Phänomen, das dem geistig regen Bewohner des einstigen »Leselandes« und seinem westlichen Besucher bestens vertraut war: Man versuchte irgendwie an Literatur heranzukommen, die in der DDR ausgegrenzt oder verboten war. Dabei ging es nicht nur um Biermann und Bahro, sondern auch um Bravo und Erotika, um Bibeln und Orwell und um den Otto-Katalog. Der Leser erfährt, dass 42 000 Exemplare des Wachtturms in einen VW-Bus passen und wie sich Bücher am Besten im Eisenbahnklo verstecken ließen. Die Nervenanspannung bei der Zoll­kontrolle kommt dabei genauso zur Sprache wie die unwiderstehliche Anziehungskraft von Giftschränken in Bibliotheken und das Verlangen nach Westliteratur an den Leipziger Messeständen.

Um solche Erfahrungen auszutauschen trafen im Herbst 2007 auf einer Tagung der Leipziger Buchwissenschaft erstmals Bücherschmuggler mit Zollexperten, Theologen mit Rolling-Stones-Importeuren und Post­kontrolleure der Stasi mit Orwell-Lesern zusammen. Sie geben in Aktenanalysen und Zeitzeugenberichten Ein­blicke in eine Welt voller leidenschaftlicher Leser und zugleich in eine Welt ohne Kopiergeräte und eigene Drucker, in der die Texte als besonders kostbar galten.

408 Seiten, Broschiert
Ch. Links Verlag; Auflage: 1., Auflage (1. Oktober 2008)
ISBN-10: 3861534940

Pressestimmen
Video

 


Simone Barck/Siegfried Lokatis                                   

"Zensurspiele - Heimliche Literaturgeschichtenaus der DDR"

 

Endlich sind sie in einem Sammelband verfügbar: die beliebten Kolumnen, die unter dem Titel »Zensurspiele« in der »Berliner Zeitung« auf amüsant-pointierte Weise Wissenswertes und Kurioses aus dem Archivalltag der Germanistin Simone Barck und des Verlagshistorikers Siegfried Lokatis zu Tage förderten.

Sie handeln allesamt von der Zensur – im offiziellen Sprachgebrauch der DDR: »Druckgenehmigungsverfahren«. Die großen Namen der DDR-Literatur, politische Direktiven und Skandale sind dabei jedoch nur ein Teil des Bildes.

Genauso spannend und oft sonderbar zu lesen sind die Vorgänge um die breiten übrigen Bereiche des DDR-Literaturbetriebs, denn auch bei Kinderbüchern, Fachliteratur zur Rinderbesamung oder in der Kalender- und Landkartenproduktion galt es tagtäglich, brisante Klippen zu umschiffen – nicht nur für Verleger, Autoren, Illustratoren und Lektoren, sondern auch für Zollbeamte und Bücherschmuggler.

Die »Zensurspiele« bieten in ihrer Gesamtheit viel mehr als nur schlaglichtartige Blicke auf den Zensuralltag: Sie bilden eine Art geheime Literaturgeschichte des einstigen »Leselandes« DDR, die sich durch die brillant geschriebenen Texte ebenso unterhaltsam wie eindrücklich erschließt.

Die Autoren

Simone Barck (1944–2007), Studium der Germanistik und Slawistik, Dr. sc., 1970–1991 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR. Mitarbeiterin am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Veröffentlichungen u. a. zur Literatur der Weimarer Republik und des Exils.
Siegfried Lokatis , geb. 1956, Studium der Geschichte, Archäologie und Philosophie in Bochum und Pisa, Mitarbeiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam; Veröffentlichungen u. a. zur Verlagsgeschichte des »Dritten Reichs« und der DDR. Seit 2006 Professor am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig.
Gemeinsame Veröffentlichungen u. a. »Zwischen ›Mosaik‹ und ›Einheit‹. Zeitschriften in der DDR« (1999); »Fenster zur Welt. Die Geschichte des DDR-Verlages Volk & Welt« (2003).

Mit weiteren Beiträgen von Günter Agde, Josie McLellan, Gerald Noack, Igor J. Poliansky, Hedwig Richter und Michael Westdickenberg

296 Seiten, geb., mit 15 Abb.

ISBN 978-3-89812-539-0

Pressestimmen
Leseprobe

 


Thomas Keiderling                                  

"Studie zum Managerverhalten im Dritten Reich"

Unternehmer im Nationalsozialismus. Machtkampf um den Konzern Koehler & Volckmar AG & Co 

 

Um solche Erfahrungen auszutauschen trafen im Herbst 2007 auf einer Tagung der Leipziger Buchwis­senschaft erstmals Bücherschmuggler mit Zollexperten, Theologen mit Rolling-Stones-Importeuren und Post­kontrolleure der Stasi mit Orwell-Lesern zusammen. Sie geben in Aktenanalysen und Zeitzeugenberichten Ein­blicke in eine Welt voller leidenschaftlicher Leser und zugleich in eine Welt ohne Kopiergeräte und eigene Drucker, in der die Texte als besonders kostbar galten.

