18 – Nüchterne Betrachtungen

„Wer schreibt, trinkt auch Alkohol.“ – Rainer Schmitz

Der Alkohol und seine Schriftsteller oder aber die Schriftsteller und ihr Alkohol – ein ewiges Lieben und Leiden mit dem hochprozentigen Getränk als schöpferische Quelle der Inspiration. Nicht zuletzt für ihren Alkoholismus bekannt – große Namen wie Hemingway, Fitzgerald oder Bukowski. Nahezu ein Drittel der amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts war dem Alkohol verfallen.

Ob ihre Werke sich dabei auf ihren Alkoholkonsum stützen lassen, sei einmal dahingestellt.
Aber auch viele deutsche Dichter und Denker waren dem Alkohol nicht abgeneigt. Kein
Wunder also, dass der vergorene Traubensaft ein besonders beliebtes Thema der Poesie darstellt. Als Kenner und für seine Liebe zum Wein bekannt: Johann Wolfang von Goethe. Mindestens eine Flasche soll er am Tag konsumiert haben.

„Der Wein erfreut des Menschen Herz, und die Freudigkeit ist die Mutter aller Tugenden.
Wenn Ihr Wein getrunken habt, seid Ihr alles doppelt, was Ihr sein sollt, noch einmal so leicht denkend, noch einmal so unternehmend, noch einmal so schnell ausführend.“

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832: Götz von Berlichingen, 1. Akt, Herberge im Wald

 


Text: Svenja Kollenda
Bild: Ingmar Stange

Quellen:

Schmitz, R., 2006: Was geschah mit Schillers Schädel? Alles, was sie über Literatur nicht wissen. Berlin: Eichborn, S. 27.

Koch, H.-J., 2002: Wein. Eine literarische Weinprobe. Leipzig: Reclam, S. 87.