Wetterabhängige Schallausbreitung; Lärmschutz an Schießplätzen der Bundeswehr

Projekt: M/UR1M/7A180/7A524

Projektleiter: Dr. Armin Raabe und Jun.- Prof. Dr. Astrid Ziemann

Bearbeiter: Michael Wilsdorf

 

Dieses Projekt setzt die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit des Institutes für Meteorologie der Universität Leipzig mit der Bundeswehr, hier im speziellen mit dem AGeoBw, fort. Anlass waren Artillerieschießen, bei denen die akustische Belastung in der Nachbarschaft von TrÜb-Plätzen derart erhöht war, dass es zu Beschwerden / Klagen von Bürgern und der Kommunen kam. Ein verstärkender Faktor war in den betreffenden Fällen u.a. die Wettersituation, bei der eine ausgeprägte Temperaturinversion zu einer anomalen Schallausbreitung führte.

 

Ziel dieser Studie ist deshalb die weitere Verbesserung der bestehenden Schallimmissionsprognose, sowohl in konzeptioneller Hinsicht, als auch in ihrer Praktikabilität sowie in der statistischen Absicherung der zu Grunde liegenden Auswertungen.

Datengrundlagen der schallklimatologischen Untersuchungen sind Radiosondenaufstiege des Deutschen Wetterdienstes und der Bundeswehr, die im Zeitraum 2001 bis mindestens 2007 an 14 Stationen im Bundesgebiet jeweils zu den Terminen 00 UTC und 12 UTC durchgeführt wurden. Damit erweitern diese Daten den untersuchten Datenumfang einschließlich der Vorgängerstudie (von 1990 bis 2000) auf 18 Jahre.

Die durchzuführenden Arbeiten sind dabei in drei Hauptabschnitte unterteilt.

In Punkt eins, Datenbank-Management, ist die Optimierung der bisher entwickelten Programme und Verfahren hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit und Aktualität zusammengefasst. Das bedeutet die Einarbeitung von Neuerungen in das Schallausbreitungsmodell SMART sowie bei der Visualisierungssoftware MetaVIS die Anpassung an wichtige Softwareänderungen und die Verbesserung der Handhabung des Programms.

Punkt zwei, Erweiterung und statistische Absicherung der schallklimatologischen Regionalisierung, beinhaltet die statistische Absicherung der bisherigen Regionalisierungsaussage, welche anhand von Beobachtungsdaten (Radiosondenaufstiege) über einen Zeitraum von 11 Jahren (1990 bis 2000) erfolgte. Für die Regionalisierung und Typisierung der Schallausbreitungsklassifizierung wurden Stationen aus klimatologisch und orographisch unterschiedlichen Regionen (Küste, Flachland, Mittelgebirge, Bergland, Ost- und Westdeutschland) verwendet. Die existierende Schallklimatologie soll durch weiterführende Beobachtungszeitreihen statistisch abgesichert werden. Das heißt Neurechnung der Klimatologie mit den bisher genutzten Stationen bei veränderten Zeiträumen sowie eine Reanalyse und Abgleich mit später möglichen Zeiträumen (2001 bis 2010).

Punkt drei, Validierung der Modellergebnisse durch Routinemessungen, beinhaltet eine, zu einem späteren Projektzeitpunkt, geplante Serie von Messungen an Schießplätzen mit dem Ziel, die bisherige Validierung des auf dem Programmpaket MetaVis basierenden Beratungsverfahrens zu verbessern.

 

Poster: DACH 2010