Der Band behandelt eines der spannendsten Kapitel der deutschen Buch- und Medienwirtschaft während der NS-Zeit. Ihr Führungsunternehmen, die 1918 fusionierte Koehler & Volckmar AG & Co., organisierte die buchhändlerische Logistik, insbesondere die Bestellung, Lagerhaltung und Auslieferung gedruckter Erzeugnisse.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung geriet der Konzern in den Schnittpunkt zensurbehördlicher Interessen, denn er bot ideale Möglichkeiten zu einer umfassenden Medienkontrolle. Seit 1935 entwickelte die Reichsschrifttumskammer entsprechende Überwachungspläne, so dass erste Spannungen mit der deutschnational-konservativen Konzernleitung nicht lange auf sich warten ließen. Als ein Gesellschafter von Koehler & Volckmar zwei Kollegen bei der SS und Reichsschrifttumskammer denunzierte, entbrannte eine fast zweijährige, erbittert geführte Auseinandersetzung, die selbst in der Branche spürbar wurde.
Die auf umfangreiche Quellenrecherchen gestützte Untersuchung und Dokumentation deckt die Denk- und Verhaltensweisen sowie die generelle politische Einstellung von Wirtschaftseliten im Nationalsozialismus auf. In hervorragender Weise analysiert sie Muster des strategischen Wirtschaftshandelns während der NS-Diktatur. 

Thomas Keiderling: Unternehmer im Nationalsozialismus. Machtkampf um den Konzern Koehler & Volckmar AG & Co., Beucha: Sax Verlag 2003. [in 2. verb. Auflage 2008 erschienen!]

ISBN-13: 978-3-934544-39-0

ISBN-10: 3-934544-39-8, € 32

Inhaltsverzeichnis
Rezensionen

 


Thomas Keiderling/Arnulf Kutsch/ Rüdiger Steinmetz (Hg.)

Buch - Markt - Theorie

Sammelband zu Ehren Dr. Erdmann Weyrauch

  Dietrich Kerlen: Das Buch als Medium akademischer Professionalisierung in Deutschland / Alexander Fritzsch: Leipzig - die Stadt der Wissenschaftsverlage um 1900 / Arnulf Kutsch und Nadja Töpp: Die Faktoren der Lektüre. Zur empirischen Leserforschung von Walter Hofman /Wendy Kerstan: Verrissen und trotzdem verkauft? Der Einfluss von Literaturkritik auf den Absatz von Belletristik / Patricia F. Zeckert: Ein alter Unbekanter. Das Phänomen des ungelesenen Buches / Siegfried Lokatis: Aufgeklärte Zensur in Rom und Paris. Perspektiven einer vergleichenden Zensurgeschichte / Volker Titel: Chance und Gefahr? Perspektiven der Digitalisierung für die Buchbranche / Rüdiger Steinmetz: Vom Lesen übers Broadcasten zum Podcasten und mobilen Fernsehen / Thomas Keiderling: Wie viel Systemtheorie braucht die Buchwissenschaft?

Kommunikations- und medienwissenschaftliche Perspektiven
Hardcover, 304 S., 39,80 EUR, ISBN 978-3-93849-816-3.

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Thomas Keiderling/Erdmann Weyrauch (Hg.)  

Buch-Stätte

Tagungsband zur Leipziger Buchwissenschaft

        

  Das zehnjährige Jubiläum des Studiengangs Buchwissenschaft /
Buchwirtschaft an der Universität Leipzig haben ausgewiesene Historiker und Medienwissenschaftler zum Anlass genommen, um während eines Kolloquiums über den Ausbildungsstandort Leipzig sowie über die theoretischen Grundlagen und die praktische Ausrichtung künftiger buchwissenschaftlicher Forschung zu beraten: Ein Basisbuch für Studierende, Wissenschaftler und Praktiker der Buchbranche.

Geschichte und Perspektiven der Leipziger Buchwissenschaft
Paperback, 206 S., 14,80 EUR, ISBN 3-938498-11-0.

Drei Euro vom Ladenpreis unterstützen unseren Fachbereich!

 


200 Jahre Verlagsgeschichte
Festschrift F. A. Brockhaus 1805-2005

 

Auch nach dem Verkauf der "Marke" Brockhaus an Bertelsmann im Februar 2009, der auf rasante Marktveränderungen im Lexikonbereich und auf Managementfehler des Verlags BI/Brockhaus in Mannheim zurückgeht, bietet dieser Band aus dem Jahre 2005 eine interessante Sicht auf eine 200jährige, bewegte Firmengeschichte.

Der erste Band "Die Firma F. A. Brockhaus" ist ein Faksimile der Jubiläumsschrift von 1905, geschrieben von Eduard Brockhaus, Enkel des Verlagsgründers. Der zweite Band, maßgeblich aus der Feder von Thomas Keiderling, mit dem Titel "F. A. Brockhaus 1905-2005" wartet mit ausführlichen Informationen zur Familienhistorie, Berichten über Verlagsarbeit und Lexikonschaffen im 20. und beginnenden 21. Jahrhundert auf und beleuchtet Höhen und Tiefen der bewegten Verlagsgeschichte. Rund 400 historische Fotografien und zahlreiche Tabellen und Grafiken runden den Band ab.

Festschrift F. A. Brockhaus 1805-2005
1. Auflage
Band 1: 466 Seiten
Band 2: 448 Seiten
Gebunden. Im Schuber.
CD-ROM mit komplettem Inhalt beider Bände
Format 17 cm × 24 cm
ISBN 3-7653-0084-5
75,00 € [D]; 77,10 € [A]; 132.- sFr