4 – Lesetiere

Das Bibliotop der Buchwissenschaft der Universität Leipzig birgt so manche Schätze in seinen vier Wänden. Bücherregale reichen hier bis unter die Decke – doch sind die beeindruckenden Sammlungen verschiedenster Ausgaben und Bände wohl nicht besonders außergewöhnlich oder gar überraschend für Literaturliebhaber. Etwas anderes zieht die Aufmerksamkeit vieler Besucher des Bibliotops auf sich. Denn dieser Ort ist neben einem Bücherhort auch eine Sammelstelle für viele wunderliche Gegenstände, vorrangig Verlagsgeschenke. Immer wieder aufs Neue entdeckt das Auge hier bei einem Streifzug kuriose Verrücktheiten. Zu ihnen zählen auch verschiedenste Tiere aus Keramik, Stoff oder Gummi. Allesamt lesend. Es gibt sicher nicht allzu viele Menschen mit einer Sammelleidenschaft für lesende Tierwesen, oder? Wieso sollte man so etwas sammeln? Wer kommt auf eine solche Idee? Die Wahrheit kennt wohl nur der Sammler selbst.


„Der Basissatz des Sammelns ist […]: […] Nur ein Sammler versteht einen Sammler. Leute, die mit Sammeln nichts am Hut haben, die sagen: Was für ein Spinner. Wie kann man nur? Was macht der da?“

Jens Schulz



Beitrag: Maria Posselt
Fotos: Ingmar Stange
Zitat: Schulz, J., 2015: Federfüllhaltersammler. In: Wilde, D., 2015 (Hrsg.): Dinge Sammeln – Annäherung an eine Kulturtechnik. Bielefeld: transcript Verlag.

 

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Lutz Lewejohann, ohne dessen freundliche Bereitstellung der Sammlungen dieser Beitrag nicht zustande gekommen wäre.