21 – Der Kampf um die „Brigade der sozialistischen Arbeit“

Das Archiv der Buchwissenschaft in der Hainstraße beherbergt ein paar dieser Brigadetagebücher, die von den Höhen und Tiefen einzelner Kollektive des Volksbuchhandels zeugen.

Das Brigadetagebuch diente zur literarisch-dokumentarischen Präsentation der Entwicklung eines Arbeitskollektivs in der DDR. Es war in vielen Betrieben und Einrichtungen vorzufinden. Vor allem die Bemühungen zur Erfüllung im sozialistischen Wettbewerb, und schließlich auch ihre Ergebnisse, wurden teilweise sehr liebevoll und detailliert niedergeschrieben oder gezeichnet. Der Brigade war in der Gestaltung keine Grenzen gesetzt und so finden sich sowohl kurze Notizen, Mitteilungen, Erlebnisberichte, statistische Zusammenfassungen, lyrische Ergüsse oder auch Zeichnungen oder Collagen.

Das System der Brigade, das nach 1958 das traditionelle Meistersystem in der Industrie und später  in anderen Bereichen ablöste, förderte das kollegiale Miteinander und oft entwickelten sich enge Freundschaften unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eines Kollektivs. In den Verlagshäusern wurden Brigaden in der Mitte der 1960er Jahre eingeführt. Stets im Wettbewerb mit anderen Brigaden, konkurrierten die Kollektive um die beste Planerfüllung und um hohe Prämien oder begehrte Urlaubsplätze.

Durch Fotos und Belege von gemeinsamen Freizeitaktivitäten oder Exkursionen bemühten sich die Brigaden um den Titel „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“, wozu selbstverständlich auch eine gute Planerfüllung gehörte; ganz nach der Devise: „sozialistisch arbeiten, lernen und leben“.

Einen Einblick in andere Brigadetagebücher findet sich hier.


Text: Carolin Haynert
Bild: Ingmar Stange

 

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Lutz Lewejohann, ohne dessen freundliche Bereitstellung der Sammlungen dieser Beitrag nicht zustande gekommen wäre.